27.01.2026
Neuer Boss für Washingtons Defense
Mit der Entlassung von Joe Whitt Jr. war klar, dass in Washington ein Neustart in der Defense ansteht - US-Berichten zufolge steht der neue Mann nun fest. Daronte Jones bringt Erfahrungen aus College, CFL und mehreren NFL-Stationen mit und soll der schwächelnden Commanders-Defense 2026 eine neue Identität geben.

Whitt Jr. war bereits zur Saisonmitte seiner Play-Calling-Aufgaben enthoben worden, nach dem Ende der desaströsen Spielzeit 2025 folgte dann die offizielle Trennung vom ehemaligen DC. Die Zahlen sprachen eine deutliche Sprache: Washington (5-12) stellte die schwächste Defense der NFL, belegte Platz 32 bei zugelassenen Yards und Rang 27 bei den Punkten pro Spiel.
Auch Offensive Coordinator Kliff Kingsbury musste gehen. Als Ersatz für diesen wurde bereits vor rund zwei Wochen David Blough befördert. Head Coach Dan Quinn startet damit 2026 mit zwei neuen Coordinators - beide ohne vorherige NFL-Erfahrung als primäre Play-Caller. Für die Defense soll nun Daronte Jones Verantwortung übernehmen.
Jones ist 47 Jahre alt und kommt aus Capitol Heights, Maryland - mit seinem neuen Job kehrt er also in seine Heimatregion zurück. Zuletzt arbeitete er vier Jahre bei den Minnesota Vikings, davon drei Saisons zusätzlich als Defensive Passing Game Coordinator unter Brian Flores. Seine bislang einzige Erfahrung als Defensive Coordinator sammelte er 2021 im College Football bei LSU.
Jones’ Coaching-Karriere begann 2001 als Graduate Assistant bei Lenoir-Rhyne. Es folgten Jahre an Highschools, kleineren Colleges und schließlich der Durchbruch im größeren College Football: 2010 wurde er Cornerbacks Coach an der UCLA. Weitere Stationen in der CFL und im College-Bereich schlossen sich an, ehe 2016 der Einstieg in die NFL gelang - zunächst als Assistant DBs Coach bei den Miami Dolphins.
Danach coachte Jones die Cornerbacks der Cincinnati Bengals und absolvierte zwei separate Stints bei den Vikings, insgesamt fünf Jahre. In Minnesota war er Teil einer Defense, die unter Brian Flores ligaweit zu den effizientesten Einheiten zählte - besonders in den Bereichen Passverteidigung, Red-Zone-Defense sowie bei Interceptions und Pass-Breakups.
In Washington wartet nun eine der größten Herausforderungen der Liga. Die Commanders ließen 2025 im Schnitt 26,5 Punkte pro Spiel zu, auch die Run-Defense rangierte im unteren Ligadrittel. Der fehlende Druck in den Trenches setzte die Secondary dauerhaft unter Stress - ein Teufelskreis, der sich über die gesamte Saison zog.
Entsprechend wird vor 2026 mit einem tiefgreifenden Umbau gerechnet: neues Personal, neue Rollen, ein klareres Scheme. Jones soll dabei helfen, wieder zu einer aggressiven, turnover-orientierten Defense zurückzufinden - ganz im Sinne von Dan Quinns Grundphilosophie.
Noch ist nicht abschließend geklärt, ob Jones selbst die defensiven Plays callen wird oder ob Quinn - wie zeitweise 2025 - diese Aufgabe erneut übernimmt. Fest steht jedoch: Jones galt in diesem Hiring-Zyklus als einer der gefragtesten Defensiv-Coaches, führte laut ESPN fünf Interviews und überzeugte mit klaren Ideen und starker Präsentation.
Für die Commanders ist seine Verpflichtung vor allem eines: ein Hoffnungsschimmer. Die Hoffnung, dass ein lokal verwurzelter Coach mit frischem Blick und moderner Defensiv-DNA eine Einheit stabilisiert, die 2025 tief gefallen ist - und Washingtons Defense Schritt für Schritt zurück in Richtung Wettbewerbsfähigkeit führt.
mhh