10.10.2026
Zum Start der Saison
Die NFL-Saison 2026 ist erst wenige Wochen alt, doch bei einigen Teams läuft längst nicht alles nach Plan. Während manche Offensiven kaum in Gang kommen, werden andere Mannschaften von ihrer eigenen Defense ausgebremst.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass selbst ambitionierte Teams mit erheblichen Problemen kämpfen. Bei den Chargers und Eagles fehlt der Offense die nötige Konstanz, während die Abwehrreihen von Houston, Dallas und Detroit zu viele Schwächen offenbaren. Auch in Minnesota und Green Bay bleiben große Fragezeichen.
Die Zusammenarbeit zwischen Quarterback Justin Herbert und Offensive Coordinator Mike McDaniel sollte die Chargers auf ein neues offensives Niveau heben. Stattdessen steht Los Angeles nach vier Spieltagen noch ohne Sieg da. Die Offense findet kaum einen Rhythmus und produziert zu viele Fehler.
Herbert kommt bislang auf vier Touchdown-Pässe bei sechs Interceptions. Seine Completion Percentage liegt bei nur 59,7 Prozent. Hinzu kommen vier Fumbles. Gleichzeitig verschärfen die Probleme in der Offensive Line die Situation. Die Chargers müssen dringend Lösungen finden, um diese Saison noch zu retten.

Die Houston Texans galten vor der Saison als eines der Teams mit einer besonders starken Defense. Nach vier Spieltagen ist davon allerdings wenig zu sehen. Houston kassiert durchschnittlich 343,8 Yards und 27,3 Punkte pro Partie. Bei den zugelassenen Punkten gehört das Team damit zum unteren Ende der Liga.
Die Texans erlaubten bereits 17 Passspielzüge über mindestens 20 Yards. Nur die Detroit Lions sind in dieser Kategorie noch schlechter. Hinzu kommen wiederkehrende Kommunikationsfehler und verpasste Chancen, gegnerische Angriffe zu stoppen. Head Coach DeMeco Ryans reagierte bereits und übernahm die Verantwortung für das Playcalling der Defense wieder selbst. Der Saisonstart mit vier Niederlagen macht deutlich, wie groß der Handlungsbedarf ist.

Die Minnesota Vikings stehen nach vier Spieltagen ungeschlagen da. Trotzdem gehört ihre Offense zu den größten Sorgenkindern der Liga. Die Mannschaft verdankt ihren erfolgreichen Saisonstart vor allem einer überragenden Defense und einem zuverlässigen Kicker. Offensiv fehlt es dagegen an Durchschlagskraft.
Nach den ersten vier Partien hatte Minnesota lediglich sieben Touchdowns erzielt. Für ein Team mit einer Bilanz von 4-0 ist das ein ungewöhnlich niedriger Wert. Die Vikings gewannen sogar zwei Spiele, ohne selbst einen offensiven Touchdown zu erzielen. Solange die Offense nicht konstanter punktet, wird es schwierig, den erfolgreichen Saisonstart gegen stärkere Gegner zu bestätigen.

Bei den Dallas Cowboys ist die Defense bislang ein großes Problem. Nach vier Spieltagen ließ die Einheit durchschnittlich 395,4 Yards pro Partie zu. Das bedeutete Rang 31 in der NFL. Besonders dramatisch sieht es gegen den Lauf aus: Mit durchschnittlich 168,4 zugelassenen Rushing Yards pro Spiel steht Dallas am Ende der Liga.
Wie anfällig die Abwehr ist, zeigte sich auch beim Thursday-Night-Spiel gegen Tampa Bay. Die Cowboys ließen unter anderem einen explosiven Lauf von Bucky Irving über 72 Yards zu. Insgesamt offenbarten sich erneut Probleme beim Tackling und in der Abstimmung. Solche Fehler sind schwer zu kompensieren, selbst wenn die eigene Offense genügend Punkte erzielt. Dallas muss defensiv deutlich stabiler werden, um seine Ambitionen in dieser Saison aufrechtzuerhalten.

