01.08.2022
Star-Receiver erhält 73,5 Millionen Dollar über drei Jahre
Zahltag für Deebo Samuel. Nach einer Offseason mit viel Trara inklusive Trade-Request statten die San Francisco 49ers ihren Star-Receiver mit einem neuen Dreijahresvertrag über 73,5 Millionen Dollar aus.

Erst hatte Samuel alles, was mit den 49ers zu tun hatte, aus seinen Social-Media-Kanälen entfernt, dann forderte er kurz vor dem NFL-Draft im April einen Trade - am Ende bleibt der 26-Jährige doch in der Bay Area. Wie die einschlägigen US-Medien übereinstimmend berichten erhält Samuel bei den 49ers einen neuen Dreijahresvertrag über 73,5 Millionen Dollar, 58,1 Millionen davon sollen garantiert sein. Er ist bereits der siebte (!) Wide Receiver, der in dieser Offseason einen Vertrag mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von mindestens 24 Millionen Dollar unterzeichnet.
Darüber, dass Samuel auf seinem Rookie-Vertrag (lief noch ein Jahr) absolut unterbezahlt war, bestand kein Zweifel. Der Receiver, den die Niners in der zweiten Runde des Drafts 2019 an 36. Stelle ausgewählt hatten, war in der vergangenen Saison der absolute Leistungsträger in der Offense und sorgte mit herausragenden Plays dafür, dass diese es überhaupt in die Play-offs schafften.
Nach einem durchwachsenen Saisonstart für den fünfmaligen Super-Bowl-Champion hatte Head Coach Kyle Shanahan seinen Receiver ab Mitte der Saison (auch ein wenig aus Verletzungsnot heraus geboren) vorwiegend als Running Back eingesetzt - mit spektakulärem Ertrag.
Acht Rushing-Touchdowns in einer Saison bedeuteten NFL-Rekord für einen Receiver. Zu 365 Rushing-Yards gesellten sich noch 1405 Receiving-Yards (77 Receptions, 6 TD). Beim Comeback-Sieg beim späteren Super-Bowl-Gewinner L.A. Rams, ohne den die Niners die Play-offs nicht erreicht hätten, warf Samuel, der die NFL in "Yards per Catch" mit 18,2 anführte, sogar selbst einen Touchdown-Pass.
"Ich bin ein Wide Back", beschrieb die Nummer 19 der 49ers seine Position beim Pro-Bowl, für den er erstmal nominiert worden war (er stand sogar im NFL All-Pro-Team). Auch der Positionswechsel soll beim anschließenden Theater aber eine Rolle gespielt haben. Samuel sieht sich als Receiver, will nicht mehr so viele Snaps aus dem Backfield erhalten.
Ein noch wichtigerer Faktor dürfte jedoch die Tatsache gewesen sein, dass der Wide-Receiver-Markt der NFL in der Offseason komplett explodierte. Die Megaverträge von Davante Adams und Tyreek Hill waren nur die Spitze des Eisbergs. Angesichts seiner herausragenden Spielzeit sah auch Samuel die Zeit für einen hochdotierten Vertrag gekommen, das Niners-Frontoffice hingegen keinen Grund zur Eile. Der für die Verträge zuständige Paraag Marathe ist als knallharter Verhandlungspartner bekannt. Das hatten in den beiden Jahren zuvor schon Linebacker Fred Warner und Tight End George Kittle erfahren, die ihre (Rekord-)Verträge auch erst spät im Juli erhielten.
Um Samuel entspann sich ein Offseason-Theater, das im Trade-Request kurz vor dem Draft seinen Höhepunkt fand. Die 49ers hörten sich zwar Angebote für ihren Star-Receiver an, doch keines davon ließ sie auch nur mit der Wimper zucken. So blieb Samuel auch nach dem Draft ein Niner, während A.J. Brown - ebenfalls von Berater Tory Dandy vertreten - einen Trade nach Philadelphia samt dickem Vertrag bekam. "Ich kann mir nicht vorstellen, Deebo jemals abgeben zu wollen", sagte General Manager John Lynch. "Er ist einfach ein zu guter Spieler. Solche Jungs lässt du nicht gehen." Was sollte er natürlich auch anderes sagen.
Ein Trade war nach dem Draft quasi ausgeschlossen, und die Lage schien sich zu beruhigen. Beim verpflichtenden Minicamp der 49ers tauchte Samuel auf und machte einen entspannten Eindruck, auch wenn er sich sportlich erwartungsgemäß nicht betätigte.
Am Tag bevor die 49ers im Trainingscamp erstmal mit Pads trainieren hat Samuel nun seinen Vertrag bekommen. Berater Dandy hat damit für den dritten Star-Receiver unter seinen Fittichen einen neuen Vertrag verhandelt. Am Freitag hatte DK Metcalf bei San Franciscos Divisionsrivalen Seattle Seahawks für drei weitere Jahre unterschrieben. Die Niners haben an der Vertragsfront erstmal Ruhe - bis die Verlängerung mit Pro-Bowl-Defensive-End Nick Bosa ansteht.
ski