14.08.2024
Commissioner Esume äußert sich deutlich
Die European League of Football existiert seit 2020, hat aber in dieser Saison schon so einige erschreckende Ergebnisse geliefert. Es gibt Probleme - und Ligachef Patrick Esume ist deswegen nicht sehr erfreut. Hoffnung exisitert aber auch.

Teams, die aufgeben, gehören im Sport - erst recht in Ligen mit einem professionellen Anstrich - nicht zum guten Ton. In der European League of Football ist aber genau das vor wenigen Wochen passiert. Denn da sind in dieser Liga, die den Football in Europa professionalisieren und das riesige Potenzial des Sports auch abseits der USA mit ihrer gewaltigen National Football League (NFL) anzapfen will, die Barcelona Dragons nicht mehr angetreten.
Am 7. Spieltag beim Stand von 0:54 gegen die Munich Ravens ging es nicht mehr weiter.
Und Patrick Esume wurde sauer. "Das darf nicht passieren, dafür gibt es auch keine Entschuldigung", sagte der Commissioner dem Sport-Informations-Dienst (SID). Es wird aber noch "besser": Denn beim jetzigen Wiedersehen am vergangenen Sonntag (12. und drittletzter Spieltag der Regular Season) haben die Dragons zwar nicht das Feld verlassen - aber am Ende sang- und klanglos mit 0:90 verloren. Für einen Sport, der das Ideal hochhält, dass jedes Team theoretisch von Jahr zu Jahr Meister werden kann, ist das ein fatales Signal.
Darüber hinaus helfen da auch andere Ergebnisse wie ein 7:47 am 2. Spieltag, ein 7:63 am 3. Spieltag, ein 9:55 am 4. Spieltag, ein 9:62 am 7. Spieltag und viele weitere deutliche Resultate - auch ohne Beteiligung Barcelonas - nicht sonderlich.
"Das läuft massiv schief, wenn du so eine Diskrepanz hast innerhalb einer Liga", sagt Esume. "Das hat damit zu tun, dass wir versuchen, im American Football den Transfer vom Amateurwesen zum Profitum hinzubekommen."
Die ELF ist mittlerweile in ihrem vierten Jahr angekommen und ist im November 2020 angetreten, sportliche Qualität auf Augenhöhe zu erzeugen. Sie will in die großen Stadien ziehen und von einem Boom profitieren, den Esume wie folgt beschreibt: "Es gab in der Bundesrepublik nach Fußball noch nie so eine Cinderella-Geschichte wie den Football in der Sportlandschaft."
Millionen Menschen haben ein Lieblingsteam: aber eben eines von den 32 vorhandenen in der NFL. In der ELF flogen gerade die Hamburg Sea Devils aus dem Stadion von Hannover 96, weil nach dem Spiel der Rasen bunt und völlig ramponiert war.
Patrick Esume glaubt dennoch: The trend is your friend. "Flag Football wird olympisch, die NFL kommt nach Deutschland", betont er. "Wir kommen auch in größere Stadien, das zeigt alles in die richtige Richtung. Aber es ruckelt." Das Handbuch "Wie professionalisiert man European Football nach 30 oder 40 Jahren Amateurliga", das habe er leider noch nirgendwo gefunden.
Es geht weiter nach dem Prinzip Versuch und Anpassung. "Rhein Fire, Stuttgart, München, Hamburg, Berlin, das läuft alles sehr professionell", sagt Esume. "Dann hast du Madrid - hochgradig professionell. Vier Stunden weiter aber ein Team wie Barcelona, das weit hinterher hängt." Dabei gibt es mehrere der insgesamt 17 Franchises aus neun Ländern, die regelmäßig mehr als 10.000 Zuschauer anziehen.
Das Liga-Finale wird übrigens am 22. September in Gelsenkirchen gespielt - in der großen Arena von Fußball-Zweitligist Schalke 04.
SID, mag