22.09.2026
NFL-Kolumne von Adrian Franke
Nach den ersten beiden Spielen herrscht bei einigen Teams bereits Alarmstufe Dunkelgelb. Manche Teams sind wenig überraschend mit zwei Niederlagen gestartet, andere haben sich den Auftakt ganz anders vorgestellt. Adrian Franke analysiert alle 0-2-Teams und gibt seine Prognose für die weitere Saison.

Es gibt dieses Phänomen im Football in der Art und Weise, wie wir Spieler bewerten und betrachten. Ein Phänomen, das einerseits nachvollziehbar ist, andererseits aber auch Frustpotenzial mitbringt, weil es die Wahrnehmung zu sehr verzerren kann. Gemeint ist die Art und Weise, wie Erfolge und Misserfolge in den Playoffs das Bild von Quarterbacks prägen.
Quarterbacks, die in der Postseason über mehrere Jahre nicht weit kommen, oder dort gar schlechte Spiele abliefern, werden in der allgemeinen Wahrnehmung deutlich herabgestuft. Und das soll gar nicht als generelle Kritik verstanden werden. In den Playoffs zu gewinnen muss eine erhöhte Priorität genießen, ganz besonders in der Betrachtung von Franchise Quarterbacks über einen langen Zeitraum.
Der Fehler, der hier aber häufiger passiert, ist, dass das, was in der Regular Season passiert ist, zu häufig vergessen wird. Ein Quarterback, der eine Offense mit gravierenden Problemen in die Playoffs gebracht hat, oder der eine horrend schlechte Defense bis in die Postseason mitgeschleppt hat, wird trotzdem daran gemessen werden, was er in den Playoffs schafft. Oder eben nicht schafft.
Zwei der prominentesten Beispiele dafür aus den letzten 25 Jahren sind Peyton Manning und Matthew Stafford. Vier von Mannings ersten sechs Playoff-Teilnahmen endeten nach nur einem Spiel. Inklusive einer 0:41-Niederlage in einem Wildcard-Spiel gegen die Jets, in dem Manning nicht einmal die Hälfte seiner Pässe anbrachte und zwei Interceptions warf. Sein siebter Playoff-Anlauf endete mit dem Super-Bowl-Triumph gegen die Bears, nachdem er auch endlich Bill Belichick und Tom Brady zum ersten Mal in den Playoffs hatte schlagen können.
Stafford verbrachte die ersten zwölf Jahre seiner Karriere in Detroit. Dreimal schaffte er es mit den Lions in die Playoffs, jedes Mal war nach einem Spiel Schluss. Für ihn brach der Bann erst nach dem Wechsel zu den Rams, mit denen er den Super Bowl holte und alle seine bis dato sieben Postseason-Siege feierte.
Justin Herbert steht bislang ebenfalls bei drei Playoff-Teilnahmen mit jeweils drei Niederlagen. Da war der epische Chargers-Kollaps gegen die Jaguars, als Jacksonville einen 0:27-Rückstand noch drehte. 2024 warf Herbert vier Interceptions gegen die Texans, während seine Offensive Line in ihre Einzelteile zerlegt wurde. Und in der vergangenen Postseason verabschiedete man sich sang- und klanglos mit einem 3:16 gegen die Patriots in die Offseason. Herbert kassierte sechs Sacks, verlor einen Fumble und kam auf lediglich 159 Passing Yards.

Um das klar zu sagen: Das soll hier nicht die große "Wir sprechen Justin Herbert von aller Schuld frei"-Argumentation werden. Herbert war nicht gut gegen die Texans, er war vor allem nicht gut gegen die Patriots. Die offensiven Umstände waren schwierig, in beiden Fällen aber kann man problemlos argumentieren, dass er sein jeweils schlechtestes Saisonspiel in den Playoffs ablieferte. Das ist eine valide Kritik.
Das zu ändern war das Ziel für die Chargers in dieser Saison. Unter dem neuen Offensive Coordinator Mike McDaniel sollte die Offense endlich den Sprung machen, den Herberts individuelle Leistungen über die letzten Jahre vermeintlich schon angedeutet haben. Im Zusammenspiel mit McDaniels Fähigkeit, Explosivität in die Offense zu bringen, sollte die Offense ins Top-Tier springen.
