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    NFL

    vor 1 Tag

    Sieg gegen die Patriots

    Seahawks nach Week 1 in der Analyse: Die Defense ist schon wieder titelreif

    Die Seattle Seahawks sind mit einem Sieg in die Mission Titelverteidigung gestartet. Beim 13:10 gegen die New England Patriots zeigte der amtierende Super-Bowl-Champion allerdings zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Während die Defense in entscheidenden Momenten bereits wieder auf höchstem Niveau agierte, bleiben offensiv einige Fragen offen.

    Drew Lock in einem NFL-SPiel für die Seattle Seahawks
    Drew Lock musste nach wenigen Minuten spielen Joe Nicholson

    Dabei wurde der ursprüngliche Gameplan bereits nach wenigen Minuten über den Haufen geworfen. Sam Darnold verletzte sich im ersten Drive an der Hüfte und konnte nicht weiterspielen. Backup Drew Lock übernahm und führte Seattle nach einem zwischenzeitlichen 0:10-Rückstand tatsächlich noch zum Comeback.

    Darnolds Ausfall verhindert ersten echten Blick auf Fleury-Offense

    Mit Brian Fleury hat Seattle zur neuen Saison einen neuen Offensive Coordinator installiert. Wie stark sich dessen Offense tatsächlich von der erfolgreichen Vorsaison unterscheidet, ließ sich gegen New England allerdings kaum beurteilen.

    Darnold absolvierte lediglich fünf offensive Plays, ehe er nach einem Sack mit einer Hüftverletzung ausschied. Fleury musste seine Premiere als Playcaller damit praktisch vollständig mit Backup Drew Lock bestreiten.

    Der machte seine Sache bemerkenswert ordentlich. Lock brachte 16 seiner 22 Pässe für 187 Yards und einen Touchdown an, leistete sich keine Interception und führte die Seahawks nach dem 0-10-Rückstand zu 13 Punkten in Folge. Gerade angesichts der Tatsache, dass er ohne große Vorbereitung übernehmen musste, war sein Auftritt eines der positiven Zeichen des Abends.

    Trotzdem bleibt die Offense vorerst schwer zu bewerten. