25.09.2026
Nach grandiosen Spielen
Kenneth Walker III ist innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Spieler der Kansas City Chiefs geworden. Nach zwei Spielen führt der Running Back alle Skill-Position-Spieler der NFL mit 369 All-Purpose Yards an - doch genau seine enorme Workload bereitet den Chiefs inzwischen Gedanken.

Head Coach Andy Reid möchte die Belastung seines Neuzugangs deshalb bereits gegen die Miami Dolphins "ein wenig" reduzieren. Helfen soll dabei Emmett Johnson, der sich zum Saisonstart ebenfalls für weitere Touches empfohlen hat.
Die Chiefs hatten Walker in der vergangenen Offseason als ihren größten Neuzugang in der Free Agency verpflichtet. Viel Eingewöhnungszeit benötigte der ehemalige Seahawks-Running-Back nicht.
Nach zwei Spielen steht Walker bereits bei 59 Touches. Damit teilt er sich mit Lions-Star Jahmyr Gibbs den NFL-Höchstwert unter allen Skill-Position-Spielern. Seine 369 All-Purpose Yards sind sogar alleinige Ligaspitze.
Besonders deutlich wurde seine Bedeutung beim Overtime-Erfolg gegen die Indianapolis Colts. Bereits weniger als 18 Stunden nach der Partie räumte Reid ein, dass Walker bislang stärker beansprucht wurde als ursprünglich vorgesehen.
Für Running Backs Coach DeMarco Murray ist die Produktion seines Schützlings allerdings keine Überraschung. "Wir können uns glücklich schätzen, ihn zu haben", erklärte Murray. "Er ist ein großartiger Leader und macht einen großartigen Job für uns. Er hat sich seit dem Frühjahr auf diese Belastung vorbereitet. Coach Reid stellt ein großartiges Training Camp zusammen und der Long-Drive-Drill ist hier legendär. Er hat den Ball sehr gerne."
Besonders seine Fähigkeit, Tackles zu brechen, macht Walker bislang zu einem Problem für gegnerische Defenses. Laut Next Gen Stats hat der Running Back nach zwei Spielen bereits 29 gebrochene Tackles verbucht. Gerade im Open Field gelingt es ihm immer wieder, aus eigentlich überschaubaren Plays zusätzliche Yards herauszuholen.
Kansas City will dennoch verhindern, dass die hohe Belastung über die gesamte Saison zum Problem wird. Die Chiefs besitzen mit Emmett Johnson schließlich eine weitere Option im Backfield. Der Rookie kommt nach seinen ersten beiden NFL-Spielen auf 103 All-Purpose Yards bei lediglich 14 Touches.
Offensive Coordinator Eric Bieniemy will Johnson allerdings nicht von heute auf morgen mit deutlich mehr Verantwortung überladen.
"Wir wollen weiterhin sicherstellen, dass wir unsere Rookies auf die richtige Art und Weise entwickeln", erklärte Bieniemy. "Emmetts Rolle soll im Laufe der Saison weiter wachsen. Was man bei der Entwicklung dieser jungen Spieler nicht machen möchte, ist, sie in eine Situation zu bringen, die ihnen schaden könnte. Man möchte, dass sie frei und selbstbewusst spielen."
Gegen Indianapolis lieferte Johnson bereits einen Vorgeschmack auf sein Potenzial. Bei einem kurzen Pass nahe der Line of Scrimmage ließ der Rookie drei Verteidiger ins Leere laufen beziehungsweise miteinander kollidieren und machte daraus einen Raumgewinn von zwölf Yards. Genau solche Plays könnten ihm zukünftig weitere Snaps hinter Walker einbringen.
Für Running Backs Coach Murray besteht die Herausforderung nun darin, Walker tatsächlich vom Feld zu nehmen. Denn solange der Running Back seinen Rhythmus findet und die Offense antreibt, fällt es dem Coaching Staff schwer, freiwillig auf ihn zu verzichten. "Ich möchte, dass Kenneth in seinen Rhythmus kommt, und dann ist es schwierig, ihn vom Feld zu nehmen", sagte Murray. "Aber Emmett macht einen großartigen Job und lernt immer noch dazu. Er wird weiterhin mehr Möglichkeiten bekommen. Ich muss einfach den Abzug drücken, Nummer 9 rausnehmen und Nummer 10 reinbringen."
Gegen Miami könnte diese Rollenverteilung erstmals deutlicher zu erkennen sein. Walker bleibt der klare Fixpunkt im Backfield der Chiefs. Nach 59 Touches in gerade einmal zwei Spielen wollen Reid und sein Coaching Staff allerdings verhindern, dass aus dem starken Saisonstart eine Belastung wird, die sich später im Jahr rächt.
Die Lösung könnte dabei direkt hinter Walker im Depth Chart stehen: Je mehr Vertrauen sich Johnson erarbeitet, desto leichter können die Chiefs ihren neuen Star-Running-Back für die entscheidenden Wochen der Saison frisch halten.
nkr