31.12.2025
Rookie Leonard übernimmt im Saisonfinale
Für die Indianapolis Colts geht eine außergewöhnliche Quarterback-Episode schneller zu Ende als gedacht. Im letzten Spiel der Saison setzt das Team nicht mehr auf Erfahrung, sondern auf Entwicklung - und beendet damit das überraschende Comeback von Philip Rivers endgültig.

Nach der Niederlage gegen die Jacksonville Jaguars und dem Aus im Playoffrennen haben die Indianapolis Colts eine klare Richtungsentscheidung getroffen. Im Saisonfinale bei den Houston Texans wird Rookie Riley Leonard erstmals als Starting Quarterback auflaufen. Der sechstrunden Pick aus Notre Dame übernimmt für Philip Rivers, der erst vor wenigen Wochen aus dem Ruhestand zurückgeholt worden war, um eine akute personelle Notlage zu überbrücken.
Rivers zweite NFL-Karriere endete damit nach nur drei Einsätzen. Der 44-Jährige war kurzfristig eingesprungen, nachdem sich Starter Daniel Jones schwer verletzt hatte und auch Anthony Richardson Sr. weiterhin auf Injured Reserve stand. Head Coach Shane Steichen setzte bewusst auf Rivers Erfahrung, Spielintelligenz und seine Vertrautheit mit dem System, doch der erhoffte sportliche Stabilisierungseffekt blieb aus. Indianapolis verlor alle drei Partien mit Rivers als Starter und schied am vergangenen Wochenende endgültig aus dem Playoffrennen aus.
Leonard war in dieser Phase bereits erstmals gefordert. Nach der Verletzung von Jones kam der Rookie beim Spiel in Jacksonville zu seinem bislang größten Einsatz, brachte 18 von 29 Pässen (62,1 Prozent) für 145 Yards an, warf keinen Touchdown und eine Interception und steuerte zusätzlich fünf Rushing Yards bei - ein vorsichtiger, aber lehrreicher Auftritt unter schwierigen Umständen.
Vor diesem Hintergrund entschieden sich die Colts nun gegen einen weiteren Einsatz des Routiniers und für einen klaren Blick nach vorn. Stattdessen soll Leonard im Saisonfinale wertvolle Spielpraxis sammeln. Für Steichen ist der Start des Rookies eine bewusste Investition in die Zukunft: Leonard erhält die Chance, sich erstmals über ein komplettes Spiel hinweg und unter regulären Bedingungen gegen eine der stärksten Defenses der Liga zu beweisen.
Rivers hatte zuletzt betont, jede Entscheidung der Organisation mitzutragen. Seine Bilanz im kurzen Comeback: 63 Prozent angekommene Pässe, 544 Yards, vier Touchdowns und drei Interceptions - solide Zahlen, jedoch ohne nachhaltigen Einfluss auf die Saisonentwicklung. Für Leonard beginnt dagegen ein neues Kapitel: Sein erster NFL-Start kommt ohne Playoffdruck, dafür mit maximaler Lernkurve.
mgs