20.01.2022
NFL, Play-offs: Packers und Titans steigen jetzt mit ein
In der Wild Card Round hat es viele klare Siege gegeben. Davon ist nun in der Divisional Round nicht auszugehen, es könnte überall verdammt eng werden. Deswegen ist es durchaus möglich, dass die 49ers mal wieder die Sehnsucht der Packers in der Luft zerreißen und dass die Bills die Vormachtstellung der Chiefs beenden.

Die Tennessee Titans gehen auf jeden Fall bestens ausgeruht in diesen K.-o.-Spiel - und das hat vor allem dazu geführt, dass Running Back Derrick Henry wieder mitwirken kann. Nach einem Fußbruch brach der absolute Star der Offense lange Zeit weg. Und auch wenn das von Head Coach Mike Vrabel betreute Team in diesem Zeitraum sechs von neun Spielen gewonnen hat, so hebt Henry das Spiel der Titans auf ein neues Level. Der Läufer ist kaum zu verteidigen, zieht Gegenspieler auf sich und schafft so auch Räume für seine Kollegen.
Tennessees Quarterback Ryan Tannehill ist grundsolide unterwegs, 67 Prozent Passquote sprechen ebenfalls für sich wie der Umstand, dass der 33-Jährige mit all seiner Erfahrung stets für ein oder zwei Touchdown-Pässe (21 in der Regular Season) und einen eigenen Rushing Score (sieben) zu haben ist. Darüber hinaus hat der Spielmacher stets ein Auge für alle Mitspieler - vor allen seine Receiver A.J. Brown und Julio Jones sowie die drei Tight Ends Geoff Swaim, Anthony Firkser und MyCole Pruitt (je drei TDs während der Spielzeit).
Ein Pfund in der Defense des Teams aus Nashville ist besonders die bärenstarke Laufverteidigung. War diese in der Saison 2020 noch auf Rang 19 gelistet, stieg sie nun zur Nummer 2 der gesamten Liga auf. Nur die Ravens waren besser.

Auf der anderen Seite steht mit den Bengals eine offensiv brachial gefährliche Mannschaft, bei der es vor allem auf eins ankommen wird: Cincinnati um Quarterback Joe Burrow und Top-Receiver Ja'Marr Chase muss es im Gegensatz zum Sieg über die Las Vegas Raiders (viele Field Goals) schaffen, Drives auch mit Touchdowns zu beenden. Sonst könnte es schwer werden gegen die gefestigten Titans.
Über diesem Spiel steht vor allem eine große Frage: Können Aaron Rodgers und die Green Bay Packers ihren Play-off-Fluch gegen die brandgefährlichen San Francisco 49ers aufheben? Schließlich lautet die jüngste Bilanz in der NFL-Endrunde 0:3, zweimal hatten die Niners noch mit Colin Kaepernick gesiegt (2013, 2014), ehe vor zwei Jahren im NFC-Finale Jimmy Garoppolo & Co. Endstation waren.
Wichtig dabei wird sein, dass die Packers-Defense das überragende Laufspiel mit all seinen Facetten in den Griff bekommt. Denn damals mit Kaepernick und vor zwei Jahren vor allem mit Raheem Mostert (aktuell verletzt) hat San Francisco Green Bay auf dem Boden besiegt. Nun steht vor allem mit Deebo Samuel eine kaum aufzuhaltende Waffe parat. Darüber hinaus ist besonders Tight End George Kittle gefährlich.
Favorit aber sind die ausgeruhten Packers, die nicht nur ein Heimspiel im berühmt-berüchtigten Lambeau Field vor Augen haben - sondern zugleich noch auf die rechtzeitig wieder fitten Star-Spieler David Bakhitari (Left Tackle), Za'Darius Smith (Pass Rusher) und Jaire Alexander (Cornerback) zurückgreifen können. Als Waffen stehen zudem neben Top-Mann Davante Adams und den beiden Running Backs Aaron Jones sowie AJ Dillon auch Randall Cobb, Marquez Valdes-Scantling und der seit Wochen starke Allen Lazard zur Verfügung.
Richtig eng könnte es werden beim Duell dieser beiden Teams. Zunächst einmal ist bekannt, dass die Bucs vor allem in der Offensive Verletzungssorgen haben. In der O-Line sowie im Angriffsspiel stehen nicht alle Spieler bei 100 Prozent oder fallen - wie Wide Receiver Chris Godwin - aus.
Doch mit Rob Gronkowski und besonders Mike Evans hat der nimmermüde Tom Brady (44) in Verbindung mit einem guten Laufspiel sowie kurzen Pässen für Raumgewinn Waffen, das Spiel auf seine Seite zu ziehen. Auch die Rückkehr der Linebacker Shaqill Barrett, Jason Pierre-Paul und Lavonte David machen Hoffnung, die Defense wieder auf das Level aus 2020 zurückzuheben.
Dennoch kann der Titelverteidiger straucheln, was an den zuletzt brandheißen Rams liegt. Das Team von Trainer Sean McVay hat sich beim 34:11 über die Cardinals hochmotiviert gezeigt. Jeder Star - und davon gibt es viele (Odell Beckham Jr., Cooper Kupp in der Offense und Aaron Donald sowie Von Miller in der Defense) - hat fürs Team geackert. Und wenn wie zuletzt das Laufspiel auch noch funktioniert (Sony Michel, Cam Akers), dann wird Quarterback Matthew Stafford nicht zu wilden Würfen genötigt. Das kann der Schlüssel sein.
Zum vierten Mal in Folge könnten die Chiefs um Star-Quarterback Patrick Mahomes ins AFC-Finale einziehen - und das Team scheint dafür rechtzeitig in Form gekommen zu sein. Gab es zu Saisonbeginn noch Probleme in allen Teilen, funktioniert die Offense seit Wochen wieder richtig gut. Und auch in der Defense hat es Anpassungen hin zum Guten gegeben.
Doch reicht das alles in Verbindung mit den gewohnt mutigen Playcalls von Trainer-Guru Andy Reid? Klar ist: Mahomes, der seit 2017 fast 80 Prozent der Spiele gewonnen hat (Bestwert in der NFL), kann mit seinen Leuten wie Receiver Tyreek Hill oder Tight End Travis Kelce innerhalb kürzester Zeit mächtig viel punkten. Und das wird auch nötig sein.
Schließlich stehen auf der anderen Seite zuletzt wahnsinnig durchschlagende Bills, die beim Feuerwerk gegen Bill Belichicks Patriots die ersten sieben (!) Drives zu Touchdowns vollendet haben. Dazu im gesamten Spiel kein Punt, kein Field Goal - neuer Play-off-Rekord. Zu verdanken ist das neben Head Coach Sean McDermott vor allem dem bärenstarken Quarterback Josh Allen. Über die Jahre hat sich der schon immer hochveranlagte Profi zu einem Star der Gegenwart und Zukunft gewandelt, wirft so lässig wie Mahomes teils, läuft selbst viel und macht dazu noch unglaublich wenige Fehler. Zudem wissen Allen, Tight End Dawson Knox oder Running Back Devin Singletary, dass die eigene Defense (Platz 1 bei zugelassenen Punkten, Platz 1 bei zugelassenen Yards) um Safety Micah Hyde richtig stark ist.
mag