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Nach drei Niederlagen
Drei Spiele, drei Niederlagen - für die Los Angeles Chargers ist der Start in die neue Saison komplett misslungen. Ausgerechnet jetzt wartet mit den Seattle Seahawks der amtierende Super-Bowl-Champion. Eine weitere Niederlage würde die Chargers in ein historisch beinahe aussichtsloses Playoff-Loch stürzen.

Im Mittelpunkt steht dabei Justin Herbert. Der Quarterback erlebt einen seiner schwächsten Saisonstarts, während die gesamte Offense trotz des neuen Systems von Mike McDaniel kaum in Fahrt kommt. Vor dem Duell in Seattle ist der Druck entsprechend groß.
Eigentlich sollten die Chargers in dieser Saison den nächsten Schritt machen. Mit Jim Harbaugh als Head Coach, Mike McDaniel als neuem Offensive Coordinator und Herbert unter Center bringt Los Angeles eigentlich genügend Qualität mit, um in der AFC mitzuspielen.
Bislang ist davon allerdings wenig zu sehen. Die Chargers stehen erstmals seit 2017 wieder bei 0-3 und haben in den ersten drei Spielen lediglich 44 Punkte erzielt. Mit durchschnittlich 14,7 Punkten pro Partie liegt Los Angeles nur auf Rang 29 der NFL.
Noch deutlicher wird die Krise beim Blick auf die einzelnen Spiele: Die Chargers haben in dieser Saison noch nie mehr als 16 Punkte erzielt. McDaniel übernahm zuletzt selbst Verantwortung für die Probleme seiner Offense. Doch auch Herbert kann sich der Kritik nicht entziehen.
Nach drei Spielen steht Herbert bei 627 Passing Yards, drei Touchdowns und bereits vier Interceptions. Sein Passer Rating liegt lediglich bei 73,4.
Besonders bemerkenswert ist die Zahl der Ballverluste. In der gesamten Regular Season 2024 hatte Herbert lediglich drei Interceptions geworfen. In dieser Saison hat er diesen Wert bereits nach drei Spielen übertroffen.
Auch andere Zahlen zeigen, wie ungewöhnlich schwach sein Start ist. Seine Completion Percentage von 59,1 Prozent ist die niedrigste seiner Karriere nach den ersten drei Saisonspielen. Gleichzeitig sind die vier Interceptions zu diesem Zeitpunkt ein persönlicher Höchstwert.
Herbert selbst sieht die Verantwortung auch bei sich. Vor dem Seattle-Spiel erklärte er, dass er besser verstehen müsse, was McDaniel von ihm verlange und wie sein Offensive Coordinator bestimmte Situationen sehe.
Wie groß die Probleme der Chargers aktuell sind, zeigte sich besonders bei der 16:24-Niederlage gegen die Buffalo Bills. Die Defense zwang Buffalo zu fünf Turnovern und verschaffte Herbert und der Offense damit immer wieder Möglichkeiten. Trotzdem reichte es nicht zum ersten Saisonsieg.
Los Angeles brachte erneut weniger als 20 Punkte auf das Scoreboard. Eine späte Interception von Herbert in der Nähe der Endzone machte die Hoffnung auf ein Comeback schließlich zunichte.
Dabei funktioniert längst nicht alles schlecht. Das Laufspiel um Omarion Hampton zeigte zuletzt Fortschritte. Gleichzeitig steht Herbert allerdings regelmäßig unter Druck: Bei 44,2 Prozent seiner Dropbacks bekam es der Quarterback bislang mit gegnerischem Pressure zu tun.
Einfacher könnte die Aufgabe kaum weniger werden. Seattle geht als amtierender Super-Bowl-Champion in das Duell und steht nach drei Spielen bei 2-1.
Die Seahawks gewannen im Februar den Super Bowl LX gegen die New England Patriots und verfügen auch in dieser Saison über eine starke Defense. Nach drei Spielen hat Seattle erst 425 Passing Yards zugelassen.
Für Herbert wird das Duell damit zu einem schwierigen Test. Nach vier Interceptions in den ersten drei Spielen trifft er auf eine Defense, die bereits vier Pässe abgefangen hat.
Genau deshalb besitzt das Spiel für Los Angeles bereits enorme Bedeutung. Eine Niederlage würde die Chargers auf 0-4 stellen. Seit 1990 gelang es nur einem einzigen Team, nach einem solchen Start noch die Playoffs zu erreichen: den San Diego Chargers 1992. Sie drehten ihre Saison damals noch und beendeten die Regular Season mit einer 11-5-Bilanz.
Natürlich wäre Los Angeles bei 0-4 nicht mathematisch ausgeschieden. Die NFL-Geschichte zeigt allerdings, wie schwierig der Weg anschließend wäre.
Hinzu kommt der Spielplan. Nach dem Duell mit Seattle warten direkt die Division-Rivalen aus Denver und Kansas City. Erst danach folgt die Bye Week.
nkr