18.08.2025
Auch Overtime ändert sich
Die NCAA hat für die neue College-Football-Saison mehrere Regeländerungen beschlossen. Besonders im Fokus stehen härtere Strafen gegen vorgetäuschte Verletzungen und neue Timeout Regeln in der Overtime.

Das NCAA Football Rules Committee hat die wichtigsten Anpassungen für die kommende Spielzeit vorgestellt. Ziel der Änderungen ist es, Fairness und Transparenz auf dem Feld zu erhöhen sowie die Sicherheit der Spieler stärker zu berücksichtigen.
Neben der Einführung klarerer Standards für Videobeweise geht es vor allem darum, taktische Verletzungen und Zeitspiel zu unterbinden. Gleichzeitig wurden auch kleinere, aber bedeutende Anpassungen vorgenommen, die das Spieltempo und die Kommunikation zwischen Spielern und Trainern beeinflussen könnten.
Besonders im Fokus steht das gezielte Vortäuschen von Verletzungen, um das Spiel zu unterbrechen oder das Tempo zu drosseln. Künftig wird jedes Team, dessen Spieler nach dem Aufstellen zum nächsten Spielzug plötzlich verletzt zu sein scheint, automatisch mit dem Verlust eines Timeouts bestraft. Sollten keine Auszeit mehr zur Verfügung stehen, folgt eine Strafe wegen Delay of Game über fünf Yards.
Darüber hinaus muss der betroffene Spieler mindestens einen Spielzug aussetzen und darf erst nach der Freigabe durch medizinisches Personal zurückkehren.
Mit dieser Verschärfung reagiert das Komitee auf eine Praxis, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt hat und teils sogar auf direkte Anweisung von Trainern erfolgte.
Auch das Overtime-Format wird angepasst. Während in den ersten beiden Verlängerungen jedes Team weiterhin eine Auszeit zur Verfügung hat, gilt ab der dritten Overtime eine neue Regel: Von diesem Zeitpunkt an steht beiden Teams nur noch ein einziges Timeout für den Rest der Partie zu. Bislang konnte in jeder Overtime eine neuen Timeout genutzt werden.
Bei Video-Reviews wird derweil künftig auf eine vereinfachte und einheitliche Sprache geachtet. Bleibt die ursprüngliche Entscheidung bestehen, lautet die Ansage künftig, dass der Call "upheld" wird. Kommt es hingegen zu einer Änderung, muss der Schiedsrichter die Gründe dafür klar benennen.
Die bisherigen Formulierungen wie "confirmed" oder "stands" entfallen, da sie in der Vergangenheit häufig für Verwirrung sorgten.
Neben diesen großen Neuerungen wurden auch einige kleinere, aber dennoch wichtige Veränderungen beschlossen. Bei Kickoff-Situationen wird ein Return automatisch beendet, sobald ein Spieler der Return-Mannschaft mit seinen Armen ein T-Signal anzeigt.
Außerdem wird die 12-Mann-Strafe angepasst: Befinden sich mehr als elf Spieler der Defense beim Snap auf dem Feld, zieht dies nicht nur eine Fünf-Yard-Strafe nach sich, sondern erlaubt nach der Two Minute Warning auch eine Rücksetzung der Uhr auf den Stand vor dem Spielzug.
Neu eingeführt wird außerdem der Helmfunk in der Football Championship Subdivision (FCS), der die direkte Kommunikation zwischen Coach und Quarterback ermöglicht.
Auch beim Thema Spielersicherheit gab es Erweiterungen: Spieler, die versuchen, einen freien Ball zu sichern, gelten nun ebenfalls als "defenseless" und sind vor harten Hits geschützt. Darüber hinaus wird unsportliches Verhalten strenger geahndet - insbesondere Gesten, die das Abfeuern oder Zücken einer Waffe nachahmen, führen künftig automatisch zu einer Strafe.
val