12.05.2026
NFL Kolumne von Adrian Franke
Der Draft ist vorbei, der Großteil - und der relevanteste Teil - der Free Agency ebenfalls. Das ist nicht nur die Zeit, um alle 32 Teams einzuordnen: Nach dem intensiven Teil der NFL Offseason gibt es auch klare Gewinner und Verlierer. Nicht nur auf Team-, sondern auch auf individueller Ebene.

Allein der Trade für Dexter Lawrence wäre für sich betrachtet genug, um Cincinnati eine deutliche Kurskorrektur zu attestieren. Es war ligaweit das erste Mal seit dem Randy-Moss-Trade 2005, dass ein Spieler direkt für einen Top-10-Pick getradet wird. Also kein zukünftiger Erstrunden-Pick, der sich später als Top-10-Pick herausstellt, sondern ein "echter" Top-10-Pick im Moment des Trades.
Für die Bengals war es das erste Mal überhaupt in der modernen Draft-Ära, also seit Ende der 60er Jahre, dass sie einen Top-10-Pick für einen Spieler weg getradet haben.
Eine skeptischere Auslegung würde hier Verzweiflung unterstellen, eine optimistischere vielleicht eher das endlich richtige Maß an Aggressivität. Immerhin hat Cincinnati jetzt drei Jahre in Folge die Playoffs verpasst, die Offense ist eine Top-Unit und braucht ein wenig Unterstützung von der eigenen Defense. Und vor allem: Gerüchte über ein gestiegenes Maß an Unzufriedenheit bei Quarterback Joe Burrow halten sich.
Man kann darüber streiten, wie viel da dran ist. Einige Pressekonferenzen von Burrow im Laufe der vergangenen Saison legten zumindest nahe, dass der Frust hier wächst. Und so ist es vielleicht kein Zufall, dass eine der aggressivsten Offseason der Bengals in den letzten Jahren ausgerechnet nach dieser Saison kam.
Es liegt auf der Hand, dass die Bengals schließlich doch verstanden haben, worum es geht. Oder dass sie zumindest genügend Druck auch intern wahrgenommen haben. Und dass sie deshalb bereit sind, Geld in die Hand zu nehmen, um das Fenster mit der Offense jetzt auch wahrzunehmen.
Lawrence war der große Move, der das versinnbildlicht. Aber auch davor schon haben die Bengals auf dem Free-Agency-Markt Geld in die Hand genommen. Boye Mafe (3 Jahre/60 Millionen Dollar), Bryan Cook (3/40,25) und Jonathan Allen (2/25) sollen hier für mehr Stabilität sorgen.
Das halte ich für die richtige Betrachtungsweise dieser Verpflichtungen. Auch bei Lawrence muss man schauen, ob er nach einer schwächeren Vorsaison wieder zu alter Stärke findet. Aber all diese Neuzugänge geben den Bengals mehr defensive Stabilität, und letztlich geht es darum auch. Um Burrow und der eigenen Offense eine Chance zu geben. Cincinnatis Front sollte sehr viel stabiler sein als letztes Jahr, und wenn die Bengals defensiv häufiger bei unter 27 Punkten bleiben, wird Cincinnati es zurück in die Playoffs schaffen.
Es ist noch nicht lange her, dass Ejiro Evero als einer der potenziell heißesten jungen Head-Coach-Kandidaten gehandelt wurde. Daraus wurde bisher nichts, auch wenn er in Carolina zumindest den Coach-Wechsel von Frank Reich hin zu Dave Canales im Amt überstand.
Head Coach umfasst natürlich noch sehr andere Aufgabengebiete als die des Defensive Coordinators. Aber Carolinas Defense war 2023 und 2024 so schlecht, dass auch Everos Head-Coach-Aktien einen Tiefschlag abbekommen haben dürften. Über die beiden Jahre hatten die Panthers nach Expected Points Added pro Play die mit weitem Abstand schlechteste Defense in der NFL sowie nach Success Rate die mit Abstand schlechteste Run-Defense ligaweit. Letzteres war vor allem 2024 auf einem historisch schlechten Level, als Carolina gegnerischen Offenses eine Rushing Success Rate von über 50 Prozent erlaubte.
Die vergangene Saison war bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Panthers schafften defensiv den Sprung vom Liga-Schlusslicht zumindest ins untere Mittelfeld, was verglichen mit 2023 und 2024 eine signifikante Verbesserung darstellte.
In dieser Offseason haben die Panthers vielleicht die Grundlage geschaffen, damit Evero in einem Jahr wieder als prominenter Head-Coach-Kandidat gehandelt wird.
Mit Jaelan Phillips und Devin Lloyd hat sich Carolina nicht nur zwei der besten defensiven Free Agents gesichert und im Fall von Phillips den positionsübergreifend insgesamt teuersten Free-Agency-Deal dieser Offseason raus gegeben. Es sind auch zwei zentrale Baustellen, die damit adressiert wurden.
Phillips kann dafür sorgen, dass die ganze Edge-Gruppe besser zusammenpasst. Nic Scourton ist damit die Nummer 2, Princely Umanmielen und Patrick Jones die Rotationsspieler, die sie am ehesten sein sollten. Und auf Linebacker waren letztes Jahr ligaweit nur die Bengals noch schlechter.
Rookie Lee Hunter gibt Carolina mehr Run-Stuffing-Qualität neben Derrick Brown, Rookie-Safety Zakee Wheatley könnte sich ebenfalls Starter-Snaps verdienen. Die Panthers könnten ihren Sprung aus dem Vorjahr wiederholen und im besten Fall vom unteren Liga-Mittelfeld in den Top-12-Dunstkreis klettern.
Es gab zwei Teams, bei denen in dieser Offseason ganz klar das Ziel im Vordergrund stand, um einen jungen Quarterback herum etwas aufzubauen. Damit man dem Quarterback selbst die Chance gibt, sich bestmöglich zu entwickeln, und gleichzeitig schaut, was möglich sein könnte mit besagtem Quarterback.
Diese beiden Teams sind die Titans und die Saints, und New Orleans sehe ich dabei bereits einen Schritt weiter. Die beiden Top-Free-Agent-Verpflichtungen waren Guard David Edwards und Running Back Travis Etienne. Zwei größere offensive Baustellen, die damit sehr gut adressiert wurden.
Im Draft kam Jordyn Tyson dazu, ein sehr guter Separator, der Nummer-1-Receiver Chris Olave ideal ergänzen sollte. Nachdem die Saints letztes Jahr Kelvin Banks und im Jahr davor Taliese Fuaga gedraftet haben, könnte Shough jetzt eine sehr gute Offensive Line vor sich haben, mit Olave und Tyson ein gutes Receiver-Duo, mit Tiefe noch dahinter: Devaughn Vele als Big Slot, Rookie Bryce Lance als vertikaler Speedster und Travis Etienne als 3-Down-Back.
Die Saints werden unter Kellen Moore weiter viel mit drei Receivern spielen, aber sie haben jetzt auch die Tight-End-Tiefe, um hier flexibel zu sein. Juwan Johnson ist eine solide Nummer 1, aber auch Rookie Oscar Delp könnte sich eine Rolle verdienen. Insbesondere, weil er In-Line spielen und blocken kann.
Shough hat viele positive Ansätze in seiner Rookie-Saison gezeigt. Die Saints haben jetzt die Umstände gebaut, damit er im zweiten Jahr den nächsten großen Schritt machen kann.
Ich bin gespannt darauf, wie der neue Head Coach Todd Monken die Quarterback-Situation in Cleveland managt. Deshaun Watson könnte als Starter in die Saison gehen, aber nichts von dem, was wir von Watson über die letzten Jahre gesehen haben, legt nahe, dass er noch selbst auch nur ein durchschnittlicher Starting-Quarterback sein kann.
So oder so vermute ich, dass wir Watson und auch Shedeur Sanders in der kommenden Saison sehen werden. Sanders hatte während seiner insgesamt acht Spiele letztes Jahr einzelne positive Highlights, auch hier fehlt aber noch sehr viel zu einem funktionalen Starter.
All das in Kombination damit, dass ein neuer, offensiver Head Coach das Team übernimmt, könnte dazu führen, dass wir hier in der kommenden Offseason einen harten Cut sehen werden. Die lange erwartete Trennung von Watson, vielleicht eine Trennung von Sanders und dann ein hoher Quarterback-Pick im Draft nächstes Jahr. Das ist Stand heute meine Prognose.
Die gute Nachricht ist: Wer auch immer Clevelands Starting-Quarterback sein wird - dieses Jahr, und vor allem nächstes Jahr -, er findet deutlich bessere Umstände vor, als man noch vor vier Monaten vermutet hätte.
