03.01.2022
New Yorks Head Coach Joe Judge hält flammende Rede
Mal wieder weit von den Zielen, den Play-offs weg. Ein katastrophales Spiel an diesem Wochenende - und wütende beziehungsweise resignierende Fans: Die New York Giants geben auch in diesem Jahr kein gutes Bild ab. Ein Bild, das schon seit vielen Jahren trist und farblos in der Ecke steht und verstaubt.

Ein kurzer Rückblick: Bereits in den letzten Jahren von Giants-Legende Eli Manning, mit dem die New Yorker zwei Super Bowls gewonnen hatten, zeigte sich das traditionsreiche Franchise aus dem "Big Apple" schon erschreckend schwach. So wurden seit 2008/09 überhaupt nur noch zweimal die Play-offs erreicht - 2011/12 und 2016/17.
Längst ist Manning aber Geschichte, längst haben die reichen Besitzer John Mara und Steve Tisch zum Neuaufbau ausgerufen - und doch ist davon nur wenig zu sehen. Eine abermals arg überschaubare Saison hat zum mal wieder verfrühten Play-off-Aus geführt, das peinliche 3:29 bei den ebenfalls schon ausgeschiedenen Chicago Bears (6:10) ist bereits die zwölfte Niederlage bei nur vier Siegen gewesen.
Peinlich deswegen, weil es die stolzen "G-Men" hier um Ersatzspielmacher Mike Glennon (Daniel Jones ist mit einer Nackenverletzung schon seit geraumer Zeit raus) in dieser Week 16 am Ende auf minus (!) zehn Passing Yards gebracht haben. Jener Quarterback Glennon hat bei diesem Spiel nur vier von elf Zuspielen für magere 24 Yards an den Mann gebracht, ist viermal für minus 34 Yards gesackt worden, hat keinen Touchdown verzeichnet und sich zudem zwei Interceptions sowie ganze vier Fumbles erlaubt.
Wenig verwunderlich sind die Anhänger der Giants mächtig bedient, zumal ihr Team mit insgesamt in 16 Spielen nur 4703 erreichten Yards nur noch von den Houston Texans (4374) unterboten werden und weil nur die Jacksonville Jaguars (227) weniger Punkte als New York verbucht haben - 251. Zum Vergleich: Ganz vorn liegen etwa die Tampa Bay Buccaneers und Dallas Cowboys mit 470 und 479 Zählern.
Überraschenderweise wollen die Giants-Bosse aber auch 2022 weiter an Head Coach Joe Judge und Quarterback Daniel Jones, für viele Fans die prägenden Figuren des kontinuierlichen sportlichen Niedergangs der "Big Blue", festhalten.
Jener Judge, seit 2020 im Amt (6:10-Bilanz im ersten Jahr), zeigt sich jedenfalls kämpferisch - und hat in einer minutenlangen Rede nach der Demontage in Chicago sogar viel Positives erkannt. Darauf könne man aufbauen. Sein Statement: "Das hier ist kein Team, das sich an der Seitenlinie prügelt. Das ist auch keine Clown-Show, Clown-Organisation oder sonstwas. Wir reden hier über ein neues Fundament, das gelegt werden muss. Versteht ihr das? Das ist das Schwerste. Du musst alle vom neuen Weg überzeugen, du musst bei allen ändern, wie sie denken sollen. Das ist leicht gesagt, aber schwer gemacht. Aber ich garantiere euch eines: Diese Männer sind bereit, alles zu tun."
Und auch er selbst wolle weiter Gas geben für diese Mannschaft, während er zugleich Verständnis für wütende Äußerungen der Zuschauer aufbringt: "Jeder Fan hat das Recht, meinen Hintern aus dem Stadion zu buhen. Aber ich will das natürlich nicht. Doch aktuell haben sie das Recht dazu, Fragen wie jeder andere zu stellen. Wir arbeiten unterdessen weiter und tun alles füreinander."
mag