So viel zur Theorie.
Die Realität? Die Chargers hatten den einfachsten Part ihres Schedules zum Start - und haben den komplett in den Sand gesetzt. Nach Niederlagen gegen die Cardinals und die Raiders warten als nächstes die Bills, Seahawks, Broncos, Chiefs, Rams, Texans und Ravens. Und die Offense ist die größte Enttäuschung in der NFL.
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Die Interior Offensive Line ist eine der schwächsten ligaweit. Im Run Game fehlt jegliche Kreativität, sowie die Fähigkeit, Omarion Hampton regelmäßig mit Tempo aufs zweite Level der Defense zu bringen. Receiver laufen Hot Routes falsch, Protection-Zuteilungen stimmen nicht, Snaps werden vermasselt. Das Timing ist unsauber und Receiver haben hanebüchene Drops. Wie, allein am vergangenen Sonntag, der von Njoku zur Interception, der von Quentin Johnston oder diese Absurdität, bei welcher der Mitspieler mal eben den Catch klaut, um den Ball dann fallen zu lassen.
McDaniels Offense sieht über die ersten beiden Wochen so aus, als hätten die Chargers sie erst am Samstag vor dem Spiel installiert. Während überall in der NFL neue Coaches ihren Offenses direkt zum Start eine klare Handschrift geben konnten - nicht zuletzt Mike LaFleur in Arizona und Klint Kubiak in Las Vegas - ist die Handschrift der Chargers-Offense in erster Linie: Slapstick.
Die Chargers haben es ganz offensichtlich in der Offseason und spezifisch im Training Camp nicht geschafft, die Offense vernünftig einzustudieren. Das ist ein riesiges Problem. Denn selbst wenn sie hier die Kurve im Laufe der nächsten Wochen noch bekommen: Jetzt haben sie kaum noch Spielraum für Fehler, während die Defense nicht so stark ist wie letztes Jahr. Einzig gegen den Run überzeugen sie auf der Seite des Balls. Und den Chargers läuft die Zeit in dieser Saison davon.
Los Angeles hat mit seiner Offseason alles darauf gesetzt, dass Mike McDaniel die Offense auf ein Level heben kann, dass individuelle Schwachstellen und defensive Regression kompensiert werden. Das Gegenteil ist bisher der Fall. Zusätzlich dazu, dass sich Center Tyler Biadasz noch vor Saisonstart schwer verletzt hat und die Receiver-Gruppe abermals nicht nennenswert verbessert wurde.
Das führt zurück zu Herbert. Der nun doch wieder derjenige ist, der offensive Probleme kaschieren muss und gleichzeitig ein Opfer ebenjener Probleme ist. Durch Drops, durch falsche Routes, durch Protection-Probleme, durch ein unzuverlässiges Run Game. Und das ohne den wohlwollenden Puffer einiger guter Playoff-Runs im Hinterkopf.
Es ist eine ermüdende Diskussion geworden. Das desolate Auftreten der Offense in jedem einzelnen Mannschaftsteil machte positive Resultate in den ersten beiden Saisonspielen nahezu unmöglich. Hätte Herbert noch mehr machen können, hat er in seiner Karriere schon bessere Spiele gemacht als zum Start dieser Saison? Ja, definitiv. Aber das macht vielleicht zehn Prozent der offensiven Probleme der Chargers aus.
2026 sollte die Saison werden, in der die Diskrepanz zwischen Herberts individuellen Leistungen und dem offensiven Output nicht mehr durch den Kontext der schlechten Umstände erklärt werden muss. Das genaue Gegenteil ist der Fall, und unabhängig davon, ob man Herbert in der Quarterback-Landschaft deshalb ein paar Plätze tiefer einsortiert: Viel wichtiger ist die Frage, wie weit es für die Chargers mit ihrer aktuellen Führungsriege gehen kann.
