vor 12 Stunden
Star darf gehen
Der Kaderumbruch bei den Indianapolis Colts könnte das nächste prominente Opfer fordern. Nach den Abgängen von Quenton Nelson und DeForest Buckner ist das Franchise mittlerweile auch bereit, Star-Running-Back Jonathan Taylor abzugeben. Mehrere NFL-Teams sollen bereits konkrete Gespräche mit Indianapolis führen. Die Colts verlangen für ihren dreimaligen Pro Bowler allerdings eine erhebliche Gegenleistung.

Jonathan Taylor könnte die Indianapolis Colts noch vor der Trade Deadline verlassen. Obwohl der Running Back zuletzt ausdrücklich betont hatte, keinen Wechsel gefordert zu haben, zeigen sich die Colts inzwischen offen für einen Trade. Gleich fünf Mannschaften sollen Interesse am 27-Jährigen bekundet haben. Indianapolis erhofft sich im Gegenzug wertvolles Draft-Kapital für den begonnenen Neuaufbau.
Die Indianapolis Colts sind offenbar bereit, sich von Jonathan Taylor zu trennen. Nach übereinstimmenden Medienberichten führen die Verantwortlichen bereits aktive Trade-Gespräche mit mehreren NFL-Franchises.
Zu den interessierten Mannschaften sollen die Denver Broncos, Green Bay Packers, Minnesota Vikings, New York Giants und Seattle Seahawks gehören. Wie weit die jeweiligen Verhandlungen fortgeschritten sind, ist bislang nicht bekannt.
Dabei würden die Colts ihren Star-Running-Back grundsätzlich gerne behalten. Eigentümerin Carlie Irsay-Gordon soll sich in dieser Woche ausführlich mit Taylor über dessen Zukunft und die Neuausrichtung der Franchise ausgetauscht haben. Die Verantwortlichen wissen allerdings auch, welchen Gegenwert der dreimalige Pro Bowler auf dem Trade-Markt erzielen könnte.
Als Orientierung dient offenbar der Wechsel von Christian McCaffrey zu den San Francisco 49ers im Jahr 2022. Damals erhielt Carolina im Gegenzug Draft-Picks der zweiten, dritten, vierten und fünften Runde. Ein vergleichbares Paket sollen die Colts auch für Taylor anstreben.
Indianapolis hatte erst in der vergangenen Woche mit den Trades von Offensive Guard Quenton Nelson und Defensive Tackle DeForest Buckner für Aufsehen gesorgt. Im Gegenzug sicherte sich die Franchise einen Drittrunden- und einen Viertrundenpick für 2027 sowie einen Fünftrundenpick für 2028.
Auch Wide Receiver Josh Downs könnte die Colts verlassen. Der Passempfänger soll zuletzt selbst einen Trade gefordert haben. Indianapolis verlangt für ihn offenbar einen Gegenwert in Höhe eines Drittrundenpicks, würde Downs grundsätzlich aber ebenfalls gerne behalten.
Der Neuaufbau wird maßgeblich von Irsay-Gordon und Interims-General-Manager Ed Dodds vorangetrieben. Nach der jüngsten Niederlage gegen die Minnesota Vikings sollen interne Gespräche die Entscheidung beschleunigt haben, weitere etablierte Spieler gegen Draft-Kapital einzutauschen.
Noch am Donnerstag hatte Taylor ausdrücklich erklärt, dass er keinen Wechsel verlangt habe. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die wirtschaftlichen Entscheidungen der Franchise. "Ich bin immer stolz darauf, das Hufeisen zu tragen", sagte der Running Back mit Blick auf das Logo der Colts.
Dass seine Zukunft dennoch ungewiss ist, wollte er nicht ausschließen: "Ob es einem gefällt oder nicht, dieser Tag kann kommen. Vielleicht darf man für immer an einem Ort bleiben, aber man versteht auch die geschäftliche Seite."
Taylor steht noch bis einschließlich 2028 unter Vertrag. Für 2027 sind 15 Millionen Dollar und für 2028 weitere 9,46 Millionen Dollar vorgesehen. Einen Signing Bonus von 15 Millionen Dollar hat Indianapolis bereits vor der Saison ausgezahlt.
Sportlich gehört Taylor weiterhin zu den wichtigsten Spielern der Colts. Mit bislang 587 Rushing Yards und acht Rushing Touchdowns in dieser Saison zählt er erneut zu den produktivsten Running Backs der Liga. Seine acht Touchdowns bedeuten aktuell den geteilten NFL-Bestwert.
Mit insgesamt 8.185 Rushing Yards liegt Taylor außerdem auf dem zweiten Platz der ewigen Franchise-Bestenliste hinter Edgerrin James (9.226). Seine 77 Rushing Touchdowns sind bereits Colts-Rekord.
Trotz der laufenden Gespräche wird erwartet, dass Taylor am Sonntag gegen die Jacksonville Jaguars zum Einsatz kommt. Ob es möglicherweise einer seiner letzten Auftritte im Trikot der Colts sein wird, bleibt offen.
nkr