27.03.2026
Nach Spieler oder nach Position
Im NFL Draft erhoffen sich alle 32 Teams den nächsten Superstar in der NFL zu erwischen. Dafür werden im Vorfeld des Drafts viele Interviews geführt, die Spieler genau analysiert und beim NFL Combine auf ihre athletischen Fähigkeiten getestet. Doch selbst nach diesen ganzen Vorbereitungen gibt es drei Strategien, nach denen die meisten Teams vorgehen.

Der NFL Draft ist wie eine große Lotterie, bei der der Hauptgewinn ein Star in der NFL ist, der über viele Jahre Leistungsträger bei einem Team ist - die Niete hingegen ist ein Spieler, der die Erwartungen nicht erfüllt oder sich sogar überhaupt nicht in der NFL durchsetzen kann. Besonders in der ersten Runde des Drafts hoffen alle Teams, den nächsten mehrfachen All-Pro zu wählen. Umso bitterer sind Draft-Busts aus der ersten Runde. Um das eigene Team bestmöglich zu verstärken, verfolgen Teams meist eine der drei in der NFL üblichen Strategien.
Eine der drei Strategien, die Teams häufig verfolgen, nennt sich "Best Player Available". Dabei achtet das Franchise kaum bis gar nicht auf die eigenen Schwächen im Kader, sondern entscheidet sich in der Regel für den aus ihrer Sicht besten verfügbaren Spieler, der noch nicht vom Board gegangen ist. Dabei spielt besonders das Potenzial des Athleten eine große Rolle. Ein Spieler, der besonders hohes Potenzial mitbringt, zum Zeitpunkt des Drafts aber noch einiges zu lernen hat, wird bei dieser Strategie eher gewählt als ein Spieler, der zwar jetzt schon ein gutes Grundniveau hat, dem dafür aber weniger Potenzial nachgesagt wird, als anderen Spielern.
Diese Strategie wird meist von zwei Arten von Teams genutzt: Zum einen wollen sehr gute Teams, die kaum nennenswerte Schwächen im Kader haben, einen neuen Star holen, der die Sieg-Chancen der Franchise sofort steigert. Zum anderen setzen Teams die sehr viele Schwächen im Roster haben häufig auf diese Methodik, da sie an fast allen Ecken und Enden im Kader Unterstützung brauchen und somit eine große Baustelle versuchen über Jahre zu schließen.
Das komplette Gegenteil zur ersten Strategie ist es, sich ganz gezielt auf einer Position zu verstärken. Diese Vorauswahl grenzt den Kreis der möglichen Kandidaten stark ein. Franchises, die dieser Methodik folgen, versuchen eine oder zwei Stellen im Kader zu verbessern und suchen daher fast ausschließlich nach Spielern auf dieser Position. Typisch für diese Vorgehensweise ist ebenfalls, dass das Grundlevel, mit dem der Spieler in seine Karriere startet, wichtiger ist, als sein Potenzial.
Teams suchen Spieler, die ihnen jetzt sofort auf dieser Position helfen und nicht erst in ein bis zwei Jahren ihr Potenzial erreicht haben. Franchises, die nur einige wenige Baustellen im Kader haben, nutzen diese Strategie besonders häufig, um eine Schwachstelle sofort zu schließen. Auch Teams, die eine einzige, dafür aber sehr große Lücke im Roster haben, suchen meist nach diesem einen Puzzlestück, das den Kader abrunden und perfektionieren soll.
Wenn Teams weder besonders viele noch sehr wenige Lücken im Kader haben, entsteht eine Art Mix aus den beiden Strategien. Hierbei nimmt das Team am ehesten den besten Spieler, der auf dem Board ist, aber nur von den Positionen auf denen Bedarf besteht. Hierbei ist es sowohl möglich, dass die Teams das Potenzial eines Spielers bevorzugen, aber auch, dass sie sich eher für einen bereits sehr starken Spieler mit weniger Potenzial entscheiden.
Für welche dieser Strategien sich ein Team entscheidet, hängt neben den eigenen Needs auch von den Erwartungen an die neue Saison und den Verantwortlichen des Franchises ab. Besonders Teams, die in einem großen Rebuild sind und viele Schwächen haben, wollen einen neuen Star mit viel Potenzial, egal auf welcher Position, um den herum sie das neue Team aufbauen können. Teams, die sich als Super-Bowl-Contender sehen brauchen sofort eine Unterstützung, meist auf nur einer oder zwei Positionen. Dafür muss dieser Spieler sofort einen großen Impact zeigen, auch wenn sein langfristiges Potenzial geringer ist.
nhu