23.10.2022
NFL, Week 7: Titans gewinnen AFC-South-Clinch gegen Indianapolis
Die Tampa Bay Buccaneers und die Green Bay Packers straucheln - und zwar gewaltig! Während die Bucs um Aushängeschild Tom Brady bei den Carolina Panthers quasi nichts zusammengebracht haben, sind Aaron Rodgers und "The Pack" bei den Washington Commanders ausgerutscht. Tennessee hat dagegen eine Ansage gemacht.

Tom Brady ist mit Tampa Bay - zusammen einer der Favoriten auf den Super-Bowl-Sieg - auf 3:4 abgerutscht. Doch nicht nur die vierte Niederlage in dieser Saison lässt die Sorgenfalten in Florida anwachsen, vor allem die Art und Weise erschreckt - auch die neutralen Beobachter. Denn trotz eines Waffenarsenals um Akteure wie Running Back Leonard Fournette (nur 19 Rushing Yards), Top-Receiver Mike Evans (97 Yards) oder seinem Pendant Chris Godwin (43 Yards) erreichten die Bucs im gesamten Spiel keinen einzigen Touchdown! Lediglich ein Field Goal im letzten Quarter war drin. Ansonsten hieß es Punt, Punt, Punt, Punt, End of Half, Punt, Turnover on Downs, Punt und erneut Turnover on Downs. Der siebenmalige Super-Bowl-Sieger Brady (290 Yards, keine großen Fehler) zeigte sich angefressen.
Was die Überraschung noch größer machte: Sie kam von den Panthers. Das Team aus Charlotte nämlich war als krasser Underdog in dieses Spiel gegangen - gerade weil zuletzt Spieler wie Receiver Robbie Anderson (kurzfristiger Wechsel zu den Arizona Cardinals nach Rausschmiss) sowie Superstar Christian McCaffrey (spektakulärer Wechsel zu den 49ers) gingen und die beiden Quarterbacks Baker Mayfield sowie Sam Darnold verletzt ausfielen. Vertreter PJ Walker (177 Yards, zwei TDs) störte das alles aber wenig.
Einen heftigen Nackenschlag bekamen derweil auch die Green Bay Packers und Aaron Rodgers - ebenfalls als Super-Bowl-Team gehandelt - serviert. Und das schon zum dritten Mal hintereinander. Zunächst hatte das Team aus Wisconsin vor zwei Wochen das erste Gastspiel in London spät noch gegen die New York Giants in den Sand gesetzt, ehe in Week 6 vor heimischer Kulisse im Lambeau Field eine Abreibung durch die New York Jets das Licht der Welt erblickt hatte. Und nun gab es bei den Commanders ein fatales 21:23. Aus einem 3:1-Saisonstart ist somit eine durchaus als äußerst negativ zu bezeichnende 3:4-Momentaufnahme geworden.
Das doppelt Fatale hierbei: "The Pack" verstand es nicht, aus einer klaren 14:3-Führung unter anderem nach einem "Pick Six" über 63 Yards von De'Vondre Campbell anhaltendes Selbstvertrauen zu schlagen. Vielmehr ließ sich die Abwehr von Washingtons Ersatz-Quarterback Taylor Heinicke (201 Yards, zwei TDs, eine Int.) ein ums andere Mal übertölpeln, Punt-Returner Amari Rodgers unterlief zwischendurch ein schlimmer Muff - und Star-Quarterback Rodgers (194 Yards, zwei TDs) haderte ein ums andere Mal mit seinen Receivern. Lediglich auf Running Back Aaron Jones, der die beiden Touchdown-Pässe von "A-Rod" fing, war Verlass. Alles aber zu wenig am Ende.
In der AFC South hatten sich in den vergangenen Wochen die Titans und Colts in Stellung gebracht und ihre Ambitionen mit jeweils drei Siegen unterstrichen. Nun kam es zum direkten Duell, zugleich dem Rückspiel nach dem 24:17 für Tennessee in Week 4. Und auch dieses Mal behielten die Titans um Spielmacher Ryan Tannehill, dem lediglich 177 Passing Yards reichten, die Oberhand - 19:10.
Neben Running-Back-Maschine Derrick Henry (128 Yards) war vor allem eine sehr gute Defense-Vorstellung der Schlüssel. Die Abwehr erreichte etwa einen Fumble - und schenkte Colts-Quarterback Matt Ryan (243 Yards, ein TD) zwei Interceptions ein - eine davon trug Andrew Adams über stolze 76 Yards zum "Pick Six" und zwischenzeitlichen 10:0 in die Endzone. Den Rest besorgte Kicker Randy Bullock mit vier verwandelten Field Goals. Damit verpassten die Titans den Colts wie schon 20211 einen Sweep (Hin- und Rückspiel gewonnen).
Die New York Giants bleiben das Team der Stunde in der NFL. Das 23:17 bei den Jacksonville Jaguars (2:5) war bereits der sechste Sieg im siebten Spiel. Dabei überzeugten die Mannen aus dem "Big Apple" abermals in der Crunch Time - und machten aus einem 13:17-Rückstand im letzten Quarter noch einen Sieg. So ein spätes Comeback war Quarterback Daniel Jones, der im vierten Viertel selbst über ein Yard in die Endzone durchbrach und überhaupt mit 202 Passing Yards, 107 Rushing Yards und zwei Total Touchdowns überragte, schon mehrmals in dieser Regular Season geglückt.

Nicht eingebrochen sind derweil die Baltimore Ravens, die in dieser Spielzeit schon oft kurz vor Schluss sicher geglaubte Siege noch aus der Hand gegeben hatten. Dieses Mal behielten die Raben beim AFC-North-Clinch bei den Cleveland Browns (2:5) aber mit 23:20 die Oberhand und verbesserte sich selbst auf 4:3. Die Schlagzeilen gehörten dabei übrigens nicht Star-Quarterback Lamar Jackson (179 Total Yards), vielmehr überragte Running Back Gus Edwards mit zwei Touchdown-Läufen und Top-Kicker Justin Tucker mit drei Field Goals - eines aus 55 Yards. Außerdem blockte die Abwehrreihe gegen Spielende noch einen Field-Goal-Versuch der Gäste aus 61 Yards.
Immer mehr in Schwung kommen die Bengals (4:3). Der Finalist des jüngsten Super Bowls fertigte die Gäste aus Atlanta (3:4) mit 35:17 ab. Dabei lieferten die beiden Receiver Ja'Marr Chase (130 Yards, zwei TDs) und Tyler Boyd (155 Yards, ein TD) genauso mächtig ab wie Spielmacher Joe Burrow, dem neben phänomenalen 481 Yards auch noch vier Total Touchdowns gelangen.
Wenig Probleme hatten außerdem noch die starken Dallas Cowboys (5:2), die beim 24:6 gegen Detroit einmal mehr aufzeigten, dass die Lions aktuell und auch statistisch untermauert das schwächste Defense-Team der gesamten Liga sind. Dem wieder fitten texanischen Quarterback Dak Prescott reichte dabei eine solide Vorstellung - unter anderem weil sein Gegenüber Jared Goff vier Turnover hatte. Deutsch-Amerikaner Amon-Ra St. Brown - zuletzt schon am Knöchel verletzt - war nicht lange dabei (Gehirnerschütterung).
mag