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    NFL

    vor 1 Tag

    Der Druck ist hoch

    NFL-Hot-Seat-Ranking: Diese fünf Head Coaches stehen unter Druck

    Die NFL-Saison 2026 nähert sich ihrer Halbzeit und bei mehreren Franchises wächst die Unzufriedenheit. Enttäuschende Ergebnisse, schwache Offensivleistungen und fragwürdige Entscheidungen bringen einige Head Coaches zunehmend unter Druck.

    Tod Bowles in einem NFL-Spiel für die Tampa Bay Buccaneers
    Diese fünf Coaches könnten schon bald entlassen werden. IMAGO/ZUMA Wire

    Die NFL-Saison 2026 nähert sich ihrer Halbzeit und bei mehreren Franchises wächst der Druck auf die Verantwortlichen. Enttäuschende Ergebnisse, anhaltende sportliche Probleme und umstrittene Entscheidungen bringen einige Head Coaches zunehmend in Bedrängnis. Während manche Trainer noch auf die Geduld ihrer Besitzer hoffen dürfen, könnte für andere bereits in den kommenden Wochen die entscheidende Phase ihrer Amtszeit beginnen. Doch bei welchen fünf Head Coaches wackelt der Stuhl derzeit am stärksten?

    Platz 5: Nick Sirianni - Philadelphia Eagles

    Vor nicht allzu langer Zeit führte Nick Sirianni die Philadelphia Eagles noch zum Super-Bowl-Triumph. Inzwischen steht der Head Coach zunehmend unter Druck. Nach sieben Spielen weist Philadelphia eine Bilanz von 2-5 auf. Besonders die jüngste 21:38-Niederlage gegen die Dallas Cowboys verschärfte die Situation. Es war bereits die fünfte Niederlage in Folge.

    Zwar haben Siriannis Eagles mit erheblichen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Quarterback Jalen Hurts fehlt aufgrund gesundheitlicher Probleme, gegen Dallas mussten die Eagles zudem auf DeVonta Smith, Dontayvion Wicks und Nolan Smith verzichten. Auch Saquon Barkley war nach seiner Rückkehr nicht vollständig belastbar.

    Allerdings begannen die Probleme bereits vor dem Ausfall von Hurts. Nach zwei wenig überzeugenden Siegen zum Saisonstart kassierte Philadelphia in Week 3 eine deutliche Niederlage gegen die Chicago Bears, die ihrerseits ohne Starting-Quarterback Caleb Williams antreten mussten.

    Anschließend verlor die Offensive Line mit dem überraschenden Rücktritt von Lane Johnson und dem Trade von Cam Jurgens zu den Baltimore Ravens zwei wichtige Leistungsträger.

    Nick Sirianni in einem NFL-Spiel der Philadelphia Eagleas.
    Nick Sirianni steht bei den Eagles unter Druck. IMAGO/Icon Sportswire

    Besonders kritisch ist die Entwicklung der Offensive. Trotz zahlreicher namhafter Spieler gelingt es den Eagles kaum, über mehrere Drives hinweg konstant Raumgewinn zu erzielen. Auch die Entscheidungen des Coaching Staffs in wichtigen Spielsituationen stehen zunehmend in der Kritik.

    Für Sirianni ist vor allem problematisch, dass Philadelphia bereits zum zweiten Mal in Folge hinter den Erwartungen zurückbleibt. Verletzungen erklären einen Teil der sportlichen Krise, können jedoch nicht sämtliche Schwächen entschuldigen.

    Sollte sich die Entwicklung in den kommenden Wochen nicht verbessern, dürfte auch der Super-Bowl-Erfolg aus der Vergangenheit seinen Arbeitsplatz nicht dauerhaft absichern.

    Platz 4: Todd Bowles - Tampa Bay Buccaneers

    Auch bei den Tampa Bay Buccaneers wächst die Unzufriedenheit. Nach einem enttäuschenden Saisonstart steht Head Coach Todd Bowles zunehmend unter Druck. Besonders problematisch ist, dass Tampa Bay trotz einer grundsätzlich konkurrenzfähigen Mannschaft bislang kaum Konstanz entwickeln konnte.

    Die Buccaneers verloren ihre ersten fünf Saisonspiele und konnten erst anschließend ihren ersten Erfolg feiern. Ende Oktober steht das Team bei einer Bilanz von 2-5. Damit geriet Tampa Bay früh in eine schwierige Ausgangslage, obwohl die NFC South weiterhin Möglichkeiten bietet, im Rennen um die Division zu bleiben.

