20.02.2026
Tight End-Talent
Dass ein deutscher College-Spieler im Vorfeld des Drafts öffentlich Thema wird, ist selten. In einer Medienrunde von NFL Network äußerte sich Draft-Experte Daniel Jeremiah nun konkret zu Marlin Klein. Er ordnete den Tight End der Michigan Wolverines als Draft-Kandidaten ein und empfahl einem bestimmten NFL-Team, den Deutschen genau im Blick zu behalten.

Klein wuchs in Köln auf und fand über internationale Programme früh den Weg in den US-Football. An der University of Michigan entwickelte er sich in einer klassischen Pro-Style-Offense zu einem Tight End, der vor allem durch Physis, Einsatz im Blocking und seine Athletik auffällt.
Daniel Jeremiah - Draft-Experte der NFL - machte in seiner Antwort schnell deutlich, warum der Deutsche überhaupt auf den Draft-Zetteln auftaucht: "Klein hat den idealen Körperbau für einen Tight End. Er kommt schnell von der Line of Scrimmage weg und kann den Ball sauber vom Körper weg fangen."
NFL-Scouts suchen bei Tight Ends oft zunächst nach Größe, Länge und Beweglichkeit - und genau dort sieht Jeremiah beim 23-Jährigen eine solide Basis.
Besonders positiv bewertet der Draft-Experte aber Kleins Spiel in Bewegung: "Er sticht besonders hervor, wenn er in Bewegung ist. Am besten ist er, wenn er mit Tempo arbeiten kann - etwa bei einer Wheel Route, bei der er in der vergangenen Saison auch einen Touchdown erzielt hat."
Auch nach dem Catch traut Jeremiah dem Deutschen Wirkung zu: "Er ist gut nach dem Catch und bringt eine wirklich gute Geschwindigkeit mit - das hat man schon ein paar Mal gesehen."
Der Draft-Guru blieb jedoch realistisch und benannte auch klar, woran Marlin Klein noch arbeiten muss: "Was mir weniger gefällt, ist sein Spiel, wenn er zurück zum Quarterback arbeiten muss - also das Rein- und Rausgehen aus seinen Routen in diesen Situationen."
Genau hier trennen sich im Draftprozess oft frühe von späteren Picks. Dennoch überwiegt für Jeremiah die Perspektive: "Da ist noch Potenzial. Ich glaube nicht, dass er schon der Spieler ist, der er einmal sein wird. Ich denke, da kommt noch mehr."
Und wagt eine Prognose für den Auswahlprozess Ende April: "Dritte Runde - dort habe ich ihn aktuell eingeordnet", so der NFL-Experte. Damit ist klar: Klein gilt nicht etwa als Außenseiter, sondern als Prospect mit realistischen Chancen, bereits am zweiten Tag des Drafts ausgewählt zu werden.
Im weiteren Verlauf der Medienrunde wurde Jeremiah unter anderem auf die Denver Broncos angesprochen, die seit Jahren nach einem vielseitigen Tight End suchen. Auch hier fiel Kleins Name erneut: "Einer mit Upside in diesem Bereich ist Klein von Michigan. Er hat noch Entwicklung vor sich, bringt aber diesen großen Körper mit und kann als klassischer Tight End mit der Hand am Boden spielen."
Neben Denver gelten auch die Detroit Lions als möglicher Fit. Das Team hatte in der vergangenen Spielzeit auf dieser Position mit vielen Verletzungen zu kämpfen und sucht Spieler, die blocken und gleichzeitig im Passspiel eingesetzt werden können - ein Profil, das perfekt zu Klein passt. Für deutsche Fans hätte ein Wechsel nach Detroit zudem eine besondere Note: Mit Amon-Ra St. Brown ist dort bereits ein NFL-Star mit deutschen Wurzeln etabliert.
Marlin Klein ist kein lauter Name im Draft-Zirkus. Doch wenn ein erfahrener Experte wie Daniel Jeremiah ihn öffentlich stärkt und ihm Third-Round-Potenzial attestiert, ist das ein deutliches Zeichen.
Der Weg von Köln über Michigan bis in die Draft-Diskussionen der NFL ist bereits außergewöhnlich. Wo Klein am Ende landet, entscheidet sich im kommenden Monat. Auf den Boards der NFL-Teams ist der deutsche Tight End jedenfalls längst angekommen.
mhh