29.10.2023
Rookie-Quarterback Levis mit Traumdebüt - Panthers holen ersten Sieg
In Woche 8 hat keines der 32 NFL-Teams spielfrei, was neun Duelle im frühen Sonntagsfenster bedeutete. Die Carolina Panthers sind nicht mehr sieglos, es gab einige Favoritensiege und die Minnesota Vikings bezahlten ihren Erfolg womöglich sehr teuer.

Eine Woche, bevor die Miami Dolphins in Frankfurt aufschlagen und sich mit den Chiefs messen, bekam es das Team von Head Coach Mike McDaniel mit dem Division-Rivalen aus New England zutun. Quarterback Tua Tagovailoa brachte 30 seiner 45 Versuche zum Mann und warf für 324 Yards und drei Touchdowns (eine Interception). Zudem lief Running Back Raheem Mostert einmal mit dem Ei in die Endzone. Die Patriots erzielten beim 31:17 in Florida zwei Touchdowns durch die Luft, zogen aber den letztlich kürzeren. Für Miami geht es nun mit Rückenwind nach Deutschland.
Der amtierende NFC-Champion aus Philadelphia lief beim Auswärtsspiel in Washington lange einem Rückstand hinterher, doch Quarterback Jalen Hurts führte seine Eagles selbst mit einem angeschlagenen Knie zum 38:31 und dem insgesamt siebten Saisonsieg (bei einer Niederlage). Am Ende standen für Hurts vier Touchdown-Pässe (keine Interception) in der Statistik. Auf Seiten der Commanders zeigte sich Spielmacher Sam Howell stark verbessert und sorgte dafür, dass sein Team lange in der Partie blieb. Der hochgelobte Eagles-Passrush brachte nur einen Sack zustande. Howell warf vier TDs, eine Interception und für beachtenswerte 397 Yards Raumgewinn.
Nach einem enttäuschenden 0:3-Start stehen die Vikings durch einen 24:10-Auswärtssieg in Green Bay mit einer soliden 4:4-Bilanz da. Und doch wirkt das Franchise aus Minnesota wohl am Scheideweg. Denn wie NFL-Insider Adam Shefter (ESPN) vermeldet, zog sich Quarterback Kirk Cousins einen Achillessehnenriss zu.
Diese schwere Verletzung stellt den weiteren Saisonverlauf der Vikings zur Disposition. Bei den Packers übernahm Fünftrunden-Pick Jarren Hall, doch ist das die langfristige Lösung für die Saisonziele? Plötzlich könnten die Vikes kurz vor der Trade-Deadline vom "Seller" zum "Buyer" werden. Nach dem Ausfall von Justin Jefferson ist Cousins' Verletzung der nächste große Rückschlag - und für den 35-Jährigen persönlich ebenfalls. Der Vertrag läuft zum Saisonende aus.

Des einen Leid ist oft des anderen Freud: So profitierte Will Levis von der Verletzung von Starting-Quarterback Ryan Tannenhill und könnte mit solchen Leistungen, wie die gegen die Falcons gezeigte, für eine Wachablösung in Tennessee sorgen. Der Zweitrunden-Pick des diesjährigen Talente-Drafts brachte beim 28:23-Sieg 19 Pässe zu seinen Mitspielern, vier davon in die Endzone. Damit ist Levis nach Marcus Mariota (ebenfalls Titans) und Fran Tarkenton (Vikings im Jahr 1961) der erst dritte Spieler der langen NFL-Historie, dem vier Touchdown-Pässe beim Debüt glückten. Atlantas Achterbahn-Saison geht dagegen weiter. Nach einem weiteren Fumble von Desmond Ridder übernahm erstmals Taylor Heinicke für das Franchise aus Georgia - ohne durchschlagenden Erfolg.
Die Carolina Panthers waren bis zu diesem Sonntag als einziges NFL-Team noch ohne Sieg. Vorbei. Denn beim knappen 15:13 gegen die Houston Texans gab es nach sechs Niederlagen endlich den ersten Sieg für Bryce Young und seine Kollegen. Der First-Overall-Pick aus dem Frühjahr bekam es hier mit dem Second-Overall-Pick dieser Klasse zu tun - doch ebenjener C.J. Stroud hatte in diesem Duell klar das Nachsehen. Eine besondere Note, wo sich die beiden jungen Quarterbacks schon so langen kennen und bereits in der High-School gegeneinander antraten. Nun, auf der großen NFL-Bühne, war es der erste Sieg für Young, der den Ball gut bewegen konnte und 235 Yards Raumgewinn mit seinem Arm erzielte.
Das Gegenteil eines Offensivspektakels lieferten sich die beiden New Yorker Teams. Bei den Giants startete erneut Ersatzmann Tyrod Taylor für den verletzten Daniel Jones. Doch eben jener Taylor musste mit einer Rippenverletzung ins Krankenhaus. So schlug die Stunde des dritten Quarterbacks Tommy DeVito.
Doch insgesamt gelang den G-Men im Passing Game überhaupt nichts: Am Ende standen sogar negative neun Yards zu Buche. Gegen die Jets konnte sich das Heimteam immerhin auf das Laufspiel (203 Yards) und die eigene Defense verlassen. Weil die Jets-Offense ebenfalls nicht glänzte, ging die Partie mit 10:10 in die Verlängerung, wo Jets-Kicker Greg Zuerlein den Sieg besorgte und man nun bei einer 4:3-Bilanz steht.
Was passiert, wenn Offense, Defense und Special Teams perfekt funktionieren, mussten die Rams in der ersten Halbzeit bei den Cowboys feststellen. Dallas scorte mit allen drei Abteilungen des Kaders und sorgte so zwischenzeitlich für eine 33:3-Führung. Die Texaner konnten dadurch in der zweiten Hälfte den Fuß ein wenig vom Gas nehmen und meldeten sich mit einem Sieg zurück aus der Bye-Week. Am Ende hieß es im AT&T-Stadium 43:20 für das Heimteam. Ein Novum in der NFL, denn exakt dieses Endergebnis gab es in über 16.000 NFL-Spielen nie.
mlr