    Vor allem die Offensive enttäuscht. Quarterback Baker Mayfield hatte wiederholt mit Ballverlusten und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Auch unter Offensive Coordinator Zac Robinson ist es bislang nicht gelungen, ein konstant funktionierendes Angriffssystem zu etablieren.

    Hinzu kommen Probleme bei Third Downs, eine fehlende Balance zwischen Lauf- und Passspiel sowie Schwierigkeiten, aussichtsreiche Drives erfolgreich abzuschließen.

    Doch die Kritik beschränkt sich nicht auf die Offensive. Bowles gilt seit Jahren als defensivorientierter Head Coach. Gerade deshalb fällt ins Gewicht, dass auch die Defense der Buccaneers nicht die erhoffte Stabilität entwickelt hat. Ein teilweise unzureichender Pass Rush und Probleme in der Secondary erschweren es Tampa Bay, gegnerische Offenses konstant zu kontrollieren.

    Damit steht Bowles zunehmend vor der Frage, warum es ihm nicht gelingt, die vorhandenen Qualitäten seines Rosters besser zur Geltung zu bringen. Allerdings trägt nicht allein der Head Coach Verantwortung. Auch General Manager Jason Licht muss sich Kritik an der Zusammenstellung des Kaders gefallen lassen.

    Für Bowles könnte die weitere Entwicklung in der NFC South entscheidend werden. Sollte Tampa Bay trotz der vergleichsweise offenen Ausgangslage in der Division erneut den Anschluss verlieren, dürfte die Diskussion über seine Zukunft weiter an Intensität gewinnen.

    Platz 3: Jim Harbaugh - Los Angeles Chargers

    Als Jim Harbaugh die Los Angeles Chargers übernahm, sollte er die Franchise zu einem ernsthaften Playoff-Anwärter entwickeln und vor allem Quarterback Justin Herbert auf das nächste Leistungsniveau bringen.

    Davon ist die Mannschaft in der Saison 2026 weit entfernt. Nach sieben Spielwochen sind die Chargers das einzige Team der NFL ohne Sieg. Noch besorgniserregender als die Ergebnisse ist dabei die Art und Weise, wie Los Angeles seine Spiele verliert.

    Die Offensive steht bei den erzielten Punkten auf dem letzten Platz der Liga. Besonders Herbert bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück.

    Der Quarterback, der in seiner Rookie-Saison 2020 mit 31 Touchdown-Pässen einen damaligen NFL-Rekord für Neulinge aufstellte, wirkt derzeit weit entfernt von seiner früheren Form.

    Auch der Wechsel auf der Position des Offensive Coordinators hat bislang keine Verbesserung gebracht. Nachdem bereits Greg Roman seinen Posten räumen musste, sollte Mike McDaniel neue Impulse setzen. Stattdessen setzt sich die offensive Krise fort.

    Jim Harbaugh in einem NFL-Spiel für die L.A Chargers
    Jim Harbaugh könnte bald das Aus drohen. Mark Konezny

    Für Harbaugh ist das besonders problematisch, weil die Entwicklung Herberts eines der zentralen Argumente für seine Verpflichtung war. Der Head Coach sollte nicht nur eine neue Mentalität etablieren, sondern auch die Voraussetzungen schaffen, damit sein Franchise-Quarterback sein Potenzial vollständig ausschöpfen kann. Bislang ist das Gegenteil eingetreten.

    Hinzu kommt die anhaltende Erfolglosigkeit in der Postseason. Die Chargers warten seit Jahren auf einen weiteren Playoff-Sieg. Nach dem aktuellen Saisonstart droht sogar die Teilnahme an den Playoffs in weite Ferne zu rücken.

    Sollte Los Angeles weiterhin sieglos bleiben, dürfte auch Harbaughs bisheriger Ruf als erfolgreicher NFL- und College-Coach nicht ausreichen, um jede Diskussion über seine Zukunft zu verhindern.

    Platz 2: Aaron Glenn - New York Jets

    Bei den New York Jets scheint sich die sportliche Krise auch unter Aaron Glenn fortzusetzen. Der ehemalige Defensive Coordinator der Detroit Lions sollte nach seiner Verpflichtung für einen Neuanfang sorgen. Stattdessen bleiben die Ergebnisse enttäuschend, während zunehmend auch seine Entscheidungen während der Spiele infrage gestellt werden.

    Besonders deutlich wurde dies bei der Niederlage gegen die Miami Dolphins. Glenn geriet in die Kritik, weil er gegen Ende der ersten Halbzeit zu viel Zeit verstreichen ließ, während Miami seinen Vorsprung ausbauen konnte. Die Szene steht stellvertretend für ein größeres Problem.

