07.03.2026
Gehaltsobergrenze
In der NFL gibt es eine Gehaltsobergrenze, die Salary Cap genannt wird. Dadurch wird verhindert, dass finanzstarke Franchises guten Spielern bessere Verträge anbieten können als finanzschwache Teams. Dieses System sorgt für eine Ausgeglichenheit und regelmäßige Spannung in der NFL.

In fast allen amerikanischen Sportligen gibt es im Gegensatz zu den meisten europäischen Sportligen eine Gehaltsobergrenze für die Teams - so auch in der NFL. Damit soll verhindert werden, dass es durch ein finanzielles Ungleichgewicht auch zu einem sportlichen Ungleichgewicht wie beispielsweise im europäischen Fußball kommt. Durch die Gehaltsobergrenze ist es keinem Team möglich, viel mehr Geld als ein anderes Team auszugeben, da alle Franchises die gleiche Obergrenze haben.
Den Salary Cap gibt es in der NFL erst seit dem Jahr 1994. Vorher waren die Gehaltsstrukturen bei allen Teams nicht übergreifend geregelt und ähnlich wie in europäischen Sportligen. Um eine Fluktuation der besten Spieler zum bestbezahlenden Team zu verhindern, wurden den Spielern durch bestimmte Regeln das Wechseln von Teams innerhalb der NFL extrem erschwert.
Doch nach einer Klage der Spielergemeinschaft (heute NFLPA) 1989 musste die NFL diese Regeln ändern und führte die Free Agency ein, wodurch Spieler nach dem Auslaufen ihres Vertrages, frei mit allen Teams verhandeln durften. Um jedoch zu verhindern, dass nun alle Spieler zum finanzstärksten Team wechseln würden, einigten sich die NFL und die Spielergemeinschaft auf eine Gehaltsobergrenze für alle Teams - den Salary Cap.
Der Salary Cap wird von der NFL bestimmt und gilt für alle 32 Franchises. Der Cap wird anhand der Höhe der Einnahmen der NFL berechnet. Die Einnahmen der NFL stammen hauptsächlich aus drei Quellen: Medienrechte, NFL Ventures/Playoff-Einnahmen und lokale Einnahmen.
Die Einnahmen der NFL werden an zwei Parteien ausgeschüttet. 52 Prozent der Einnahmen erhalten die 32 Owner der NFL-Franchises. Diese können mit dem Geld beispielsweise Stadien bauen, Trainingsanlagen erneuern oder generell in die Infrastruktur investieren. Von den restlichen 48 Prozent erhält jedes NFL-Team 1/32 für die Spielerkosten.
Zudem legt die NFL vor jeder Saison die Gehaltsobergrenze, also die Höhe des Salary Caps, neu fest. Seit der Einführung des Salary Caps stieg die Höhe dieser Obergrenze von Jahr zu Jahr immer an. Eine Ausnahme markierten die Jahre 2010 (kein Cap) und 2021. Im Vergleich zu 2020 sank der Salary Cap um fast 16 Millionen Dollar auf 182.500.000 Dollar, aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020.
Für die Saison 2026 steht den Teams ein Spielergehalt von 301.200.000 Dollar zur Verfügung, eine Steigerung von fast 30 Millionen Dollar im Vergleich zur Saison 2025 (272.500.000 Dollar). Damit steigerte sich der Salary Cap in den fünf Jahren seit der Corona-Pandemie um knapp 40 Prozent. Diese Entwicklung zeigt das wirtschaftliche Wachstum der NFL, das auch durch die Auslandsvermarktung zustande kam.
Der Salary Cap darf die gesamte Saison über nicht überschritten werden. Nach der Saison haben die NFL-Franchises bis zum Start des neuen Ligajahres (2026, am 11. März) Zeit, ihre finanzielle Situation zu berichtigen. Das heißt, dass einige Teams Spieler entlassen müssen, da sie sonst ab Beginn des neuen Ligajahres über den Cap geraten würden. Das Gehalt vieler Spielern ist nämlich meistens nicht auf alle Jahre der Vertragslaufzeit gleichmäßig verteilt. Somit kann ein Spieler ab dem neuen Ligajahr teurer sein als noch einige Tage zuvor.
Zwischen dem Beginn der neuen Saison und dem ersten Spiel gilt allerdings eine Sonderregelung, die "Top-51-Rule" genannt wird. Denn in dieser Zeit dürfen die Teams bis zu 90 Spieler auf dem Roster haben. Um die Cap-Grenze einhalten zu können, werden daher nur die 51 teuersten Verträge gegen den Cap gewertet. Diese Regel gilt solange, bis die Franchises ihre 53-Mann-Kader, Practice Squads und PUP-Listen bekannt geben müssen. Ab da zählen die Verträge aller Spieler, egal ob im aktiven Kader, im Practice Squad oder auf der IR- oder PUP-Liste gegen den Salary Cap.
Die Einhaltung der Cap-Obergrenze wird in der NFL streng überwacht. Bei Verstößen gegen die Regel werden die Franchises hart bestraft. Übliche Konsequenzen für Vergehen sind Geldstrafen in Höhe von bis zu fünf Millionen Dollar. Zudem können Verträge mit Spielern für ungültig erklärt werden oder dem Team werden als Strafe Draft-Picks entzogen.
Trotz der strengen Regularien gibt es einige Möglichkeiten seitens der Franchises, durch kleine Tricks Cap-Space frei zu machen. Grundsätzlich fließen alle Vertragsmodalitäten in die Höhe des Caps mit ein. Doch Teams können die Verträge von Spielern umstrukturieren und somit die Höhe des Caps pro Jahr ändern und beispielsweise mehr Cap Space schaffen und die Last auf die letzten Jahre des Vertrages legen.
Eine klassische Methode ist hierbei, das Grundgehalt des Spielers in einen Signing Bonus umzuwandeln. Damit bekommt der Spieler auf dem Papier weniger Gehalt pro Jahr, erhält aber sofort einen höheren Bonus für die Vertragsunterschrift. Dieser Bonus kann bilanztechnisch auf bis zu fünf Jahre oder die Vertragslaufzeit gestreckt werden. Damit verschaffen sich Teams einen höheren Cap Space in der Gegenwart, müssen diesen aber in der Zukunft ausgleichen.
Bei Trades oder Entlassungen entsteht der sogenannte "Dead Cap". Dabei handelt es sich um Geldbeträge, die den Cap Space belasten, aber aus Verträgen mit Spielern kommen, die gar nicht mehr im Kader sind. Bei Trades oder Entlassungen wird das restliche garantierte Geld des Vertrags weiterhin gegen den Cap des Teams gerechnet, ohne dass das Team einen Nutzen davon hat. Es handelt sich also um "totes" Geld in den Bilanzen des Teams.
nhu