27.06.2023
Ursachen vielfältig
Den erst 2021 gegründeten und seit demselben Jahr in der European League of Football (ELF) vertretenen Leipzig Kings droht der plötzliche Rückzug. Das teilte das Franchise in einem langen Statement mit, welches auf ihrem offiziellen Instagram-Account veröffentlicht wurde.

In der Stellungnahme des Football-Teams aus Sachsen heißt es: "Schweren Herzens müssen wir heute leider mitteilen, dass wir trotz aller Bemühungen der letzten Monate den Spielbetrieb der Leipzig Kings mit hoher Wahrscheinlichkeit einstellen müssen."
Die Ursachen dafür seien vielfältig. Nicht zuletzt werden dem Vorbesitzer des Franchises "massive Versäumnisse" vorgeworfen, die "bis zum heutigen Zeitpunkt unsere Wahrnehmung bei vielen (Partner-)-Unternehmen massiv beeinflussen".
Nach nur einer Saison hatte sich Moritz Heisler zu Beginn des Jahres 2022 als einer der Teil-Gesellschafter in Leipzig engagiert und Özhan Altintas abgelöst. Seither seien über zwei Millionen Euro in den Spielbetrieb investiert worden. Dennoch sei "aus heutiger Sicht" nicht erkennbar, dass sich die Bedingungen in nächster Zeit bessern, sodass es auch "weiterhin an nachhaltigen Perspektiven" fehle.
Geholfen hat dabei beileibe auch nicht, dass sich einer der Hauptsponsoren kurz vor dem Start der Saison 2023 wegen "interner Revisionthemen" zurückgezogen habe, was dazu führt, dass der Verlust nicht durch die Gesellschafter aufgefangen werden könne. Ein diesbezüglich beantragtes Darlehen bei der ELF sei wegen "fehlender Sicherheit" abgelehnt worden.
Darüber hinaus seien auch "unzureichende Infrastruktur in der Region" sowie "das mangelnde Interesse in der Region an unserem Sport" zwei der Gründe, wieso die ELF künftig wohl mit einem Standort weniger fortfahren muss.
Wie es um die Leipzig Kings final steht, bleibt weiter ungewiss. Man arbeite zwar weiterhin "mit Hochdruck an einer Lösung, um auch die Saison 2023 erfolgreich abschließen zu können". Dass dieses Ziel erreicht wird, erscheint jedoch ganz aktuell erst einmal ungewiss und in weite Ferne gerückt zu sein.
Mittlerweile hat sich auch die Liga in einem offiziellen Statement zu der Situation und den Geschehnissen rund um Leipzig geäußert. Dort heißt es. "Wir sind am Dienstag von den Eigentümern der Leipzig Kings darüber informiert worden, dass der Rückzug aus der European League of Football erwogen wird. Wir bedauern diese Entwicklung sehr."
Dennoch arbeite man "im Dialog mit den Verantwortlichen in Leipzig und an der Seite von Partnern daran, den Spielbetrieb nicht nur kurzfristig zu sichern und eine gute Lösung für die Liga und ihre teilnehmenden Mannschaften zu finden. Wir glauben weiterhin fest an den Standort Leipzig."
Die Kings waren mit zwei Siegen und zwei Niederlagen in die aktuell laufende ELF-Saison gestartet. Zuletzt setzte es eine deutliche 14:47-Niederlage gegen den Meister des Vorjahres, die Vienna Vikings.
kon