    Seit Beginn der vergangenen Saison wurden die Jets in den letzten beiden Minuten der ersten Halbzeit mit insgesamt 107:6 Punkten übertroffen. Eine solche Differenz deutet auf erhebliche Schwierigkeiten hin, entscheidende Spielphasen erfolgreich zu gestalten.

    Auch innerhalb der AFC East bleiben die Ergebnisse ernüchternd. Seit Beginn der Saison 2025 haben die Jets sämtliche acht Divisionsduelle verloren. Für eine Franchise, die seit Jahren versucht, wieder dauerhaft konkurrenzfähig zu werden, ist das eine besonders enttäuschende Bilanz.

    Allerdings hatte Eigentümer Woody Johnson nach den Entlassungen von Robert Saleh und General Manager Joe Douglas im Jahr 2024 angekündigt, künftig mehr Geduld mit der sportlichen Führung aufbringen zu wollen.

    Diese Haltung könnte Glenn zunächst zugutekommen. Dennoch dürfte es zunehmend schwieriger werden, an einem Head Coach festzuhalten, wenn sich weder die Ergebnisse noch die Leistungen in entscheidenden Spielsituationen nachhaltig verbessern.

    Gerade die wiederkehrenden Probleme beim Clock Management werfen die Frage auf, ob Glenn die Mannschaft ausreichend auf kritische Spielsituationen vorbereitet.

    Platz 1: Shane Steichen - Indianapolis Colts

    Kaum ein NFL-Head-Coach steht derzeit stärker unter Druck als Shane Steichen. Die Indianapolis Colts haben nach sieben Spielen lediglich zwei Siege auf dem Konto. Nach der Entlassung von General Manager Chris Ballard hat die Franchise zudem bereits damit begonnen, wichtige Leistungsträger abzugeben.

    Offensive Guard Quenton Nelson wurde zu den Seattle Seahawks getradet, Defensive Tackle DeForest Buckner kehrte zu den San Francisco 49ers zurück.

    Damit stellt sich für Steichen nicht nur die Frage, wie er die laufende Saison noch retten kann. Vielmehr muss er damit rechnen, dass die Verantwortlichen die sportliche Zukunft der Colts grundsätzlich neu ausrichten. Eine solche Entwicklung könnte auch seine eigene Position gefährden.

    Dabei ist Steichen keineswegs allein für die Probleme in Indianapolis verantwortlich. Ein wesentlicher Faktor ist die seit Jahren ungeklärte Quarterback-Situation.

    Die Entscheidung, Anthony Richardson im NFL Draft 2023 an vierter Stelle auszuwählen, fiel unter der Verantwortung von Chris Ballard. Allerdings gelang es auch Steichen nicht, den jungen Quarterback dauerhaft zu einem verlässlichen Starter zu entwickeln.

    In der vergangenen Saison schien Indianapolis zunächst auf einem guten Weg zu sein. Die Colts starteten mit einer Bilanz von 8-2 und gehörten zwischenzeitlich zu den positiven Überraschungen der Liga.

    Dann verletzte sich Daniel Jones schwer und fiel für den Rest der Saison aus. Indianapolis verlor anschließend sämtliche verbleibenden Spiele und beendete die Spielzeit mit einer Bilanz von 8-9.

    Shane Steichen in einem NFL-SPiel für die Indianapolis Colts
    Shane Steichen steht bereits vor dem Aus. IMAGO/Icon Sportswire

    Auch die zwischenzeitliche Rückkehr des damals 44-jährigen Philip Rivers konnte den Absturz nicht verhindern. In der laufenden Saison setzt sich die Unsicherheit auf der wichtigsten Position fort. Die Leistungen der Quarterbacks bleiben hinter den Erwartungen zurück, während die Mannschaft insgesamt kaum Fortschritte erkennen lässt. Für Steichen ist besonders problematisch, dass ein neuer General Manager möglicherweise auch einen eigenen Head Coach verpflichten möchte.

    Die bereits vollzogenen Trades deuten darauf hin, dass Indianapolis bereit ist, grundlegende Veränderungen vorzunehmen. Sollte die Franchise tatsächlich einen umfassenden Neuaufbau einleiten, könnte Steichen trotz seiner offensiven Qualitäten zu den ersten personellen Konsequenzen gehören.

    Nach vier Jahren ohne Playoff-Teilnahme und einem erneuten schwachen Saisonstart ist seine Zukunft bei den Colts damit ungewisser denn je.

    Autor: Niklas Kreuzer

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