vor 12 Stunden
Nach weiteren Verletzungen
Kehrt Tyreek Hill tatsächlich zu den Kansas City Chiefs zurück? Die Möglichkeit einer spektakulären Reunion gewinnt nach Week 4 deutlich an Brisanz. Nach Informationen aus dem Umfeld des Teams stehen die Chiefs weiterhin mit dem Free-Agent-Receiver und dessen Berater Drew Rosenhaus in Kontakt.

Der Zeitpunkt könnte kaum interessanter sein. Beim 30:27-Erfolg gegen die Las Vegas Raiders verletzten sich mit Tyquan Thornton und Rashee Rice gleich zwei wichtige Receiver. Vor allem Thornton droht länger auszufallen - und plötzlich könnte Hill für das ungeschlagene Team von Patrick Mahomes zu einer äußerst attraktiven Verstärkung werden.
Bereits vor den Verletzungen von Thornton und Rice hatten die Chiefs Interesse an einer Verpflichtung Hills gezeigt. Daran hat sich offenbar nichts geändert. "Wir sind weiterhin in Kontakt", erklärte eine Quelle aus dem Umfeld des Teams nach dem Sieg gegen Las Vegas mit Blick auf Hill und dessen Agenten Rosenhaus.
Eine Rückkehr nach Kansas City hätte für beide Seiten ihren Reiz. Hill kennt das System von Head Coach Andy Reid und spielte sechs Jahre gemeinsam mit Mahomes und Travis Kelce. In dieser Zeit erzielte er insgesamt 62 Touchdowns und entwickelte sich zu einem der gefährlichsten Playmaker der NFL.
Nach seiner Entlassung bei den Miami Dolphins im Februar ist der inzwischen zehnjährige NFL-Veteran Free Agent.
Noch ist allerdings offen, wann Hill tatsächlich wieder auf einem NFL-Feld stehen kann. Seine vergangene Saison endete vorzeitig, nachdem er sich in Week 4 das linke Knie ausgerenkt und dabei mehrere Bänder einschließlich des Kreuzbandes gerissen hatte.
In den vergangenen Wochen deutete sich jedoch an, dass seine Rückkehr näher rückt. Hill veröffentlichte mehrfach Videos, die ihn beim Route Running und Fangen von Pässen zeigen. Die Chiefs gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass der Receiver ein Comeback im November anpeilt.
Auch Hill selbst heizte die Spekulationen zuletzt an. "Es ist fast an der Zeit, von der Couch aufzustehen und wieder an die Arbeit zu gehen", schrieb der Receiver in der vergangenen Woche. Für Kansas City könnte dieses Comeback inzwischen zu einem wichtigen Thema werden.
Denn ausgerechnet beim vierten Sieg im vierten Saisonspiel wurde das Receiver Corps der Chiefs empfindlich getroffen. Thornton zog sich im Schlussviertel eine Luxation des linken Sprunggelenks zu. Die Verletzung ereignete sich ausgerechnet bei einem 55-Yard-Catch, als Raiders-Safety Treydan Stukes den Receiver von hinten zu Boden brachte. Thornton musste anschließend vom Feld gefahren werden.
Das Sprunggelenk wurde von den Teamärzten wieder eingerenkt. Thornton verließ das Stadion später auf Krücken und soll weiter untersucht werden. Kansas City rechnet zunächst auf unbestimmte Zeit nicht mit ihm.
Besonders bitter: Thornton hatte gegen Las Vegas das beste Spiel seiner NFL-Karriere gezeigt. Fünf Receptions für einen persönlichen Bestwert von 111 Yards und zwei Touchdowns machten ihn zu einem der entscheidenden Spieler beim 30:27-Erfolg. "Es ist hart, weil diese Jungs so viel Arbeit investieren", sagte Mahomes über seinen verletzten Mitspieler. "Ich war letztes Jahr selbst in dieser Situation. Ein Spielzug kann deine Saison verändern."
Thornton war nicht der einzige Receiver, der die Partie nicht beenden konnte. Rice verletzte sich bereits im ersten Quarter an der rechten Hamstring.
Nach einem kurzen 7-Yard-Catch geriet er beim Versuch zusätzlicher Yards ins Straucheln und lief anschließend ins Aus. Rice versuchte zunächst weiterzuspielen, ging später jedoch in die Kabine.
Bei ihm scheint die Situation weniger dramatisch zu sein. Reid vermittelte nach der Partie nicht den Eindruck einer schweren Verletzung. Rice wurde demnach vorsichtshalber aus dem Spiel genommen.
Dennoch trifft es ausgerechnet die beiden produktivsten Receiver der Chiefs. Thornton und Rice haben in den ersten vier Wochen zusammen 24 ihrer 31 Targets gefangen und daraus 409 Yards sowie drei Touchdowns gemacht.
nkr