Cleveland hat mit KC Concepcion und Denzel Boston seine Playmaker-Gruppe im Draft signifikant verbessert. In Kombination mit den Vorjahres-Rookies Harold Fannin, Quinshon Judkins, Dylan Sampson und Isaiah Bond sowie Nummer-1-Receiver Jerry Jeudy haben die Browns eine potenziell sehr spannende Playmaker-Gruppe.
Die Offensive Line war eine Großbaustelle zum Start der Free Agency. Cleveland musste hier vier von fünf Startern ersetzen, und hat das erstaunlich gut geschafft. Zion Johnson, Elgton Jenkins und Tytus Howard werden nicht die beste Line der Liga bilden, aber sie geben Cleveland einen gewissen Floor. Und Top-Pick Spencer Fano soll direkt auf Left Tackle starten.
Hier sind viele Variablen drin. Rookies müssen erst einmal einschlagen, Monken muss als Head Coach funktionieren - und dann muss Cleveland den Quarterback finden. Zumindest aber die theoretische Basis, damit ein solcher Pick überhaupt funktionieren kann, hat Cleveland geschaffen.
Man muss nicht allzu weit zurückgehen, um sehr viele Berichte darüber zu finden, dass die Giants dringend etwas auf der Running-Back-Position machen wollen. Erst wurden sie mit allen Top-Backs in der Free Agency in Verbindung gebracht. Dann hatte man Jeremiyah Love als das Top-Target ausgemacht.
In der Free Agency hielten die Giants, zumindest was diese Position angeht, die Füße still. Wir werden vermutlich nie erfahren, ob sie Love gepickt hätten, wäre er noch da gewesen. Die Cardinals nahmen ihnen diese Entscheidung zwei Picks zuvor ab.

Die Realität der Situation ist damit diese: Die Giants haben keinen neuen Running Back verpflichtet. Keinen Top-Starter, keinen Anwärter auf relevante Snaps. Dafür haben sie Francis Mauigoa hoch gedraftet und Jermaine Eluemunor in der Free Agency gehalten, um die rechte Seite der Offensive Line zu reparieren.
New York wird unter Harbaugh, Matt Nagy und Greg Roman offensiv den Ball laufen wollen. Die Offensive Line, wenn sie fit bleibt, könnte nach Jahren der Suche jetzt endlich eine echte Stärke sein. Und Skattebo hat eine reelle Chance darauf, der Nummer-1-Profiteur von alledem zu werden.
Ashton Jeanty hatte eine Rookie-Saison zum Vergessen. Keine Offense blockte im Schnitt weniger Yards vor Kontakt frei als die Raiders, von seinen 975 Rushing-Yards kamen 815 nach Kontakt. Es war eine echte Warnung an alle schlechten Teams, einen Running Back nicht hoch zu draften, ehe man den Rest des Teams zusammengebaut hat. Wie die Cardinals uns dieses Jahr gezeigt haben, mit geringer Wirkung.
Doch jetzt ist alles neu in Las Vegas. Ein neuer Trainerstab inklusive Head Coach Klint Kubiak, der letztes Jahr in Seattle aus der Offensive Line viel herausgeholt hat. Tyler Linderbaum erhielt einen Center-Rekordvertrag, um künftig die Mitte der Line zu verankern.
Die ganze Verzahnung der Offense sollte sehr viel besser sein als letztes Jahr, als das weitestgehend komplett fehlte. Das kombiniert mit besserer individueller Qualität und der Quarterback-Situation mit einer kurzfristigen Lösung (Kirk Cousins) und dem hoffentlich langfristigen Franchise-Quarterback in Fernando Mendoza sollte Jeanty eine Chance geben, in Jahr 2 den Impact zu haben, den man sich im ersten Jahr bereits erhofft hatte.
Las Vegas hat zwar mit Mike Washington einen Running Back immerhin in der vierten Runde gedraftet. Ich halte Washington aber am ehesten für eine Ergänzung neben Jeanty. Und nicht für einen Back, der Jeanty relevante Snaps weg nimmt.
Über die Offseason der Jaguars werden wir in den kommenden Jahren sicher noch häufiger sprechen. Der sehr eigene Draft, die nahezu komplette Inaktivität in der Free Agency, nachdem Jacksonville letztes Jahr eine der großen Positiv-Überraschungen war.
