19.10.2026
Schottenheimer selbstkritisch
Die Dallas Cowboys haben bei der 13:23-Niederlage gegen die Green Bay Packers offensiv enttäuscht. Mit Dak Prescott und einer Reihe gefährlicher Playmaker besitzt Dallas eigentlich das Potenzial für eine der produktivsten Offenses der NFL. Gegen Green Bay war davon allerdings lange wenig zu sehen.

Nach einer punktlosen ersten Hälfte standen am Ende gerade einmal 13 Zähler auf dem Scoreboard. Dabei hatten die Cowboys vor dem Spiel im Schnitt 27,6 Punkte erzielt und damit auf Rang sieben der NFL gelegen. Besonders das fehlende Laufspiel und wiederholte Fehler brachten Dallas aus dem Rhythmus.
Die Probleme waren nicht auf einen einzelnen Spielzug zurückzuführen. Vielmehr fehlte den Cowboys die Balance zwischen Lauf- und Passspiel, während Ballverluste vielversprechende Drives zunichtemachten. Head Coach Brian Schottenheimer nahm nach der Partie auch sich selbst in die Pflicht. Offensive Lineman Tyler Smith forderte mehr Konstanz in entscheidenden Situationen.
Ein zentraler Punkt für Schottenheimer war die fehlende Balance seiner Offense. "Ich hatte nicht vor, in dieses Spiel zu gehen und den Ball 54-mal werfen zu müssen. Das war nicht der Plan", erklärte der Head Coach nach der Niederlage. Die Passlastigkeit sei nicht die gewünschte Ausrichtung gewesen. Stattdessen müsse Dallas Wege finden, das eigene Laufspiel wieder in Gang zu bringen.
Die Zahlen unterstreichen das Problem. Die Cowboys kamen bei 15 Laufversuchen auf gerade einmal 48 Yards, was einem Schnitt von 3,2 Yards pro Versuch entspricht. Javonte Williams war mit 41 Rushing Yards bei elf Läufen noch der produktivste Läufer. Insgesamt fehlte dem Angriff jedoch die Fähigkeit, über das Laufspiel konstant Raumgewinn zu erzielen.
Dadurch verlagerte sich die Verantwortung immer stärker auf Dak Prescott. Der Quarterback brachte 34 seiner 54 Pässe für 258 Yards an den Mann, warf einen Touchdown und musste gleichzeitig zwei Interceptions hinnehmen. Mit einem Passer Rating von 65,2 blieb er zum zweiten Mal in Folge unter einem Rating von 70.
Dass Dallas früh in Rückstand geriet, machte die Situation für das Run Game nicht einfacher. Zur Halbzeit lagen die Cowboys bereits mit 0:17 zurück und waren gezwungen, dem Spielstand hinterherzulaufen. Ohne ein funktionierendes Laufspiel wurde es allerdings zunehmend schwierig, die Packers-Defense vor neue Aufgaben zu stellen.
Schottenheimer machte deutlich, dass er die Verantwortung für diese Entwicklung nicht allein bei seinen Spielern sieht. "Wir müssen einen Weg finden, unser Laufspiel aufzubauen. Das beginnt bei mir und beim Trainerstab in der Offense", so der 53-Jährige. Neben der Ausführung der Spielzüge müsse auch das Playcalling hinterfragt werden.
Neben der fehlenden Balance waren die Ballverluste ein entscheidender Faktor. Prescott warf bereits in der ersten Hälfte zwei Interceptions. Beim ersten Ballverlust fing Safety Evan Williams einen Pass in Richtung CeeDee Lamb ab, als Dallas kurz vor der Endzone stand. Vor der Pause kam auch Cornerback Brandon Cisse dazwischen, nachdem Lamb bei seinem Richtungswechsel ausgerutscht war.
Damit verspielte Dallas gleich mehrfach die Chance, sich offensiv auf die Anzeigetafel zu bringen. Die beiden Interceptions waren nicht nur individuelle Fehler, sondern verschärften auch den ohnehin schwierigen Spielverlauf. Schottenheimer verwies darauf, dass die Cowboys in den vergangenen beiden Spielen insgesamt fünf Ballverluste produziert hatten.
"Wir müssen den Ball schützen. Fünf Turnover in zwei Spielen sind nicht gut", stellte der Head Coach klar. Wiederholte Fehler seien nicht das, wofür sein Team stehen solle. Gerade in einer Saisonphase, in der Dallas nach Niederlagen wieder in die Spur finden muss, wiegen solche Fehler schwer.
Auch Tyler Smith sparte nicht mit Selbstkritik. Der Offensive Lineman sprach über kleine technische Fehler, mangelnde Kommunikation und Situationen, in denen die Mannschaft ihre Chancen nicht konsequent nutze. Gerade in entscheidenden Momenten müsse er selbst besser sein, betonte Smith.
"Fehler werden uns so lange das Genick brechen, bis wir sie abstellen", machte er deutlich. Für Smith geht es deshalb nicht nur um einzelne Spielzüge, sondern um mehr Konstanz in der gesamten Ausführung. Die Teams, die am Ende um den Titel mitspielen, seien diejenigen, die ihre Leistung Woche für Woche abrufen könnten.

Der Head Coach erkannte nach der Niederlage zwar den Einsatz seiner Mannschaft an, stellte aber zugleich klar, dass der Wille allein nicht ausreiche. "Der Einsatz stimmt, der Kampf stimmt. Aber die Ausführung war nicht sauber genug." Sowohl die Spieler als auch der Trainerstab müssten die Fehler analysieren und Lösungen finden.
Ein Ansatzpunkt bleibt dabei das Laufspiel. Mehr Balance würde die Offense weniger berechenbar machen und Prescott entlasten. Gleichzeitig müssen die Cowboys ihre Ballverluste reduzieren und in entscheidenden Situationen sauberer spielen. Die Verantwortung dafür sieht Head Coach ausdrücklich auch bei sich selbst.
Die individuelle Qualität ist in Dallas vorhanden. Dass eine Offense mit dieser Qualität gegen Green Bay bei 13 Punkten bleibt, zeigt jedoch, wie weit Anspruch und aktuelle Leistung auseinanderliegen können. Solange das Laufspiel nicht verlässlich funktioniert und sich Fehler wiederholen, wird es für die Cowboys schwierig, ihr offensives Potenzial konstant auszuschöpfen.
par