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Week 1 noch nicht vergessen
Die Niederlage gegen die Kansas City Chiefs zum Saisonauftakt dürfte der Defense der Denver Broncos noch immer in Erinnerung geblieben sein. Vor allem das Tackling war an diesem Abend eine einzige Enttäuschung. Kenneth Walker III lief den Broncos reihenweise davon, gleich mehrfach verpassten die Verteidiger vermeintlich sichere Tackles. Beim Wiedersehen in Week 8 soll das anders aussehen. Für die Defense von Coordinator Vance Joseph geht es auch um Wiedergutmachung.

Wenn die Denver Broncos am Sonntag erneut auf die Kansas City Chiefs treffen, dürfte die Motivation aufseiten der Defense besonders groß sein. Das erste Duell ging mit 10:31 deutlich verloren. Vor allem die zahlreichen verpassten Tackles wollen die Broncos diesmal unbedingt vermeiden. Seitdem hat sich die Unit allerdings wieder deutlich stabilisiert.
Der 14. September 2026 war für die Broncos-Defense ein Abend, den sie am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würde. Beim 10:31 gegen die Chiefs bekam Denver insbesondere das Laufspiel nicht unter Kontrolle. Kenneth Walker III dominierte mit 173 Rushing Yards und stellte die Verteidiger immer wieder vor unlösbare Aufgaben.
Besonders erschreckend war dabei die Anzahl der verpassten Tackles. Laut Next Gen Stats verpassten die Broncos insgesamt 28 Tackles und erlaubten dadurch 247 Yards nach verpassten Tackles. Das war der höchste Wert eines Teams in einem NFL-Spiel seit mindestens 2018. Acht verschiedene Verteidiger verpassten dabei gleich mehrfach einen Tackle.
Es waren allerdings nicht nur einzelne spektakuläre Läufe, bei denen Denver schlecht aussah. Auch bei kurzen Pässen fehlte häufig der letzte Zugriff. Die Chiefs gewannen nahezu jedes direkte Duell und bestraften die fehlende Konsequenz der Broncos. Dass die Partie mit 31:10 endete, war entsprechend auch Ausdruck eines deutlichen Klassenunterschieds an diesem Abend.
Dass die Niederlage Spuren hinterlassen hat, wurde auch in den Aussagen der Verantwortlichen deutlich. Defensive Coordinator Vance Joseph machte vor dem Rückspiel kein Geheimnis daraus, wie er die damalige Leistung bewertet. Das Spiel sei peinlich gewesen und auch Wochen später noch schwer anzuschauen.
Gleichzeitig erkannte Joseph an, dass die Chiefs an diesem Abend mit mehr Entschlossenheit aufgetreten seien. Gerade das sei für ihn besonders enttäuschend gewesen. Die Mannschaft müsse sich das Videomaterial anschauen und die Fehler aufarbeiten, um es beim zweiten Aufeinandertreffen besser zu machen.
Für Joseph geht es dabei nicht allein um die Anzahl der verpassten Tackles. Die Broncos müssen insgesamt aggressiver und konsequenter verteidigen. Gerade gegen einen Running Back wie Walker können kleinste Fehler schnell große Konsequenzen haben.
Allerdings wäre es falsch, die Broncos-Defense ausschließlich auf ihren Auftritt zum Saisonstart zu reduzieren. Mit durchschnittlich 20,1 zugelassenen Punkten pro Spiel gehört Denver nach sieben Partien zur siebtbesten Scoring-Defense der NFL. Dazu kommt ein brandgefährlicher Pass-Rush: 21 Sacks stehen bereits zu Buche, womit die Broncos ligaweit an der Spitze liegen.
Trotzdem gibt es eine Schwachstelle, die Kansas City erneut ausnutzen könnte. Gegen den Lauf hat Denver bislang erhebliche Probleme. 133,3 zugelassene Rushing-Yards pro Spiel bedeuten lediglich den 28. Platz im NFL-Vergleich. Die Broncos bekommen es also noch immer nicht konstant hin, gegnerische Running Backs frühzeitig zu stoppen.
Genau darin liegt die Herausforderung für Vance Joseph. Der Pass Rush funktioniert, die Defense sammelt Sacks und kann gegnerische Quarterbacks unter Druck setzen. Doch wenn Kansas City über das Laufspiel regelmäßig Raumgewinn erzielt, wird es deutlich schwieriger, Patrick Mahomes in aussichtslose Passsituationen zu bringen.
Besonders viel Aufmerksamkeit dürfte deshalb wieder Kenneth Walker III bekommen. Der Running Back hat sich seit seinem Wechsel nach Kansas City als enorme Verstärkung erwiesen. Bereits im ersten Duell gegen Denver lief er für 173 Yards. Vor dem Rückspiel steht er mit 701 Rushing Yards auf dem zweiten Platz der NFL-Rangliste.
Für die Broncos wird es darauf ankommen, die Lücken an der Line of Scrimmage zu schließen und Walker nicht regelmäßig bis in die zweite Verteidigungsebene kommen zu lassen. Gerade das Setzen der äußeren Kante und konsequentes Tackling werden entscheidend sein.
Gleichzeitig darf sich die Defense nicht ausschließlich auf das Laufspiel konzentrieren. Patrick Mahomes bleibt ein Quarterback, der Fehler gnadenlos bestrafen kann. Denver muss daher einen Weg finden, den Run zu stoppen, ohne dabei zu viele Möglichkeiten im Passspiel zu eröffnen.
Nicht nur für die Defense, sondern auch für Head Coach Sean Payton wird das Duell mit Kansas City ein besonderer Nachmittag. Der 62-Jährige coacht gegen die Chiefs sein 300. Regular-Season-Spiel als Head Coach. Damit gehört er zu einem exklusiven Kreis: Nur 18 Trainer in der NFL-Geschichte haben diese Marke bislang erreicht.
Noch bedeutender könnte der Nachmittag mit einem Sieg werden. Payton steht aktuell bei 199 Karriereerfolgen und könnte gegen Kansas City seinen 200. feiern. Dabei zählen sowohl seine Siege in der Regular Season als auch seine Erfolge in den Playoffs. Für diesen Meilenstein würde er insgesamt nur 320 Spiele benötigen und wäre damit der sechstschnellste Head Coach der NFL-Geschichte.
Lediglich Don Shula (286 Spiele), George Halas (287), Curly Lambeau (300), Bill Belichick (307) und Paul Brown (309) erreichten die Marke schneller. Für Payton wäre es eine weitere außergewöhnliche Auszeichnung in seiner mittlerweile langen Trainerkarriere.
Die Ausgangslage ist damit klar: Die Broncos haben seit dem Saisonauftakt in einigen Bereichen gezeigt, warum ihre Defense zu den stärkeren Einheiten der NFL gehört. Gerade der Pass Rush funktioniert auf einem hohen Niveau. Gegen die Chiefs bietet sich nun die Gelegenheit, das auch gegen einen Gegner zu beweisen, der die Schwachstellen der Mannschaft im ersten Duell gnadenlos offengelegt hat.
Besonders das Laufspiel um Kenneth Walker III muss Denver diesmal in den Griff bekommen. 28 verpasste Tackles und 247 dadurch zugelassene Yards sollen sich nicht wiederholen. Für Vance Joseph und seine Defense ist es die Chance auf Wiedergutmachung. Und mit einem Sieg könnte Sean Payton gleichzeitig NFL-Geschichte schreiben.
par