06.08.2026
Neue Waffe für Jayden Daniels
Nach seiner Entlassung bei den New England Patriots hat Stefon Diggs ein neues Team gefunden. Die Washington Commanders sichern sich den viermaligen Pro Bowler und besetzen damit die vakante Receiver-Position neben Terry McLaurin neu.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge erhält Diggs einen Einjahresvertrag über bis zu zwölf Millionen Dollar. Für den 32-Jährigen ist es bereits das dritte Team innerhalb von drei Jahren.
Washington reagiert damit auf den Abgang von Deebo Samuel, der die Commanders zuletzt wieder Richtung San Francisco verlassen hatte. Hinter Terry McLaurin bestand auf der Receiver-Position also Handlungsbedarf - nun soll Diggs diese Lücke schließen.
In den vergangenen Monaten war immer wieder auch über einen möglichen Wechsel von Brandon Aiyuk nach Washington spekuliert worden. Die Commanders sollen die Situation des 49ers-Stars genau beobachtet haben und galten zwischenzeitlich als interessierter Abnehmer.
Letztlich kühlte das Interesse allerdings deutlich ab. Mehrere Social-Media-Beiträge Aiyuks, darunter auch einige gegen Quarterback Jayden Daniels, sollen intern für Stirnrunzeln gesorgt haben. Stattdessen entschieden sich die Verantwortlichen nun für Diggs.
Für den ehemaligen Patriots-, Texans-, Bills- und Vikings-Receiver bedeutet der Wechsel zugleich eine Rückkehr in die Heimat. Diggs stammt nämlich aus dem Großraum Washington und spielte bereits am College für die University of Maryland. Schon in den vergangenen Monaten hatte er mehrfach deutlich gemacht, dass er gerne für die Commanders auflaufen würde.
Am Mittwoch besuchte Diggs sogar das erste Training seines ehemaligen Colleges und richtete per Videobotschaft bereits Grüße an seinen neuen Arbeitgeber: "Shout out an meine Terps - und auf geht's, Commanders!"
Sportlich bringt Washington jedenfalls einen der konstantesten Receiver der vergangenen Jahre nach Maryland. In der Saison 2025 fing Diggs 85 Pässe für 1013 Yards und vier Touchdowns.
Besonders beeindruckend: 82,5 Prozent seiner Targets verwandelte er in Catches - Bestwert unter allen Wide Receivern der NFL. Zudem belegte er laut ESPN Research ligaweit Rang drei bei den Yards pro gelaufener Route.
Insgesamt knackte Diggs zudem in sieben der vergangenen acht Spielzeiten die Marke von 1000 Receiving Yards. Die einzige Ausnahme war die Saison 2024 bei den Houston Texans, in der ihn ein Kreuzbandriss zu neun verpassten Spielen zwang.
Neben dem Abgang von Deebo Samuel spielte auch die Verletzungsanfälligkeit der Receiver-Gruppe eine entscheidende Rolle. Vor allem die Ausfälle von McLaurin und Noah Brown offenbarten 2025 die fehlende Tiefe im Receiver-Corps der Commanders.
McLaurin verpasste sieben Spiele, Brown sogar 13. Zeitweise mussten gleich fünf Spieler Pässe fangen, die zu Saisonbeginn noch gar nicht zum Kader gehört hatten.
Mit Diggs erhält Daniels nun eine weitere etablierte Anspielstation. Hinter dem ehemaligen All-Pro stehen zudem die jungen Receiver Antonio Williams, Luke McCaffrey und Jaylin Lane sowie die erfahrenen Treylon Burks, Van Jefferson und Dyami Brown zur Verfügung.
Erst im März hatten die Patriots Diggs überraschend entlassen - obwohl der Receiver kurz zuvor mit dem Team noch den Super Bowl erreicht hatte und als wichtiger Führungsspieler galt.
Die Trennung erfolgte jedoch nach mehreren außersportlichen Schlagzeilen. Diggs war im Frühjahr in ein Gerichtsverfahren verwickelt, wurde jedoch sowohl von einem Gericht als auch nach einer Untersuchung der NFL entlastet. Die Liga sah keine ausreichenden Beweise für einen Verstoß gegen die Personal-Conduct-Policy und verzichtete auf eine Sperre.
Mit vier Pro-Bowl-Nominierungen und einer First-Team-All-Pro-Auszeichnung aus dem Jahr 2020 bringt der Routinier reichlich Erfahrung nach Washington. Gemeinsam mit McLaurin soll er Daniels künftig eines der gefährlichsten Receiver-Duos der NFC bescheren.