26.11.2025
Vikings bleiben auf Kurs
Die Vienna Vikings haben sich mit der Verpflichtung von ELF-Meistercoach Jordan Neuman sportlich früh für 2026 aufgestellt - und müssen gleichzeitig auf eine unklare Liga-Landschaft reagieren. Eigentümer Robin Lumsden zeigte sich dabei überzeugt, dass eine tragfähige, langfristige Liga entsteht, die Teams finanziell unabhängiger machen soll.

Neuman kommt als amtierender ELF-Champion nach Wien, nachdem Stuttgart Surge einen Insolvenzantrag gestellt hat. Der 42-Jährige nannte die Situation in Stuttgart "eine sehr traurige Geschichte" und sagte, man habe "schon gesehen, es funktioniert leider nicht mehr".
Seit einigen Tagen arbeiten die Vikings zudem mit einem neuen General Manager: Max Paatz übernahm die operative Führung in Wien. Auf die Frage nach der neuen Liga ab 2026 blieb er öffentlich zurückhaltend - und setzte den Ton dennoch klar: "Wir machen 'business as usual'. Wir lassen uns durch die ganze Liga-Diskussion nicht aus dem Tritt bringen", erklärte Paatz.
Im Hintergrund ist die Lage weiter angespannt. Eine Gruppe von Franchises, darunter die Vikings, kündigte bereits an, ab 2026 nicht mehr in der ELF antreten zu wollen und sich stattdessen in der EFA zu organisieren, die eine neue europäische Meisterschaft aufsetzen will.
Vikings-Eigentümer Robin Lumsden trat gleichzeitig Stimmen entgegen, die das neue Projekt früh abschreiben. "In Wirklichkeit arbeiten sehr viele im Hintergrund zusammen an einer richtig guten langfristigen Liga", sagte Lumsden - entscheidend seien Strukturen, die "langfristig den Teams finanzielle Unabhängigkeit" sichern. Seine Leitlinie: Teams sollen "unabhängig von Mäzenen und Einzelpersonen funktionieren und ein Unternehmen werden, das sich selbst trägt".
Der Insolvenzantrag in Stuttgart zeigt dabei, wie stark die Unsicherheit rund um den Spielbetrieb 2026 wirtschaftlich wirkt: Surge-Geschäftsführer Suni Musa nannte fehlende Planungssicherheit und ausstehende verbindliche Vereinbarungen als zentralen Grund für den Schritt.
mhh, APA