Manche Teams fühlen sich schon während der Saisonvorbereitung "off" an. Das ist natürlich eine gänzlich subjektive Wahrnehmung, doch die Bucs waren dieses Jahr so ein Team für mich. Das Team wirkte unruhig und brachte gravierende Ungewissheiten für die weitere Zukunft mit, selbst unabhängig von den sportlichen Fragezeichen.
Das änderte sich auch nur bedingt, als Baker Mayfield schließlich doch noch ganz spät seinen neuen Vertrag erhielt. Denn auch wenn damit ein großes Fragezeichen noch vor Saisonstart adressiert wurde, standen doch eine ganze Menge anderer Themen im Raum.
Etwa die Tatsache, dass Head Coach Todd Bowles bereits im Vorjahr angezählt gewirkt hat. Dass der Locker Room, im Vorjahr schon ein kritisches Thema, in Person von Mike Evans und Lavonte David essenzielle Säulen verloren hatte. Oder auch rein sportlich, dass weder Mayfield, noch Bowles' Defense in der zweiten Saisonhälfte des Vorjahres einen sonderlich guten Eindruck hinterlassen hatten.
Die ersten Eindrücke der neuen Saison legen nahe, dass der Versuch, die gleiche Strategie weiter zu fahren, zu den gleichen Resultaten führen wird: Einer Offense, die sehr von den drastischen Höhen und Tiefen ihres Quarterbacks abhängt und einer Defense, die entschieden zu löchrig daherkommt.
Das betrifft in erster Linie die Coverage in der Mitte des Feldes. Linebacker ist problematisch, Cornerback ist schon längst keine Stärke mehr und selbst die Dinge, bei denen man eine Verbesserung erwarten konnte - der Pass Rush in etwa - bleiben hinter den Erwartungen zurück.
Die andere Seite des Balls ist die Achterbahnfahrt. Das Duell mit den Bengals in Woche 1 war ein Mikrokosmos dieser Thematik: Auf der einen Seite sah man hier all die negativen Aspekte, die unnötigen Turnover, Mayfields mitunter viel zu riskanter Spielstil, die Inkonstanz im Run Game. Auf der anderen Seite sah man aber auch, wie sich die Offense in so ein Spiel noch rein arbeiten und dann punkten kann.
Das Fazit nach der Niederlage gegen Cleveland fällt sehr viel negativer aus. Nicht nur, dass die Defense das vielleicht beste Spiel überhaupt von Deshaun Watson im Trikot der Browns zuließ. Die Offense konnte den Ball über weite Teile so gar nicht bewegen.
Eine meiner vielen Fragen bei den Bucs im Vorfeld der Saison war: Wie würde Mayfields risikofreudige Spielweise ohne diesen klaren Fixpunkt in Person von Mike Evans funktionieren? Nachdem wir letztes Jahr, während Evans ausfiel, einen eher unschönen Vorgeschmack darauf bekommen hatten, war hier Skepsis angebracht. Und die scheint sich nach den ersten beiden Spielen zu bestätigen.
Was zu einem ernüchternden Zwischenfazit in Form dieser Prognose führt: Die Bucs haben zu lange an Todd Bowles und diesem ganzen Setup festgehalten. Und das betrifft womöglich auch Mayfield selbst, dessen Vertragsverlängerung sich schnell als Fehler entpuppen könnte.
Vielleicht wäre die vergangene Offseason der richtige Moment für einen radikaleren Neustart gewesen. Die Bucs haben sich für das Gegenteil entschieden. Bisher bekommen sie die Resultate, die man nach dieser Entscheidung befürchten musste.
Houston Texans (Niederlagen gegen Bills und Bengals)
Zwei Spiele, zwei sehr unterschiedliche Gesichter dieses Texans-Teams. Der alles in allem offensiv sehr positive Saisonauftakt gegen die Bills sorgte für allgemeine Hoffnung: Ist die Offense endlich repariert? Haben die Texans endlich ein funktionales Run Game? Kann C.J. Stroud den nächsten Schritt machen, auf den sie in Houston seit zwei Jahren warten?
Das ist die Gefahr mit Woche 1: Man weiß nie, welche Erkenntnisse hier wirklich Bestand haben werden, und welche sich schnell als Trugschluss erweisen.