Zehn Spieler haben die Jaguars insgesamt dieses Jahr gedraftet, kein einziger Running Back war dabei. Obwohl sie Starter Travis Etienne in der Free Agency verloren und einzig Chris Rodriguez neu dazugeholt haben. Und die beiden vielleicht größten Impact-Spieler aus der Draft-Klasse könnten Nate Boerkircher, ein Blocking-Tight-End, und Guard Emmanuel Pregnon sein.
All das könnte den Weg frei machen für Bhayshul Tuten. Tuten, ein Viertrunden-Pick aus dem letztjährigen Draft, hatte eine relativ überschaubare Rookie-Saison. 83 Runs für 307 Yards, dazu zehn Catches und insgesamt sieben Touchdowns. Es war in erster Linie das Backfield von Travis Etienne, und Tuten ist ein Back, der auch schon Pre-Draft am ehesten als einer für ein geteiltes Backfield angesehen wurde.
Das könnte mit Chris Rodriguez als primärem Early-Down-Runner auch nach wie vor gegeben sein. Aber Tutens Konkurrenz wurde deutlich kleiner, der Fokus auf das Run Game in Jacksonville ist mit Blick auf den Draft offensichtlich, und Head Coach Liam Coen hat mehrfach gezeigt, dass er hier eine klare Vision für seine Offenses hat.
Tuten wird nach dieser Offseason ein beliebter Pick als ein Breakout-Kandidat für die kommende Saison sein.
Hier ist natürlich der richtige Kontext wichtig. Wenn irgendwer vor einem Jahr gesagt hätte, dass Malik Willis einen Dreijahresvertrag über 67,5 Millionen Dollar mit 45 Millionen Dollar garantiert unterschreiben würde, hätte das niemand geglaubt und erst recht niemand wäre auf die Idee gekommen, Willis in irgendeiner Hinsicht als "Verlierer" zu bezeichnen.
Der Kontext: Als die vergangene Saison zu Ende ging, und klar war, dass Willis der begehrteste Quarterback auf dem Markt sein würde, wurde über 30 bis 35 Millionen Dollar pro Jahr berichtet. 22,5 Millionen pro Jahr ist immer noch ein sehr guter Vertrag für Willis, wenn man bedenkt, dass der ehemalige Drittrunden-Pick schon bis dato ein reiner Backup und Spot-Starter war. Sein realer Markt war aber anders als erwartet.
Wie genau die Alternativen aussahen, werden wir vermutlich nie erfahren. In jedem Fall entschied sich Willis für Miami. Damit ließ er sich bewusst auf einen Rebuild ein, was er vermutlich nicht wusste, ist, dass die Dolphins wenige Wochen später Top-Receiver Jaylen Waddle weg traden würden. Nachdem sie sich bereits von Tyreek Hill getrennt hatten, geht Willis mit der ligaweit schwächsten Pass-Catcher-Gruppe an den Start. Und auch im Draft gingen zwei der drei Top-70-Picks in die Defense. Einzige Ausnahme hier war Kadyn Proctor, der aber erstmal "nur" Guard spielen wird.
Es ist Willis’ erste echte Chance als Starter. Es könnte seine einzige sein. Sollte er nicht positiv überraschen, ist davon auszugehen, dass die Dolphins im kommenden Draft wieder sehr hoch picken. In einem dann deutlich besseren Quarterback-Draft wäre die Versuchung sicher groß, Willis direkt zu ersetzen, oder zumindest seinen Nachfolger zu draften. Nach zwei Jahren kommt Miami problemlos aus dem Willis-Vertrag wieder raus.
Ossenfort ist ein Verlierer, nachdem er zunächst ein vermeintlicher Gewinner war. Als er nämlich seinen Job behielt, während Head Coach Jonathan Gannon entlassen wurde. Was danach folgte, war aber eine gelinde gesagt merkwürdige Offseason. Eine Offseason, die in Frage stellt, ob Ossenfort wirklich noch die gleichen Kompetenzen hat, wie zuvor.
Zunächst machte Arizona in der Offseason kaum relevante Moves. Isaac Seumalo ist das noch am ehesten, ein 32-jähriger Guard, der idealerweise für die nächsten zwei bis drei Jahre etwas mehr Stabilität in die Interior Offensive Line bringt. Das ist gut, aber größere Impact-Moves sucht man vergebens. Das passt vielleicht zur Timeline des Teams, aber für Ossenfort wird es vermutlich schwer, in einem Jahr auf Treffer aus der diesjährigen Free Agency hinzuweisen.