Bei den Detroit Lions läuft defensiv bislang fast nichts zusammen. Die Mannschaft lässt nach vier Spieltagen durchschnittlich 423,8 Yards und 31,8 Punkte pro Partie zu. Ein wesentlicher Faktor sind die massiven Verletzungsprobleme in der Secondary. Mit Brian Branch und Kerby Joseph fehlen wichtige Safeties, dazu kommen die Ausfälle auf Cornerback.
Defensive Coordinator Kelvin Sheppard steht dadurch vor einem grundsätzlichen Problem. Eigentlich ist seine Defense für eine aggressive Man Coverage bekannt, bei der die Verteidiger ihre direkten Gegenspieler eng decken. Mit dem aktuell verfügbaren Personal lässt sich dieser Ansatz allerdings nur schwer umsetzen. Detroit setzt deshalb deutlich häufiger auf Zone Coverage, bei der die Verteidiger bestimmte Bereiche des Feldes absichern.
Der Systemwechsel bringt bislang allerdings nicht den erhofften Erfolg. Die Lions haben zunehmend Schwierigkeiten, die komplexeren Aufgaben in der Zonenverteidigung sauber umzusetzen. Abstimmungsfehler, verpasste Zuordnungen und Probleme in der Kommunikation machen es gegnerischen Offensiven zu leicht, große Raumgewinne zu erzielen. Sheppard muss eine Lösung finden, die besser zum vorhandenen Personal passt. Denn solange die Secondary weder in Man noch in Zone zuverlässig funktioniert, bleibt die Defense die schlechteste der Liga.

Bei den Green Bay Packers sollte das Laufspiel eigentlich eine wichtige Ergänzung zum Passangriff von Jordan Love sein. Bislang erfüllt es diese Aufgabe kaum. Nach vier Spieltagen standen lediglich 232 Rushing Yards bei 73 Laufversuchen zu Buche. Das entspricht einem Durchschnitt von 3,2 Yards pro Versuch. Einen Rushing Touchdown hat Green Bay noch nicht erzielt.
Zwar steigerten sich die Packers gegen Tampa Bay auf ihren bisherigen Saisonbestwert von 98 Rushing Yards. Ein Durchbruch war das allerdings noch nicht. Solange das Laufspiel kaum Raumgewinn produziert, können sich gegnerische Defenses stärker auf den Pass konzentrieren. Green Bay braucht mehr Konstanz am Boden, um Jordan Love zu entlasten und die eigene Offense schwerer ausrechenbar zu machen.

Bei den Philadelphia Eagles häufen sich die Probleme offensiv. Die Niederlage gegen die Los Angeles Rams war dabei ein neuer Tiefpunkt. Philadelphia kam lediglich auf 172 Total Yards und verwandelte keinen einzigen seiner zwölf Third Downs. Über mehrere Angriffe hinweg gelang es der Offense nicht, entscheidende Situationen erfolgreich zu lösen.
Quarterback Jalen Hurts beendete die Partie mit lediglich 68 Net Passing Yards. Allerdings muss auch die Personalsituation berücksichtigt werden: Mehrere wichtige Spieler fehlten, und Running Back Saquon Barkley verließ das Spiel frühzeitig verletzt. Das erklärt einen Teil der schwachen Leistung, ändert aber nichts daran, dass Philadelphia offensiv dringend Antworten braucht. Die Mannschaft muss wieder längere Drives aufbauen und ihre Chancen konsequenter nutzen.

Bei den Tampa Bay Buccaneers liegt das größere Problem nicht in der Defense, sondern im Angriff. Vor Week 4 rangierte Tampa Bay mit durchschnittlich 279,3 Yards auf Platz 27 der Total Offense. Gleichzeitig gehörte der Schutz des Quarterbacks zu den größten Schwachstellen: Die Bucs ließen bis dahin ligaweit die meisten Sacks pro Passversuch zu.
Die Verletzung von Baker Mayfield verschärfte die Situation zusätzlich. Gegen Green Bay musste Rookie Jalon Daniels bei seinem ersten NFL-Start Verantwortung übernehmen. Er warf zwar einen Touchdown-Pass, leistete sich aber auch zwei Interceptions. Der spätere Sieg gegen Dallas war ein wichtiger Erfolg, doch die Offensive muss weiterhin beweisen, dass sie über mehrere Spiele hinweg konstant funktionieren kann. Vor allem der Schutz des Quarterbacks und die Umsetzung in entscheidenden Situationen bleiben wichtige Baustellen.
par