19.09.2026
Nach Big Ben gegen Brady
Wenn die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers aufeinandertreffen, stehen sich zwei der erfolgreichsten Franchises der NFL-Geschichte gegenüber. Beide Teams haben jeweils sechs Super Bowls gewonnen und prägten unterschiedliche Epochen der Liga.

Besonders in den Playoffs entwickelte sich das Duell zu einem Klassiker der AFC. Dreimal trafen Pittsburgh und New England im AFC Championship Game aufeinander - dreimal setzten sich die Patriots durch. Am Sonntag folgt in Week 2 der Saison 2026 das nächste Kapitel dieser langen Geschichte.
Pittsburgh legte den Grundstein für seinen Status als NFL-Schwergewicht bereits in den 1970er-Jahren. Unter Head Coach Chuck Noll, Quarterback Terry Bradshaw und mit der dominanten Defense um die sogenannte "Steel Curtain" gewannen die Steelers innerhalb von sechs Spielzeiten vier Super Bowls.
Zwei weitere Titel folgten in der Ära von Ben Roethlisberger. Pittsburgh gewann nach der Saison 2005 den Super Bowl XL gegen die Seattle Seahawks und nach der Saison 2008 den Super Bowl XLIII gegen die Arizona Cardinals. Insgesamt stehen sechs Titel bei acht Super-Bowl-Teilnahmen zu Buche.
New England erreichte seine sechs Meisterschaften deutlich später. Unter Bill Belichick und Tom Brady standen die Patriots zwischen den Spielzeiten 2001 und 2018 neunmal im Super Bowl und gewannen sechs dieser Partien. Insgesamt kommt die Franchise mittlerweile auf zwölf Super-Bowl-Teilnahmen - NFL-Rekord.
Auch die gemeinsame Playoff-Geschichte ist eng mit der Patriots-Dynastie verbunden. Im AFC Championship Game der Saison 2001 gewann New England in Pittsburgh mit 24:17.
Tom Brady verletzte sich im zweiten Viertel am linken Knöchel, sodass Drew Bledsoe übernehmen musste. Der langjährige Patriots-Quarterback warf noch im zweiten Viertel einen Touchdown-Pass auf David Patten und half New England beim Einzug in den Super Bowl XXXVI. Dort kehrte Brady als Starter zurück und führte die Patriots gegen die St. Louis Rams zum ersten Super-Bowl-Titel der Franchise-Geschichte.
Drei Jahre später entwickelte sich das Duell erneut zu einem der wichtigsten Matchups der AFC. Pittsburgh beendete am 31. Oktober 2004 mit einem 34:20-Erfolg die historische Siegesserie der Patriots, die zuvor inklusive Playoffs 21 Spiele in Folge gewonnen hatten.
Die Steelers schlossen die Regular Season mit einer 15:1-Bilanz ab. Nach ihrem Sieg gegen die New York Jets in der Divisional Round gingen sie mit einer Serie von 15 Siegen in das AFC Championship Game. Dort revanchierte sich New England deutlich.
Die Patriots führten bereits zur Halbzeit mit 24:3 und gewannen schließlich mit 41:27. Anschließend setzte sich New England im Super Bowl XXXIX mit 24:21 gegen die Philadelphia Eagles durch und holte den dritten Titel innerhalb von vier Spielzeiten.
Das bislang letzte Playoff-Duell der beiden Teams fand nach der Saison 2016 statt - erneut im AFC Championship Game.
New England setzte sich mit 36:17 durch. Brady brachte 32 seiner 42 Pässe für 384 Yards und drei Touchdowns an und führte die Patriots damit in den Super Bowl LI. Dort folgte gegen die Atlanta Falcons die berühmte Aufholjagd nach einem zwischenzeitlichen 3:28-Rückstand. Für Pittsburgh blieb damit auch das dritte AFC Championship Game gegen die Patriots ohne Erfolg.
Insgesamt standen sich Patriots und Steelers bislang 36-mal in Regular Season und Playoffs gegenüber. New England führt den direkten Vergleich mit 19:17.
Besonders deutlich ist die Bilanz in der Postseason. Vier der fünf Playoff-Duelle gingen an die Patriots. Pittsburghs einziger Erfolg stammt aus der Divisional Round nach der Saison 1997, als sich die Steelers mit 7:6 durchsetzten.
Das bislang letzte direkte Duell ging allerdings an Pittsburgh. In der Saison 2025 gewannen die Steelers mit 21:14 in New England.
2026 haben sich die Gesichter dieses Duells grundlegend verändert. Weder Brady noch Roethlisberger oder Belichick bestimmen inzwischen die Schlagzeilen.
Bei den Patriots führt Drake Maye die Offense von Head Coach Mike Vrabel an. New England erreichte in der vergangenen Saison mit einer 14:3-Bilanz den Super Bowl LX, verlor dort allerdings mit 13:29 gegen die Seattle Seahawks. Maye geht inzwischen in seine dritte NFL-Saison.
Pittsburgh setzt ebenfalls auf eine neue Konstellation an der Seitenlinie. Mike McCarthy übernahm vor der Saison als Head Coach und arbeitet damit wieder mit Aaron Rodgers zusammen. Beide hatten bereits über viele Jahre gemeinsam bei den Green Bay Packers gearbeitet.
Zum Saisonauftakt gelang den Steelers ein 20:13-Erfolg gegen die Atlanta Falcons. Rodgers brachte 24 seiner 40 Pässe für 221 Yards und einen Touchdown an und blieb ohne Interception.
Für McCarthy und Rodgers war es der erste gemeinsame Sieg seit Week 10 der Saison 2018. Zwischen den beiden Erfolgen lagen 2.863 Tage.
Die Patriots mussten sich dagegen bei den Seattle Seahawks mit 10:13 geschlagen geben. Besonders bitter verlief das Schlussviertel für Maye: Der Quarterback warf alle drei seiner Interceptions im vierten Viertel, nachdem New England zwischenzeitlich mit 10:0 geführt hatte.
Damit geht Pittsburgh mit einer 1:0-Bilanz in das Duell, während New England beim Heimauftakt den ersten Saisonsieg einfahren will.
nkr