09.01.2023
Auch General Manager Keim geht
Der traditionell als "Black Monday" bezeichnete Tag nach dem Regular-Season-Finale hat seine erste Entlassung: Die Arizona Cardinals haben sich von Chefcoach Kliff Kingsbury getrennt - und bleiben damit auf reichlich Geld sitzen.

Nachdem die Houston Texans bereits am Sonntagabend US-amerikanischer Zeit ihren Coach Lovie Smith vor die Tür gesetzt hatten, folgte am traditionellen "Black Monday", dem Tag der Trainerentlassungen in der NFL, nun Kingsbury: Wie die Arizona Cardinals mitteilten, seien "die Probleme in der Saison 2022 einfach zu groß gewesen", um am 43 Jahre alten Coach festzuhalten.
Da half auch der teure Vertrag nichts, auf dem Arizona nun sitzenbleibt: Erst vor rund zehn Monaten hatte das Franchise Kingsburys Arbeitspapier bis 2027 verlängert - Berichten zufolge zu hochdotierten Konditionen. Auch General Manager Steve Keim hatte damals verlängert - auch er wird künftig nicht mehr für die Cardinals tätig sein. Bereits vor einigen Wochen hatte Keim angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einzulegen. Am Montag verkündete das Team dann, dass Keim von seinem Posten zurücktritt.
Kingsbury hatte das Amt des Cheftrainers bei den Cardinals 2019 übernommen, nachdem er zuvor unter anderem Patrick Mahomes' Trainer am College von Texas Tech war. Gemeinsam mit Keim draftete er als eine seiner ersten Amtshandlungen Quarterback Kyler Murray und führte daraufhin eines der vielversprechendsten Teams der NFL an. Sowohl 2020 (Play-offs knapp verpasst) als auch 2021 (deutliche Wild-Card-Niederlage gegen die Los Angeles Rams) brachen die Cardinals nach starkem Start jedoch pünktlich zur entscheidenden Saisonphase ein.
Die nun zu Ende gegangene Saison wurde dann zum Desaster: Die Diskussionen um Murrays neuen Vertrag überschatteten den Saisonstart, der Quarterback hatte mit Verletzungen und Formschwankungen zu kämpfen, sein Star-Receiver DeAndre Hopkins fiel lange Zeit gesperrt aus. Medien berichteten von einem zunehmend problematischen Verhältnis zwischen Coach und Quarterback - und als sich die Cardinals gerade zu fangen schienen, riss Murray sich im Spiel gegen die New England Patriots das Kreuzband.
Das Resultat: Nur vier Saisonsiege, die drittschlechteste Bilanz der NFL - und nun ein Wiederaufbau ohne Coach, ohne General Manager und auch ohne JJ Watt, der seine Karriere mit dem Spiel gegen die San Francisco 49ers am Sonntag beendete. Einem Bericht von NFL-Insider Ian Rapoport könnte die Lösung für Kingsburys Nachfolge eine interne sein: Der aktuelle Defensive Coordinator Vance Joseph soll bei der Suche nach einem neuen Head Coach zumindest in Betracht gezogen werden.
mib