09.07.2025
Interessensvertretung gegründet
In der European League of Football rumpelt es im fünften Jahr so heftig wie nie zuvor. Acht Teams gründen nun eine Interessensvertretung und gehen auf Kollisionskurs mit der Ligaführung. Sogar eine Abspaltung steht im Raum.

Es brodelt derzeit heftig in der European League of Football. Während die sportliche Kluft zwischen den Teams zunehmend größer wird, könnte es nun zum offenen Bruch einiger Teams mit der Führung um Commissioner Patrick Esume kommen.
Am vergangenen Wochenende machte eine Mitteilung, die von acht der 16 Teams unterzeichnet war, die Runde. Dort wurde die Gründung der European Football Alliance, kurz EFA, verkündet. "Diese Allianz wurde mit einem gemeinsamen Ziel gegründet: die Qualität, Nachhaltigkeit und Sichtbarkeit des Tackle Football in ganz Europa zu verbessern", heißt es dort.
Dementsprechend wollen Frankfurt Galaxy, Rhein Fire, Madrid Bravos, Paris Musketeers, Tirol Raiders, Vienna Vikings, Prague Lions und die Wroclaw Panthers nun mit der Interessensvertretung den Druck auf die Verantwortlichen erhöhen. "Die Ligaführung ist weit hinter den Erwartungen und Versprechungen zurück geblieben, handelt intransparent und an den Mannschaften vorbei", teilt die EFA auf kicker-Nachfrage mit.
Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: "Die Ligaführung vertritt nur eigene Interessen, aber nicht die Interessen der Mannschaften. Das hat bei diversen Teams zu finanziellen Schieflagen geführt." Die EFA prangert dabei an, dass die Liga in den zentral gesteuerten Bereichen Merchandising, Marketing, Reisen und Medien unterperformt hat. Auch finanzielles Missmanagement, schlechte Kommunikation und fehlende Transparenz bemängelt sie.
Diese Vorwürfe lässt die Liga nicht auf sich sitzen. "In nur fünf Jahren haben wir Strukturen geschaffen, die es zuvor nicht einmal im Ansatz so gegeben hat", teilt die ELF auf kicker-Anfrage mit. "Die ELF hat internationale Strahlkraft, ein starkes Partnernetzwerk und wird von Football-Fans auf der ganzen Welt verfolgt."
Gleichzeitig weist sie daraufhin, dass sie immer noch ein Start-up ist und "es läuft zwangsläufig nicht in allen Bereichen perfekt". Daher erklärt sie auch: "Die Liga ist regelmäßig im Austausch mit Vertretern aller Franchisen, nimmt Kritik sehr ernst und setzt sich damit auseinander, ist immer offen für konstruktive Gespräche und arbeitet kontinuierlich daran, die Prozesse zu optimieren."
Bereits kurz vor dem Finale im vergangenen Jahr hatte sich Kritik geregt. Mit der Gründung der Franchise Football Association hatten elf der damals 17 Franchises ihren Unmut verlauten lassen. Aus dieser Gruppen fehlen nun die Barcelona Dragons und Milano Seamen, die beide nicht mehr in der ELF vertreten sind, sowie die Fehervar Enthroners.
Dabei könnten sich schon bald noch weitere Teams der EFA anschließen. "Die Resonanz ist bei eigentlich allen Teams positiv ausgefallen, außer natürlich bei den Teams, bei denen die Ligaführung unmittelbar oder mittelbar beteiligt bzw. involviert ist", teilt sie mit und ergänzt, "die EFA wird sehr zeitnah weitere Beitritte verkünden, hier werden lokal noch die rechtlichen Bedingungen abschließend geprüft."
Auf Anfrage wollte sich Stuttgart Surge nicht zu einem Beitritt der EFA äußern. "Wir möchten uns als Franchise auf die Saison 2025 konzentrieren", teilt sie mit. Derweil haben die anderen Teams auf eine kicker-Anfrage bisher nicht reagiert.
Dennoch wächst der Druck auf Esume und Geschäftsführer Zeljko Karajica. Schließlich könnte es gar zu einer Spaltung der Liga kommen. "Die Mitglieder der EFA sind sich einig, dass wir in der aktuellen Konstellation 2026 nicht mehr spielen werden. Entweder die Liga erfüllt, was man versprochen hat, und zeigt zukünftig Transparenz, oder es wird 2026 einen alternativen Weg geben", erklärt die EFA.
Das möchten die Liga-Verantwortlichen möglichst verhindern. "Das Ziel der ELF bleibt es, gemeinsam mit allen Beteiligten den Football in Europa nachhaltig voranzubringen", erklären sie.
smu