31.07.2025
Heimvorteil auf dem Weg nach LA
Die kontaktlose Variante des American Football ist auf dem Vormarsch - und der nächste große Meilenstein steht fest: Die Flag-Football-Weltmeisterschaft 2026 wird in Deutschland ausgetragen.

Genauer Austragungsort wird der Flag-Football-Komplex in Düsseldorf-Garath sein. Damit wird die Sportart nicht nur weiter aufgewertet, sondern auch direkt auf olympischen Kurs gebracht, denn 2028 feiert Flag Football seine Premiere bei den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles.
"Dies ist ein aufregender Moment. Düsseldorf und die Region haben eine lange Geschichte mit American Football. Es ist der perfekte Ort, um zwei Jahre vor dem olympischen Debüt in Los Angeles eine Weltmeisterschaft auszurichten", sagt Pierre Trochet, Präsident der International Federation of American Football (IFAF).
Für Deutschland - und speziell für Düsseldorf - ist die WM ein echter Coup: ein globales Spitzenevent in einer aufstrebenden Sportart, wenige Jahre vor der Olympia-Premiere 2028. Trochet betont: "Im Flag Football sprechen wir von 20 Millionen Spielerinnen und Spielern in über 100 Ländern. Es ist eine der am schnellsten wachsenden Sportarten der Welt."
Für Bastian Becker, Director Sports bei D.Live und Projektleiter der Flag-Football-WM in Düsseldorf, ist die Entscheidung naheliegend: "Düsseldorf ist American-Football-Hauptstadt. Das zeigt auch die Historie - wir haben mit den Düsseldorf Panthers den ältesten Tackle-Football-Verein Europas. Dazu kommen viel Expertise, große Fanbases und das professionellste Flag-Football-Projekt Deutschlands mit den Düsseldorf Firecats. Da ist die WM einfach der nächste große, aber auch konsequente Schritt."
Der neue Flag-Football-Komplex in Düsseldorf-Garath, gebaut in Kooperation mit dem NFL-Team der New England Patriots, bietet mit zwei speziell angelegten Plätzen perfekte Bedingungen. Einer der Plätze ist dem im Großraum Düsseldorf geborenen Sebastian Vollmer gewidmet. Der ehemalige NFL-Profi konnte mit den New England Patriots zwei Super Bowls gewinnen.
Bei den Spielerinnen und Spielern der deutschen Nationalmannschaften löst die Heim-WM große Begeisterung aus. "Ich kann es kaum fassen, dass das jetzt passiert. In Deutschland gibt es so viele Fans, und den Support im Hintergrund zu haben - das wird unfassbar. Das wird ein Ereignis im Leben, das man nur einmal hat", beschreibt Quarterback Mona Stevens ihre Gefühlslage.
Auch ihre Nationalmannschaftskollegin Pia Schwarz freut sich auf das Heimturnier: "Für mich ist das natürlich ein Riesending. Die WM ist nicht nur in Deutschland, sondern in meiner Heimatstadt Düsseldorf. Das ist etwas ganz Besonderes."
Für Luca Bultmann, Cornerback der Herren-Nationalmannschaft und Spieler der Düsseldorf Firecats, wird es besonders emotional: "Die WM auf den Plätzen zu haben, auf denen man jede Woche trainiert, ist einfach unglaublich cool."
Auch sportlich haben sich die Nationalteams für die Heim-WM einiges vorgenommen. "Die Weltmeisterschaft ist der erste Schritt Richtung Olympia - da müssen wir auf jeden Fall ein Statement setzen", erklärt Mona Stevens.
Bevor 2026 die Weltmeisterschaft in Deutschland steigt, steht Ende September noch die Europameisterschaft in Paris an. Dort wollen beide Nationalteams ein Zeichen setzen. "Europameister!", bringt Stevens ohne Umschweife das Ziel auf den Punkt. "Wir sind gut eingespielt. Wir spielen in diesem Kader schon zwei bis drei Jahre zusammen - jetzt geht es ans Feintuning."
Auch bei den Herren ist die Marschrichtung klar. "2023 sind wir Europameister geworden - das wollen wir wiederholen", sagt Bultmann. Zunächst steht für die Nationalmannschaft noch ein gemeinsames Trainingslager in Salzburg auf dem Programm. Gemeinsam mit Österreich, Frankreich und der Schweiz bereitet sich das AFVD-Team auf die EM. Danach wird der Kader von 20 auf zwölf Mann reduziert.
Flag Football steuert auf spannende Jahre zu mit zahlreichen Highlights: Anfang August finden die deutsche Meisterschaft in Dresden statt, im September folgt die EM in Paris. 2026 steht mit der Heim-WM in Düsseldorf das nächste große Highlight an, bevor 2028 das olympische Debüt in Los Angeles wartet. Die Richtung ist klar: Flag Football ist gekommen, um zu bleiben.
Valentin Rödiger