Der Draft war aber noch sehr viel auffälliger. Ossenfort hatte hier bisher eine klare Handschrift: Trades nach unten, um Draftkapital einzusammeln, und dann ein Fokus auf Premium-Positionen. 2023 waren die ersten vier Picks: Tackle, Edge, Corner, Receiver. 2024 begann Arizonas Draft mit Receiver, Edge/Defensive Tackle, Corner. 2025: Defensive Tackle, Corner, Edge. Der Jeremiyah-Love-Pick mit dem höchsten Pick der Ossenfort-Amtszeit passt hier so gar nicht rein. Und er passt nicht zur abwartenden Free-Agency-Strategie.
All das deutet darauf hin, dass hier andere Einflüsse relevant waren. Und es hält sich seit einer Weile das Gerücht, dass Teambesitzer Michael Bidwill eine treibende Kraft hinter spezifisch dem Love-Pick war. Das wurde von Teamseite bereits dementiert, aber die Offseason deutet klar darauf hin, dass Ossenfort zwar seinen Job behalten, an Einfluss aber verloren hat. Und wenn der neue Head Coach Mike LaFleur nicht schnell einschlägt und den Kader dadurch besser aussehen lässt, könnte es Ossenforts letzte Offseason für Arizona gewesen sein.

Ich kann die meisten Entscheidungen, die Green Bay in dieser Offseason getroffen hat, im Vakuum nachvollziehen. Green Bay muss bis zur Free Agency nächstes Jahr unter anderem Christian Watson, Devonte Wyatt, Luke Musgrave, Tucker Kraft und Keisean Nixon bezahlen. Jayden Reed hat Ende April bereits seinen neuen Dreijahresvertrag über 50 Millionen Dollar erhalten.
Auch Jordan Love und Micah Parsons wurden bereits bezahlt, sprich: Green Bay muss mit seinem Cap Space über die nächsten Monate haushalten. Das ist komplett nachvollziehbar, deshalb auch der Blick an dieser Stelle spezifisch auf die kurzfristigen sportlichen Aussichten. Und hier wurde Green Bay für 2026 ohne Frage schlechter.
Mit Romeo Doubs, Quay Walker, Elgton Jenkins, Rashan Gary, Rasheed Walker, Kingsley Enagbare, Nate Hobbs, Emanuel Wilson, Dontayvion Wicks und Backup-Quarterback Malik Willis haben die Packers sehr viel Qualität verloren. Keinen Superstar, aber mehrere Starter und mehrere gute Role Player.
Als ein Team, das über die letzten Jahre sehr konstant "gut", aber nicht "sehr gut" war, könnte das einen leichten Rückschritt 2026 bedeuten. Sollte das passieren, wird das die Geduld der eigenen Fan-Base auf die Probe stellen.
Stafford muss man mit Nuancen betrachten. In der Free Agency waren die Rams, mal wieder, sehr aggressiv und haben mit dem Trade für Trent McDuffie sowie der Verpflichtung von Jaylen Watson ihre Cornerback-Gruppe komplett generalüberholt. Das waren ohne Frage Moves, die dabei helfen sollen, in der kommenden Saison den letzten Schritt zu schaffen und in den Super Bowl einzuziehen.
Insofern ist das keine Schwarz-Weiß-Thematik. Gleichzeitig kommt man kaum drum herum - jetzt nicht, und vermutlich noch weniger während der Saison -, sich auszumalen, wie viel gefährlicher und kompletter dieses Team aussehen könnte, wenn die Rams mit dem Nummer-13-Pick einen weiteren offensiven Playmaker ausgewählt hätten. Makai Lemon etwa, Kenyon Sadiq, oder KC Concepcion.
Diese Frage wird jetzt bereits intensiv diskutiert. Was ist erst los, sollte sich Davante Adams in der kommenden Saison erneut verletzen? Oder falls bei ihm die altersbedingte sportliche Klippe kommt?
Die Rams sind unabhängig davon, was sie mit Pick 13 gemacht haben, der Titelfavorit. Aber statt eine weitere Waffe für diesen anvisierten Run zu bekommen, wird sich Stafford jetzt intern mit seinem Nachfolger auseinandersetzen müssen.
Adrian Franke