27.04.2023
Wo landen Young, Carter und Robinson?
Selten war die erste Runde des NFL-Drafts so unvorhersehbar wie in diesem Jahr. Was in der Nacht von Donnerstag auf Freitag passieren könnte - und was nicht.

Auch wenn zuletzt vermehrt Gerüchte rund um Kentucky-Prospect Will Levis aufkam, deutet vieles darauf hin, dass die Carolina Panthers mit dem First Overall Pick den Alabama-Quarterback Bryce Young picken werden. Dahinter allerdings könnte der Draft so richtig eröffnet werden: Quasi die gesamte Offseason lang stand kaum in Frage, dass auch die Houston Texans an Position zwei einen Spielmacher draften werden.
Das wird nun aber vielen Berichten zufolge nur passieren, wenn Young noch zu haben ist. Von allen anderen Quarterbacks soll Houston nicht überzeugt sein. Demnach könnten die Texans einen Pass Rusher (Will Anderson Jr. oder Tyree Wilson) auswählen - oder den Pick traden.
Neben Young und Levis gelten C.J. Stroud (Ohio State) und Anthony Richardson (Florida) als frühe Quarterback-Picks. Insgesamt vier hochveranlagte Spielmacher - aber gleich mehrere Teams, die zuschlagen könnten. Nach Carolina (und womöglich Houston) werden die an Nummer vier positionierten Indianapolis Colts höchstwahrscheinlich einen Quarterback auswählen, Gerüchten zufolge steht Levis in Indiana hoch im Kurs.
Dahinter sitzen mit den Seattle Seahawks (#5), Detroit Lions (#6), Las Vegas Raiders (#7) und Tennessee Titans (#11) vier Teams, die zwar schon einen Quarterback haben, womöglich aber um ein Upgrade bemüht sind. Sollte einer der vier Top-Spieler unerwartet fallen, wären auch Washington (#16) und Tampa Bay (#19) Kandidaten - eventuell via Uptrade. Später in der ersten Runde könnte unter Umständen auch Tennessee-Quarterback Hendon Hooker unterkommen. Dessen Problem: Mit 25 ist er für ein Draft-Prospect bereits sehr alt, zudem erholt er sich von einem Kreuzbandriss. Hooker wird immer wieder mit den Minnesota Vikings (#23) in Verbindung gebracht.
Der Defensive Tackle von den Georgia Bulldogs gilt unter vielen Experten als der sportlich beste Spieler im Draft. Dennoch ist seine Draft-Aktie in den letzten Wochen abgerutscht - vor allem wegen charakterlicher Bedenken. Im März wurde Carter wegen rücksichtslosem Fahren zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, bei seinem Pro Day zeigte er sich in körperlich schwacher Verfassung. Zudem weigerte er sich, Termine mit Teams außerhalb der Top 10 wahrzunehmen. Einige Franchises sollen den 22-Jährigen deshalb bereits von ihrem Draft Board gestrichen haben. Dennoch sollten spätestens die Chicago Bears (#9) oder Philadelphia Eagles (#10) zuschlagen - zu hoch ist die sportliche Qualität.
Einer der aufregendsten Spieler der Draft-Klasse ist zweifellos Bijan Robinson. Der 21-Jährige von den Texas Longhorns ist der vielleicht vielversprechendste Spieler der letzten Jahre auf seiner Position. Sein großes Problem: eben die Position. Robinson ist Running Back - und die werden seit Saquon Barkley 2018 nicht mehr hoch gepickt. Zu niedrig ist der Wert der Position in der heutigen NFL, zu kurz die Halbwertszeit einer Running-Back-Karriere. In der ersten Runde dürfte Robinson dennoch gepickt werden - aber wo? Im einstelligen Bereich gelten einzig die Atlanta Falcons (#8) als Kandidat, später im Draft gibt es Gerüchte rund um die L.A. Chargers (#21) und Dallas Cowboys (#27).
In erster Linie wohl eine entspanntere Draft-Nacht. Zunächst war spekuliert worden, dass der Trade erst während der ersten Runde über die Bühne gehen könnte. Nun haben beide Teams Planungssicherheit - und Green Bay einen Zweitrundenpick mehr. Das gibt den Packers womöglich das Draft-Kapital, um in der ersten Runde einen Uptrade zu bewerkstelligen. Seit 2002 haben die Packers keinen Wide Receiver mehr in der ersten Runde gezogen, nun gilt Jaxon Smith-Njigba (Ohio State) als heißer Kandidat. Um den zu bekommen, müsste Green Bay aber womöglich von Nummer 13 vor die Texans (#12) und Titans (#11) traden, die ebenfalls auf Receiver-Suche sind.
mib