30.07.2026
Nach schwerem Crash
Nach seinem schweren Autounfall hat sich San Francisco 49ers Head Coach Kyle Shanahan öffentlich geäußert - und dabei die volle Verantwortung übernommen. Der 46-Jährige erklärte, dass er während der Fahrt nach seinem heruntergefallenen Handy griff, kurz den Blick von der Straße nahm und dadurch in den Gegenverkehr geriet.

Nachdem vor wenigen Tagen bekannt geworden war, dass 49ers-Head-Coach Kyle Shanahan bereits am 14. Juli in einen schweren Autounfall verwickelt gewesen war, schilderte der Trainer den Hergang des Unfalls nun selbst. Der 46-Jährige erklärte, dass er mit rund 32 km/h (20 mph) unterwegs gewesen sei, als sein Handy von seinem Schoß zwischen die Sitze rutschte.
"Ich war nicht am Handy. Mein Handy ist mir heruntergefallen und zwischen den Sitzen stecken geblieben. Es lag auf meinem Schoß, ist heruntergerutscht und ich habe dann probiert, es zu finden. Dabei habe ich für etwa zwei Sekunden den Blick von der Straße genommen. Als ich wieder hochkam, lösten die Airbags aus und trafen mich im Gesicht", sagte Shanahan gegenüber einer Gruppe örtlicher Medienvertreter.
Der Coach geriet dabei auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit dem Fahrzeug einer 21-jährigen Autofahrerin.
Bei dem Unfall zog sich Shanahan eine Gehirnerschütterung, drei gebrochene Rippen, einen Nasenbruch, einen Bruch der linken Hand sowie eine tiefe Schnittverletzung über dem rechten Auge zu. Mehr als 40 Stiche waren notwendig, um die Wunde zu schließen.
Die andere Fahrerin erlitt dabei leichte Verletzungen und musste nicht ins Krankenhaus gebracht werden.
Besonders wichtig war Shanahan dabei, eine falsche Darstellung des Unfalls richtigzustellen. In einer kalifornischen Unfalldatenbank war zunächst die andere Fahrerin als Unfallverursacherin aufgeführt worden. Laut Shanahan entsprach das jedoch nicht den Tatsachen.
"Ich bin ihr ins Auto gefahren. Ich weiß nicht, warum es anders berichtet wurde", sagte ein sichtlich emotionaler Shanahan gegenüber The Athletic.
Die Polizei von Palo Alto bestätigte inzwischen, dass tatsächlich Shanahan den Unfall verursacht hatte. Die fehlerhafte Eintragung sei auf einen Verwaltungsfehler beim Übermitteln des Polizeiberichts an die staatliche Datenbank zurückzuführen. Dieser werde nun korrigiert. Strafrechtliche Konsequenzen gab es für keine der beiden beteiligten Personen.
Während die äußeren Verletzungen inzwischen weitgehend verheilt sind, macht Shanahan vor allem die Gehirnerschütterung weiterhin zu schaffen.
Er berichtete gegenüber The Athletic, dass seine Fortschritte nicht geradlinig verliefen. Am Montag habe er erstmals seit dem Unfall das komplette Videomaterial des Trainings mit nur leichten Kopfschmerzen anschauen können. Bereits einen Tag später seien die Beschwerden jedoch wieder deutlich stärker gewesen. Eine Gehirnerschütterung habe er zuvor noch nie erlitten. Die Erfahrung habe ihm deshalb eine neue Perspektive auf Spieler gegeben, die mit derselben Verletzung zu kämpfen haben.
Zudem zeigte der Head Coach der Gruppe lokaler Medienvertreter Fotos seines Gesichts, das mittlerweile wieder gut verheilt ist, kurz nach dem Unfall aber deutlich anders aussah. "Mein plastischer Chirurg ist verdammt gut", sagte er.
Kyle Shanahan genießt seit Jahren den Ruf eines der besten Offensivtrainer der NFL. Umso bemerkenswerter ist der offene Umgang mit seinem Unfall. Statt die Schuld von sich zu weisen, machte der 49ers-Head-Coach unmissverständlich klar, dass ein von ihm verursachter Moment der Unachtsamkeit die Ursache des Unfalls war. Gleichzeitig zeigt seine Schilderung, wie lange die Folgen einer Gehirnerschütterung selbst Wochen nach dem eigentlichen Ereignis den Alltag noch beeinträchtigen können.
val