28.09.2026
Rückschlag für Dallas
23 Sekunden, zwei Yards bis zur Endzone und die Chance auf den Sieg: Die Dallas Cowboys hatten beim 31:34 gegen die Baltimore Ravens im Maracanã von Rio de Janeiro alle Möglichkeiten, das Spiel selbst zu entscheiden. Was folgte, war ein Finish, das für Dallas kaum bitterer hätte laufen können.

Ein Incomplete Pass, ein folgenschwerer False Start und ein verpasster Touchdown sorgten dafür, dass sich die Cowboys mit dem Field Goal zum Ausgleich begnügen mussten. Sieben Sekunden blieben auf der Uhr - mehr brauchten Lamar Jackson und die Ravens nicht.
90 Sekunden vor Schluss gerieten die Cowboys zunächst unter Druck. Lamar Jackson fand Rookie-Tight-End Matt Hibner bei 3rd-and-Goal für einen 2-Yard-Touchdown. Baltimore übernahm mit 31:28 die Führung, Dallas bekam den Ball mit 1:30 Minuten auf der Uhr zurück.
Dak Prescott lieferte zunächst die passende Antwort. Drei Completions für insgesamt 36 Yards und zwei eigene Scrambles für neun weitere Yards brachten die Cowboys über das Feld. Eine Pass Interference gegen Ravens-Cornerback Nate Wiggins erledigte schließlich den Rest. Plötzlich stand Dallas bei noch 23 Sekunden mit 1st-and-Goal an der 2-Yard-Linie der Ravens - nur zwei Yards vom möglichen Sieg entfernt.
Dallas hatte die perfekte Ausgangsposition, konnte sie aber nicht nutzen. Prescott versuchte es bei 1st-and-Goal zunächst mit einem Fade auf George Pickens, der unvollständig blieb. Anschließend folgte der Fehler, der die Situation schlagartig veränderte: Tight End Luke Schoonmaker bewegte sich zu früh und kassierte einen False Start.
Die Fünf-Yard-Strafe machte aus 2nd-and-Goal an der 2 ein 2nd-and-Goal an der 7. Prescott versuchte anschließend selbst, einen Teil der verlorenen Yards zurückzuholen, kam mit seinem Scramble allerdings nur zwei Yards weit. Dallas nahm bei noch 14 Sekunden sein letztes Timeout.
Damit blieb noch ein Versuch, bevor das Field Goal praktisch zur Pflicht wurde. Bei 3rd-and-Goal fand Prescott keine Möglichkeit und warf den Ball weg. Aus der großen Chance auf den spielentscheidenden Touchdown wurden lediglich drei Punkte.
Brandon Aubrey erledigte seinen Job und verwandelte aus 23 Yards zum 31:31. Noch sieben Sekunden standen auf der Uhr - eine Ausgangslage, die stark nach Overtime aussah. Baltimore hatte allerdings andere Pläne.
Nach dem Touchback starteten die Ravens an der eigenen 35-Yard-Linie. Jackson brauchte genau einen Pass. Der zweimalige MVP fand Zay Flowers für 27 Yards und brachte Baltimore bis an die 38-Yard-Linie der Cowboys. Bei einer verbleibenden Sekunde nahmen die Ravens ihr Timeout und bekamen tatsächlich noch die Chance auf den Sieg.
Baltimore schickte Tyler Loop auf das Feld. 56 Yards trennten die Ravens noch vom Sieg - und der Kicker lieferte. Loop verwandelte das Field Goal zum 34:31 und entschied damit die Partie mit auslaufender Uhr.
Innerhalb von sieben Sekunden hatten die Ravens aus einem vermeintlich bevorstehenden Gang in die Overtime doch noch einen Sieg gemacht. Für Dallas wurde dagegen eine Sequenz zum Albtraum, die nur 23 Sekunden zuvor kaum besser hätte aussehen können.
Dabei war es weniger schlechtes Clock Management, das Dallas den möglichen Sieg kostete. Die Cowboys hatten schlicht die Gelegenheit, das Spiel selbst zu entscheiden, und nutzten sie nicht. Bei 23 Sekunden Restzeit standen sie mit 1st-and-Goal an der gegnerischen 2-Yard-Linie.
Ein Touchdown hätte Baltimore vor eine völlig andere Aufgabe gestellt. Stattdessen folgten ein Incomplete Pass, Schoonmakers False Start, ein kurzer Prescott-Scramble und schließlich der Throwaway bei 3rd-and-Goal. Dallas bekam nur drei Punkte und ließ den Ravens damit überhaupt noch eine letzte Chance.
Baltimore brauchte anschließend nur einen offensiven Spielzug, um in Field-Goal-Reichweite zu kommen. Aus zwei Yards zum möglichen Sieg wurden für die Cowboys so innerhalb weniger Sekunden ein 27-Yard-Pass von Jackson auf Flowers und ein 56-Yard-Field-Goal von Loop zum bitteren Knockout.
nkr