vor 13 Stunden
Verheerende Probleme
Die Detroit Lions haben nach der 26:32-Niederlage gegen die Carolina Panthers vor allem defensiv ein Problem. Head Coach Dan Campbell fand nach dem nächsten schwachen Auftritt seiner Defense deutliche Worte und machte klar, dass die bisherige Leistung seinen Ansprüchen nicht genügt.

Besonders bitter: Detroit produzierte offensiv 452 Yards und Jared Goff warf für 412 Yards. Trotzdem reichte es nicht zum Sieg. Carolina fand gegen die Lions-Defense nahezu über das gesamte Spiel Antworten - allen voran Bryce Young und Tetairoa McMillan.
Campbell verzichtete nach der Partie auf Beschönigungen. Angesprochen auf die Probleme seiner Defense und insbesondere der Passverteidigung brachte der Head Coach seine Einschätzung deutlich auf den Punkt. "Im Moment ist das einfach nicht gut genug. Das ist das Fazit. Es reicht schlichtweg nicht aus", erklärte Campbell nach der Niederlage.
Wie groß die Probleme sind, zeigte Carolina eindrucksvoll. Young komplettierte 29 seiner 41 Pässe für 329 Yards, zwei Touchdowns und keine Interception. Sein Passer Rating lag bei 110,7. Beide Touchdowns gingen an McMillan, der mit 14 Receptions für 192 Yards einen Karrierebestwert aufstellte.
Dabei waren die Panthers selbst personell angeschlagen. Unter anderem fehlten mit Jalen Coker und Xavier Legette zwei wichtige Receiver. Detroit bekam Carolinas Passing Game trotzdem nicht unter Kontrolle.
Campbells Reaktion besteht allerdings nicht darin, unmittelbar einzelne Spieler aus der Starting Lineup zu nehmen. Stattdessen soll sich die Herangehensweise der Defense verändern. "Wir müssen zusehen, dass wir defensiv Turnovers kreieren. Das muss ab jetzt unser Erfolgsrezept sein", forderte der Lions-Coach.
Die Probleme sind dabei nicht erst gegen Carolina entstanden. Bereits vor dem Duell gehörte Detroit statistisch zu den schwächsten Defenses der NFL. Nach drei Spielen erlaubten die Lions 416,7 Yards und 31,7 Punkte pro Partie.
Gegen Carolina folgte der nächste Rückschlag. Neben Young und McMillan bekam Detroit auch Chuba Hubbard nicht in den Griff. Der Running Back lief bei 20 Carries für 122 Yards und zwei Touchdowns. Die Panthers punkteten nach einem Punt beim ersten Ballbesitz bei ihren folgenden sechs Drives in Serie.
Doch Campbell nahm nicht nur seine Defense in die Pflicht. Auch offensiv sah der Head Coach trotz Goffs beeindruckender Yard-Zahl genügend Probleme. "Wir müssen mehr Punkte erzielen und effizienter agieren als bisher. Wir sind extrem schleppend ins Spiel gestartet. Am Ende hatten wir zwei dicke Möglichkeiten, das Spiel zu drehen, und haben es nicht zu Ende gebracht", erklärte Campbell.
Genau darin lag Detroits Problem. Goff komplettierte 32 von 52 Pässen für 412 Yards, einen Touchdown und keine Interception. Zwischen den 20-Yard-Linien bewegten die Lions den Ball immer wieder erfolgreich, in der Red Zone fehlte jedoch die Konsequenz.
Detroit musste sich mit vier Field Goals von Jake Bates begnügen und erzielte lediglich zwei Touchdowns. Besonders schmerzhaft wurde es im Schlussviertel: Beim Stand von 19:32 erreichten die Lions die 15-Yard-Linie der Panthers, handelten sich anschließend jedoch zwei Strafen ein und scheiterten schließlich bei Fourth Down.
Aufgegeben hatte sich Detroit damit noch nicht. Goff fand Sam LaPorta 3:38 Minuten vor Schluss für einen 8-Yard-Touchdown und verkürzte auf 26:32. Die Defense erzwang anschließend tatsächlich noch einmal einen Punt.
Damit bekam Goff 2:06 Minuten vor dem Ende noch eine letzte Gelegenheit. Detroit startete an der eigenen 13-Yard-Linie und brauchte einen Touchdown für die mögliche Wende.
Doch ausgerechnet jetzt kam die Offense nicht mehr vom Fleck. Goff wurde gesackt, beim entscheidenden vierten Versuch fehlten Isaac TeSlaa schließlich zwei Yards zum neuen First Down.
So standen am Ende 412 Passing Yards auf dem Statistikbogen - aber eben auch nur 26 Punkte und die zweite Saisonniederlage. Detroit steht nach vier Spielen bei 2-2. Und Campbells Botschaft nach dem nächsten defensiven Rückschlag könnte kaum deutlicher sein: So reicht es für die Lions nicht.
nkr