26.09.2022
Hat Josh McDaniels den Head-Coach-Fluch?
Während zwei NFL-Teams glänzend in die neue Regular Season gestartet sind, hat es die Las Vegas Raiders knüppelhart erwischt. Das hat dem Vernehmen nach direkt zu einem Rapport geführt.

Josh McDaniels gilt in Football-Kreisen als offensives Mastermind - und über viele Jahre (2001 bis 2008 und 2012 bis 2021) als verlängerter Arm von Head Coach Bill Belichick. Zusammen haben die beiden Trainer bei den New England Patriots stolze sechs (!) Super-Bowl-Titel errungen, natürlich alles mit dem ehemaligen Star und jetzigem Buccaneers-Quarterback Tom Brady.
Was aber auch Fakt ist: Als Cheftrainer hat der vor allem als Offensive Coordinator überzeugende McDaniels noch keine große Vita. Zwischen 2009 und 2010 hat sich der 46-Jährige mal bei den Denver Broncos versucht, nach einer 8:8- und einer folgenden 3:9-Bilanz ist er aber schon wieder in Week 13 gefeuert worden. Am 6. Februar 2018 ist McDaniels dann als Head Coach der Indianapolis Colts verkündet worden - nur, dass er selbst noch am selben Tag einen Rückzieher gemacht und bei den Patriots unter Belichick geblieben ist.
In dieser Offseason ist aber der zweite große Schritt gefolgt: die Unterschrift bei den ambitionierten und etwa mit Ex-Packers-Star Davante Adams verstärkten Las Vegas Raiders. Doch bereits nach diesen ersten drei Spieltagen sieht die Head-Coach-Welt bezüglich McDaniels wieder düster aus. Alle drei Spiele sind verloren gegangen - und so sieht die Lage in der bärenstark aufgestellten AFC West hinter den Denver Broncos (2:1), Kansas City Chiefs (2:1) und Los Angeles Chargers (1:2) statistisch gesehen schon recht aussichtslos aus.
Als einziges Team steht Las Vegas in der gesamten NFL noch ohne Erfolgserlebnis da, die anvisierten Play-offs sind schon jetzt weit in die Ferne gerückt. Das letzte Mal, als es nur eine Mannschaft mit einem 0:3-Start gegeben hat? 1959 die Detroit Lions, die am Ende auf 3:8:1 gekommen sind. Und: Seit 1990 hat es 157 Teams mit einem 0:3-Fehlstart gegeben. Die Endrunde geschafft haben von ihnen nur vier.
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Das doppelt Bittere für die Raiders um Top-Receiver Adams (17 Catches, 189 Yards, drei Touchdowns) und seinen früheren College-Kumpel Derek Carr (sechs TDs, vier Interceptions): Vergangenes Jahr sind die ehemaligen Mannen aus Oakland (2020 der Umzug nach Las Vegas) noch mit 3:0 gestartet, haben es letztlich auch in die Play-offs geschafft (frühes Aus gegen die Bengals).
Das alles führt nun direkt dazu, dass McDaniels' Trainerstuhl schon leicht heiß wird - glaubt man etwa vielen Medien. So soll Milliardär und Raiders-Besitzer Mark Davis, der das Team 2011 von seinem Vater Al Davis übernommen hat, etwa am Sonntag nach dem 22:24 bei den Tennessee Titans den Cheftrainer etwa schon in sein Büro zitiert haben.

Der in seinen letzten 25 Spielen als Head Coach bei 5:20 stehende McDaniels selbst sagt zur aktuell misslichen Lage: "Niemand mag das Verlieren, wir fühlen uns natürlich beschissen jetzt. Wir arbeiten natürlich hart daran, dass sich das bald ändert. Doch bislang haben wir die Erfolgsformel noch nicht gefunden." Und eben auch ganz speziell er selbst nicht als Head Coach eines NFL-Teams.
Gänzlich anders sieht die Lage bei den Miami Dolphins und den Philadelphia Eagles aus. Beide Teams stehen mit jeweils 3:0 an der Spitze der Liga - und das durchaus überraschend. So haben die Fins an diesem Sonntag in Week 3 die bärenstarken Buffalo Bills besiegt. Das Kuriose hierbei: Die Bills hatten eigentlich noch eine Chance aufs Comeback gehabt, doch irgendwie die Zeit nicht richtig im Blick gehabt.
Denn als Star-Spielmacher Josh Allen den Ball eigentlich zum Stopp gen Boden geworfen hat, ist die Uhr längst bei Null gewesen. Darüber hat sich dann allen voran Offensive Coordinator Ken Dorsey dermaßen aufgeregt, dass er im Stadion in seiner Kabine alle Utensilien vor sich geworfen und teils zerstört hat. Gerade auf Social Media ist dieses Video rauf- und runtergelaufen.
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