09.09.2026
Protokollfehler
Es war eine der spektakulärsten letzten Szenen in einem College-Football-Spiel überhaupt. Kurz vor Schluss wendeten die Michigan Wolverines eine Upset-Niederlage gegen Western Michigan ab. Nun hat die Conference von Western Michigan aber ein offizielles Statement veröffentlicht, in dem das Ergebnis angezweifelt wird.

Die Mid-American Conference, in der Western Michigan spielt, hat ein offizielles Statement publiziert. Commissioner Dr. Jon Steinbrecher zweifelt in diesem Statement den Ausgang des Spiels zwischen den Michigan Wolverines und Western Michigan an.
Es war eines der spektakulärsten Spielenden im College-Football. Western Michigan spielte gegen den großen Favoriten Michigan ein starkes Spiel und lag kurz vor Spielende mit 12:7 in Führung. Michigan hatte nur noch wenige Sekunden Zeit, um die peinliche Niederlage am ersten Spieltag abzuwenden. Mit wenigen Spielzügen arbeitete sich das Team über das Feld und schaffte es die Uhr bei noch wenigen Sekunden anzuhalten. Im letzten Spielzug warf Quarterback Bryce Underwood eine Hail Mary in die Endzone, die von J.J. Buchanan gefangen wurde. Der Jubel bei Fans und Spielern war grenzenlos und es kam sogar zu einem Platzsturm. Doch es gab einen Haken. In verschiedenen Aufzeichnungen und im TV war zu sehen, dass die Spielzeit im vorletzten Spielzug bereits auf 0:00 heruntergelaufen war und das Spiel damit hätte zu Ende sein müssen.
Während es die Fans von Western Michigan nicht fassen konnten, fand der Jubel bei Michigan kein Ende. Auf den vermeintlichen Fehler mit der Spielzeit angesprochen erklärte Head Coach der Wolverines, Kyle Whittingham: "Ich bin mir sehr sicher, dass noch ein Sekunde Spielzeit übrig war."
Steinbrecher veröffentlichte daher im Namen der MAC das folgende Statement:
Nach eingehender Prüfung und Untersuchung steht nun fest, dass das Replay-Protokoll bei der Entscheidung, ob nach dem Ende des Football-Spiels zwischen Western Michigan und Michigan noch Zeit auf der Spieluhr verblieb, nicht ordnungsgemäß eingehalten wurde.
Das festgelegte Replay-Protokoll sieht vor, dass bei der Bestimmung der verbleibenden Spielzeit die auf dem Programmsignal eingeblendete Spieluhr verwendet wird. Stattdessen stützte sich das Replay-Team der Big Ten Conference auf den in das eigene Replay-System integrierten Uhr-Feed. Dadurch wurde eine Sekunde auf die Spieluhr zurückgesetzt und ein zusätzlicher Spielzug gewährt.
Dabei handelte es sich nicht um eine Ermessensentscheidung darüber, wie viel Zeit auf der Uhr hätte stehen müssen. Vielmehr lag ein Fehler bei der Anwendung des festgelegten Replay-Protokolls vor, das für diese spezielle Situation am Ende eines Spiels gilt. Wäre das Protokoll ordnungsgemäß befolgt und die Uhr des Programmsignals verwendet worden, wäre kein zusätzlicher Spielzug gewährt worden und Western Michigan hätte das Spiel mit 12:7 gewonnen.
Infolgedessen hat die Mid-American Conference formelle Einsprüche beim NCAA FBS Oversight Committee und beim College Football Playoff eingereicht. Die MAC fordert die beiden Gremien auf, Western Michigan für ihre jeweiligen Rankings, Bewertungen und Auswahlentscheidungen als tatsächlichen Sieger des Spiels anzuerkennen und weitere korrigierende Maßnahmen zu ergreifen, die in ihrem Zuständigkeitsbereich liegen.
Ob das Statement in irgendeiner Form Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. Für Wester-Michigan-Head-Coach Lance Taylor spielt die Entscheidung keine Rolle mehr. Der Coach sagte am Dienstag auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz, dass sein Team "aus der Niederlage lernen wird".
"Wir werden dadurch besser und stärker werden und haben die Niederlage bereits abgehakt", sagte Taylor.
nhu