07.03.2023
New Yorks Team ist auf der Suche nach einem Quarterback
Das Ende einer Ära könnte bevorstehen: Der seit 2005 bei den Green Bay Packers spielende Star-Quarterback Aaron Rodgers verhandelt in diesen Tagen mit den New York Jets. Ein großer Deal ist nicht unwahrscheinlich.

Super-Bowl-Sieger 2010/11 durch ein 31:25 über die Pittsburgh Steelers, insgesamt viermaliger MVP der National Football League (NFL) und herausragend mit seiner Spielweise. Keine Frage: Aaron Rodgers hat Geschichte geschrieben während seiner Packers-Zeit.
Einer Zeit, die nun zu Ende gehen könnte. Bereits im letzten Jahr hatte es Gerüchte um einen Abschied gegeben, ehe sich der "Gunslinger" dann für eine Verlängerung über drei Jahre für über 150 Millionen US-Dollar entschied.
Doch nach einer insgesamt enttäuschenden Regular Season mit am Ende verpassten Play-offs (Niederlage im entscheidenden Spiel im heimischen Lambeau Field gegen die bereits ausgeschiedenen Detroit Lions) kehrten die Abschiedsgedanken von vielen Seiten zurück. Die US-Medien und Experten auf der einen, Rodgers auf der anderen Seite.
So sagte der 39-jährige Spielmacher, der mit seinen Teams in all den Jahren zwölfmal die Play-offs erreichte (insgesamt 22 Partien mit einer Bilanz von 12:10 Siegen), im Anschluss an das Saison-Aus etwa: "Irgendwann stoppt das Karussell - und es ist Zeit auszusteigen." Sehr viel konkreter wurde der Routinier (insgesamt 230 Spiele, 475 Touchdowns und 105 Interceptions) jedoch nicht nicht. Vor einer fixen Entscheidung über seine Zukunft wolle er aber "die Emotionen rausnehmen". Zudem müsse auch das Team wissen, was es wolle.
Es folgten Aussagen, dass er sich noch einen Lauf auf das ganz große Ding sowie einen weiteren MVP-Titel nach den Jahren 2011, 2014, 2020 und 2021 zutraue. Doch, so Rodgers weiter: "Ist diese richtige Situation in Green Bay oder anderswo? Da bin ich nicht sicher."
In diesem Zuge kamen auch immer mehr Spekulationen auf, dass Green Bays General Manager Brian Gutekunst in Zusammenarbeit mit Head Coach Matt LaFleur gedanklich schon ohne "A-Rod" planen würde. Ein Trade wäre demzufolge denkbar, allerdings nicht innerhalb der National Football Conference (NFC), nur mit der American Football Conference (AFC). Preis: dem Vernehmen nach mindestens zwei First Round Picks.
Weiter ging es damit, dass sich Rodgers in der Dunkelheit einschloss, um tagelang in sich kehren zu können. Das sei eine "ziemlich coole Möglichkeit, ein wenig Selbstreflexion zu betreiben". Mit der Erkenntnis offenbar, sich einen Abschied aus der Käsestadt nun wirklich vorstellen zu können. Denn wie "ESPN" seit diesem Dienstag (Ortszeit) offiziell vermeldet, soll sich der Top-Quarterback schon mit den New York Jets aus der AFC East getroffen haben und Verhandlungen führen.
Und hier könnte es nun wirklich schnell gehen: Denn Rodgers selbst hatte immer mal betont, sich noch vor Beginn der Free Agency am 15. März entscheiden zu wollen. Und klar ist auch, dass die Jets nach den letztlich nicht zu einem Vollzug gebrachten Verhandlungen mit dem ehemaligen Raiders-Spielmacher Derek Carr (Wechsel zu den New Orleans Saints) weiter einen neuen Anführer suchen.
Sollten es am Ende wirklich die Jets werden, würde Rodgers denselben Weg gehen wie sein direkter Packers-Vorgänger und -Lehrmeister Brett Favre (1992 bis 2007, ebenfalls ein NFL-Titel) - und Green Bay seinerseits auf den 2020 in der ersten Draft-Runde geholten Jordan Love setzen. Das Vertrauen in den "Padawan" von Rodgers soll groß sein bei den Käsestädtern. Alles in allem muss aber erst die große Frage geklärt werden: Geht der einmalige Super-Bowl-Sieger nun wirklich zu den New York Jets?
mag