vor 9 Stunden
Klatsche gegen die Cowboys
Die Philadelphia Eagles haben bei der 21:38-Niederlage gegen die Dallas Cowboys nicht nur ihre fünfte Pleite in Folge kassiert, sondern müssen sich erneut Sorgen um Running Back Saquon Barkley machen. Der 29-Jährige kehrte nach seiner Oberschenkelverletzung zwar erfolgreich zurück, hatte während der Partie allerdings zunehmend mit Rückenproblemen zu kämpfen.

Nach dem Spiel gab Barkley zumindest hinsichtlich seiner ursprünglichen Verletzung Entwarnung. Auch seine Rückenbeschwerden schätzt der Running Back nicht als langfristiges Problem ein. Ob er beim nächsten Spiel wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht, bleibt allerdings abzuwarten.
Nachdem Barkley die vergangenen beiden Spiele aufgrund einer Oberschenkelverletzung verpasst hatte, stand er gegen Dallas erstmals wieder auf dem Feld. Die Eagles hatten bereits im Vorfeld angekündigt, seine Einsatzzeit begrenzen zu wollen.
Trotzdem zeigte der Running Back unmittelbar, welchen Unterschied er für die Offensive machen kann. Bereits beim ersten Angriff der Eagles erzielte Barkley einen Acht-Yard-Touchdown-Lauf und brachte Philadelphia zwischenzeitlich mit 7:3 in Führung.
Insgesamt kam er bei nur sieben Läufen auf 62 Rushing Yards und einen Touchdown. Hinzu kamen zwei gefangene Pässe für neun Yards. Bemerkenswert war dabei seine ungewöhnliche Einsatzstatistik: Barkley stand lediglich bei neun offensiven Snaps auf dem Feld und erhielt bei jedem einzelnen Spielzug den Ball.
Damit war er laut den vorliegenden Daten der erste NFL-Starter innerhalb der vergangenen 20 Spielzeiten, der bei mindestens neun offensiven Snaps in einer Partie jedes Mal selbst den Ball bekam.
Die begrenzte Einsatzzeit hatte allerdings nicht ausschließlich mit seiner zuvor erlittenen Oberschenkelverletzung zu tun. Bereits im ersten Viertel zog sich Barkley bei einem 29-Yard-Lauf Rückenbeschwerden zu, die sich im weiteren Spielverlauf zunehmend verschlimmerten. Zwischenzeitlich musste er im medizinischen Zelt behandelt werden. Außerdem versuchte er, seine Muskulatur gemeinsam mit den Betreuern an der Seitenlinie zu lockern.
Schon unmittelbar nach seinem Touchdown im ersten Viertel hatte Barkley das Spielfeld verlassen und sich auf ein Ergometer an der Seitenlinie begeben.
Seinen letzten Snap absolvierte der Running Back schließlich im dritten Viertel. Danach kam er nicht mehr zum Einsatz. Trotz der Beschwerden zeigte sich Barkley nach dem Spiel zumindest mit dem Zustand seiner Oberschenkelmuskulatur zufrieden.
"Meinem Oberschenkel geht es hervorragend", erklärte er sinngemäß. Auch die Rückenprobleme dürften ihn seiner Einschätzung nach nicht langfristig außer Gefecht setzen. Eine endgültige Beurteilung überließ er allerdings dem medizinischen Personal.
Head Coach Nick Sirianni betonte nach der Begegnung, dass die Gesundheit seines Running Backs bei der Entscheidung über einen Einsatz stets an erster Stelle gestanden habe. "Wenn man in eine solche Situation geht, muss die Gesundheit des Spielers immer oberste Priorität haben", erklärte Sirianni. "Fühlt er sich bereit? Haben die Ärzte und Betreuer das Gefühl, dass er spielen kann? Wir waren heute der Meinung, dass das der Fall war. Aber natürlich wollten wir ihn genau beobachten."
Besonders Barkleys Bereitschaft, trotz seiner körperlichen Probleme für die Mannschaft aufzulaufen, beeindruckte den Trainer. "Er ist unglaublich hart im Nehmen. Er wollte für seine Mitspieler auf dem Feld stehen. Wahrscheinlich mussten wir ihn sogar bremsen. Wenn es nach ihm ginge, würde er jeden Spielzug absolvieren. So ist er als Mensch und Teamkollege, und das zeigt seine enorme Widerstandsfähigkeit."
Barkley selbst machte deutlich, wie schwer ihm die aktuelle Situation fällt. "Ich komme aus einer Denkweise, in der ich diesen Sport wirklich liebe. Und ich glaube, wenn man spielen kann, muss man seinen Körper manchmal bis an seine Grenzen bringen", erklärte er.
Allerdings müsse er derzeit feststellen, dass sein Körper nicht so reagiere, wie er es sich wünsche. "Ich versuche es, aber mein Körper reagiert momentan einfach nicht so, wie ich es gerne hätte. Das ist frustrierend, weil ich versuche, der bestmögliche Anführer zu sein. Und das ist schwierig, wenn man nicht auf dem Feld stehen und für seine Mannschaft Leistung bringen kann."
Für Philadelphia kommt die erneute Verletzungssorge zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Die Eagles müssen bereits auf mehrere Running Backs verzichten.
Will Shipley fällt mit einer Fußverletzung aus, Tank Bigsby steht aufgrund einer Bauchverletzung auf der Injured-Reserve-Liste und Carson Steele fehlt mit einer Schulterverletzung ebenfalls längerfristig.
Gegen Dallas verschärfte sich die Situation zusätzlich, als Dameon Pierce im vierten Viertel mit einer bislang nicht näher bezeichneten Verletzung ausschied.
Damit blieb den Eagles im Backfield zuletzt vor allem Elijah Mitchell, der erst für die Partie gegen die Cowboys aus dem Practice Squad in den aktiven Kader berufen worden war.
Für Barkley steht nun zunächst die weitere medizinische Untersuchung seiner Rückenbeschwerden im Mittelpunkt. Seine eigene Einschätzung fällt optimistisch aus, eine verbindliche Aussage über seinen nächsten Einsatz gibt es bislang jedoch nicht.
nkr