vor 6 Stunden
Neues Team, alter Rivale
Scrimmage im Mittelpunkt. Mit Quenton Nelson und Jeffery Simmons begegnen sich zwei Spieler, die erst kürzlich per Trade zu ihren neuen Teams wechselten. Besonders spannend wird dabei die Situation in Seattles Offensive Line: Grey Zabel muss erstmals in seiner NFL-Karriere auf der rechten Guard-Position ran.

Zwei namhafte Neuzugänge, ein direktes Wiedersehen und eine ungewohnte Aufgabe für Seattle: Das Aufeinandertreffen der Seahawks und Bears verspricht auch an der Line of Scrimmage einiges. Während Quenton Nelson seinen neuen Quarterback schützen soll, muss Grey Zabel erstmals auf NFL-Niveau als Right Guard ran. Für Jeffery Simmons könnte sich dadurch eine besondere Gelegenheit ergeben.
Dass die Bears für Simmons gleich zwei Erstrundenpicks investierten, kommt nicht von ungefähr. Der Defensive Tackle gehörte bereits in Tennessee zu den dominantesten Spielern auf seiner Position. Vor dem Wechsel nach Chicago sammelte er in sieben Saisonspielen vier Sacks und 28 Pressures. Damit führte er laut Next Gen Stats alle Defensive Tackles bei den Quarterback-Pressures an. Auch gegen den Lauf ist Simmons ein entscheidender Faktor: 21 Run Stops machten ihn zu einem der effektivsten Spieler der Liga.
Für die Seahawks wird es deshalb vor allem darum gehen, Simmons möglichst früh aus dem Spiel zu nehmen. Dabei wartet mit Quenton Nelson ein durchaus vertrauter Gegenspieler. Beide kennen sich aus ihren gemeinsamen Jahren in der AFC South bestens. Nelson stand bei den Colts regelmäßig Simmons und den Titans gegenüber. Dass er nun ausgerechnet bei seinem Debüt für Seattle erneut auf den Defensive Tackle trifft, dürfte ihm durchaus bekannt vorkommen.
Für Seattle ist die Verpflichtung des achtfachen Pro Bowlers ein klares Upgrade. Nelson gehörte auch 2026 zu den besten Guards der Liga. Nach den ersten sieben Spieltagen lag seine Pass-Blocking-Grade bei 81,9 und seine Run-Blocking-Grade bei 82,3. Lediglich sechs Pressures ließ er in 275 Pass-Blocking-Snaps zu.

Gerade gegen einen Spieler wie Simmons dürfte diese Erfahrung entscheidend sein. Nelson bringt nicht nur die nötige Kraft mit, um den Defensive Tackle aufzuhalten, sondern auch die Erfahrung, dessen Bewegungen zu lesen. Allerdings muss sich auch der Routinier erst in seine neue Umgebung einfinden. Es ist sein erstes Spiel für Seattle, die Abstimmung mit dem restlichen Team muss entsprechend schnell funktionieren.
Die Verpflichtung Nelsons hat allerdings auch Folgen für die restliche Offensive Line. Grey Zabel, der bislang als Left Guard auflief, rückt auf die rechte Guard-Position. Ganz neu ist diese Aufgabe für den jungen Lineman zwar nicht: Am College bei North Dakota State spielte er ebenfalls bereits auf dieser Position. In der NFL hat er bislang allerdings ausschließlich als Left Guard agiert.

Genau darin könnte eine Chance für Chicago liegen. Denn Zabel bekommt es nun mit einer veränderten Perspektive und neuen Abstimmungsabläufen zu tun. Gerade gegen einen so physisch starken Defensive Tackle wie Simmons können kleine Unsicherheiten bei der Fußarbeit, Handplatzierung oder Kommunikation entscheidend werden.
Hinzu kommt, dass Seattle mit Charles Cross auf seinen etatmäßigen Left Tackle verzichten muss. Josh Jones soll ihn ersetzen. Damit steht die Offensive Line gleich an zwei Positionen vor einer neuen Konstellation.
Für die Bears ergibt sich damit eine interessante Ausgangslage. Simmons kann nicht nur versuchen, sich im direkten Duell gegen Nelson durchzusetzen, sondern auch die veränderte rechte Seite der Seahawks-Line unter Druck setzen. Gerade mit seiner Kombination aus Explosivität, Kraft und Pass-Rush-Technik kann er einem unerfahreneren Gegenspieler große Probleme bereiten.
Allerdings sollte Seattle Zabel nicht unterschätzen. Der 24-Jährige hat bereits auf mehreren Positionen der Offensive Line gespielt und bekommt mit Nelson einen der besten Guards der Liga an seine Seite gestellt.
Das Duell zwischen Simmons und Nelson verspricht bereits für sich genommen jede Menge Intensität. Doch während Nelson versuchen wird, seinen alten Rivalen erneut in Schach zu halten, könnte Zabel zum entscheidenden Faktor werden. Die Umstellung auf Right Guard bietet Chicago eine mögliche Schwachstelle - und Simmons besitzt definitiv die Qualität, diese auszunutzen.
par