Nimmt man Houstons Duell mit den Bengals am vergangenen Sonntag mit dazu, dann bekommt man das Bild der Houston Texans, an das wir uns über die letzten beiden Jahre gewöhnt haben.
Hier konnten die Texans den Ball doch wieder nicht laufen, und ohne den verletzten Nico Collins war deutlich sichtbar, wie zahnlos die Offense ohne ihren Top-Receiver ist. Genau wie sichtbar war, dass die Defense der eigenen Offense an einem normalen Tag viele Chancen geben wird, ein Spiel noch zu gewinnen. Also alles wie gehabt in Houston.
Prognose: Trotz 0-2 eine Chance auf den Division-Titel
Indianapolis Colts (Niederlagen gegen Ravens und Chiefs)
Das Auftaktprogramm hätte nicht viel härter sein können, dementsprechend muss man bei den Colts hier die Perspektive ein wenig anpassen. Die Ravens gingen als ein Team mit legitimen Titelambitionen in diese Saison. Und die Chiefs sehen offensiv - in erster Linie getrieben durch das Run Game - zum Start der Saison bereits ausgesprochen gefährlich aus.
In dem Fall, so ehrlich muss man sein, sind das zwei Teams, die nur bedingt als Standortbestimmung für dieses Colts-Team funktionieren. Das ist schlicht nicht das Level, auf dem sich Indianapolis dieses Jahr bewegen wird, und umso beachtlicher ist es, wie die Colts gegen Kansas City mithielten.
Gegen Baltimore wirkte die Defensive Line gegen den Run überfordert. Das mag gegen die Ravens auch anderen Teams passieren, wiederholte sich aus Colts-Sicht aber auch gegen Kansas City. Gleichzeitig gab die Offense hier Antworten, Daniel Jones und Co. sahen in Woche 2 trotz einer frühen Verletzung von Alec Pierce wieder deutlich runder aus und erinnerten phasenweise gar an die eigene Vorjahresversion.
Die Colts waren ein Team, bei dem man zurecht fragen konnte: Wo wurde Indianapolis besser? Ohne Michael Pittman adäquat zu ersetzen, ohne Upgrades für die Defense und während Daniel Jones von einem Achillessehnenriss zurückkommt. Pierce wird jetzt wohl länger fehlen. Nächsten Sonntag geht es gegen die Texans, danach wartet Washington. Houston ist im Moment schlagbar, doch gelingt das nicht, sind vielleicht doch die Commanders eher das Team, das für Indianapolis dieses Jahr als greifbare Standortbestimmung funktioniert.
Prognose: Top-12-Pick
Tennessee Titans (Niederlagen gegen Jets und Eagles)
Das 20:24 gegen die Eagles für sich betrachtet war völlig in Ordnung. Die Eagles sind ein signifikant besseres Team und stehen, auch in puncto Erwartungshaltung, an einem gänzlich anderen Punkt als die Titans, die gerade mit neuem Coaching Staff und einem Second-Year-Quarterback mehr oder weniger neu beginnen. Und die Titans hatten Philadelphia am Rande einer Niederlage. Cam Ward spielte deutlich besser als im ersten Spiel, die Defense hielt die Partie eng, das Run Game sah besser aus, offensiv kamen die Big Plays.
Doch dann war da eben auch noch der Auftritt in Woche 1. Eine 13-Punkte-Niederlage gegen die Jets in einem Spiel, das kurz vor Schluss 23:3 stand und nur durch einen Garbage-Time-Touchdown noch ein wenig besser aussieht. Und die Jets, im Gegensatz zu den Eagles, sind schon deutlich eher ein Maßstab für das, was man von den Titans erwarten können sollte.
Dieser erste Test war ernüchternd. Nicht nur, dass die Titans gegen ein Team, das sich in ihrer Reichweite bewegen sollte, relativ chancenlos waren. Die Offense wirkte unkoordiniert, die Defensive Line war gegen die Jets deutlich unterlegen. Das Eagles-Spiel war verglichen damit ein deutlicher Fortschritt und gibt Hoffnung, dass der Trend sich in eine positive Richtung bewegen kann. Konstanz müssen wir von diesem Team aber erst einmal sehen.
