02.05.2023
Erstrunden-Pick darf sich nach drei Jahren beweisen
Lange Zeit musste sich Jordan Love mit einem Platz auf der Bank der Green Bay Packers begnügen. Nun aber zog der langjährige Star-Quarterback Aaron Rodgers zu den Jets. Somit ist nun die Zeit des 24-Jährigen - besondere Vertragsverlängerung inklusive.

Im Jahr 1992 hatte ein gewisser Brett Favre (ein Super-Bowl-Sieg) die Rolle des Starting Quarterbacks bei den Green Bay Packers übernommen - und sie bis zur NFL-Saison 2007/08 behalten. Im Anschluss folgte Aaron Rodgers (ebenfalls ein großer Triumph mit "The Pack"). Nach drei Lehrjahren auf der Bank sollte sich der im Draft 2005 in der 1. Runde an 24. Stelle geholte neue "Gunslinger" als Glücksgriff erweisen, während Favre - nach angedeutetem Karriereende - Richtung New York Jets weitergezogen war.
In den jüngsten drei Jahren lernte nun auch Jordan Love auf der Bank vom Lehrmeister - und darf nun übernehmen, weil Rodgers wie einst eben Favre zu den Jets weitergezogen ist. Nach 31 Favre- und Rodgers-Jahren soll der Erstrunden-Pick des Drafts 2020 (26. Stelle) die Quarterback-Tradition erfolgreicher Packers-Spielmacher fortsetzen - und genießt dabei Vertrauen.
Das zeigte nun auch der Fakt, dass die Packers um General Manager Brian Gutekunst mit ihrem Schützling seinen nach der kommenden Saison auslaufenden Rookie-Vertrag vorzeitig verlängerten. Ein Deal, der für beide Seiten Sinn macht.
Doch der Reihe nach: Zunächst einmal spielt Love in der kommenden Regular Season in seinem letzten Rookie-Vertragsjahr für exakt 2.298.655 US-Dollar. Im Anschluss hätte Green Bay dann - wie bei Erstrunden-Picks üblich - die sogenannte "Fifth-year Option" für dann 20.272.000 US-Dollar ziehen können. Ein stolzer Betrag für einen Quarterback, dessen wirkliches Leistungsvermögen auf der großen NFL-Bühne noch immer nicht zu greifen ist - eben weil er stets nur Ersatz von Stammkraft Rodgers war.
Ein Spiel 2021 sowie weitere Kurzeinsätze mit insgesamt nur mageren 606 Yards und drei Touchdowns bei drei Interceptions sowie einem Fumble - mehr steht (noch) nicht für den gebürtigen Kalifornier (Bakersfield) zu Buche.
Die einjährige Vertragsverlängerung für die Spielzeit 2024/25 dient also auch der finanziellen Entlastung der Packers. Denn diese kostet "nur" garantierte 13,5 Millionen US-Dollar. Boni sind aber möglich, sodass Love im Falle von großartigen Leistungen bis zu 22,5 Mio. - also mehr als mit der "Fifth-year Option" - verdienen kann. Ein finanzieller Ansporn für den Rodgers-Nachfolger also und darüber hinaus eben die Absicherung, dass Green Bay im schlimmsten Fall (Love überzeugt 2023/24 nicht und würde ersetzt werden) nicht zu viel Geld ausgibt.
Denn letzten Endes hatte "The Pack" guten Grund, auf die Option zu verzichten. "Wir glauben an ihn, aber es ist eine Menge Geld für einen Spieler, der bisher kaum Einsatzzeit bekommen hat", sagte Boss Gutekunst vor wenigen Tagen auf einer Pressekonferenz.
mag