Prognose: Top-10-Pick
Washington Commanders (Niederlagen gegen Eagles und Cowboys)
Auch bei den Commanders kann man trotz zweier Niederlagen zum Start in die Saison einige positive Beobachtungen festhalten - auch wenn alles erst einmal durch die erneute Verletzung von Jayden Daniels überschattet wird. Der könnte jetzt abermals vier Wochen, vielleicht länger, ausfallen.
Das Passing Game hatte beim Saisonauftakt gegen die Eagles einige positive Phasen. Wenn Daniels aus einer sauberen Pocket den Ball verteilen kann, feuert er noch immer sehenswerte Bälle über die Mitte, auch in enge Fenster. Stefon Diggs ist ein relevanter Faktor, genau wie Rookie Antonio Williams.
Doch die Offensive Line, spezifisch vom Center bis zum Left Tackle, ist alles andere als sattelfest. Das ist nicht unbedingt überraschend, wenn man seinen Star-Tackle Laremy Tunsil noch vor Saisonstart verletzungsbedingt verliert, aber es wird sowohl den Floor als auch das mögliche Potenzial dieser neuen Offense einschränken.
Die Defense hat mich gegen die Eagles und auch gegen die Cowboys, vor allem was die Run-Defense angeht, positiv überrascht. Jetzt wird aber viel mehr kommen müssen.
Prognose: Top-8-Pick
Atlanta Falcons (Niederlagen gegen Steelers und Panthers)
Die ersten Saisoneindrücke können immer trügerisch sein. Zusätzlich schwierig wird es, wenn man dann noch eine so unmögliche Quarterback-Situation hat: In der Tua Tagovailoa das interne Duell zu verlieren schien, noch bevor Michael Penix überhaupt fit war. Vor Woche 1 verletzte sich dann auch Tua selbst und das führte zu zwei Spielen mit Cooper Rush. Rush musste gegen die Panthers auch noch hinter einer dezimierten Offensive Line agieren und spielte dabei so schlecht, dass er am Ende gebenched wurde.
Kurzum: Meine Erwartungshaltung bei den Falcons war ohnehin sehr gedämpft, aber die bisherige Saison lässt kaum vernünftige Schlüsse zu. Man darf davon ausgehen, dass es mit Penix, der am Donnerstagabend sein Debüt geben wird, besser aussehen wird.
Wie gut? Das ist eine andere Frage. Die Defense war im ersten Spiel gegen Pittsburgh eine positive Überraschung, ich erwarte dennoch eine sehr zähe Falcons-Saison, in der wenigstens Kevin Stefanski mit besserem Quarterback Play für etwas mehr Stabilität sorgen können sollte. Aber auch nicht viel mehr.
Prognose: Top-5-Pick
Miami Dolphins (Niederlagen gegen Raiders und 49ers)
Es ist nicht ganz leicht, bei den Dolphins so wirklich enttäuscht zu sein. Das war auf dem Papier der offensichtlich schwächste Kader in der NFL, der das erste Jahr eines Rebuilds markiert. Und das ist erst einmal in Ordnung, weil eine klare Strategie dahinter steht, deren Ergebnisse sich erst in den nächsten zwei Jahren stärker offenbaren werden.
Die Auftaktniederlage gegen Las Vegas ließ sogar defensiv ein wenig hoffen. Insbesondere die defensive Front hatte ein gutes Spiel und zeigte mehr Schlagkraft als im Vorfeld vermutet. Gegen San Francisco war davon nicht viel zu sehen.
Die Offense dagegen sucht noch ihre Identität. Die sollte im Run Game liegen, dafür aber muss die Line besser spielen. Bislang sind De'Von Achane und Malik Willis nicht das dynamische Duo, das man sich erhofft hatte. Passiert das noch im Laufe der Saison, wird Miami auch hier und da ein Spiel gewinnen. Viele werden es aber nicht sein.
Prognose: Top-3-Pick
Adrian Franke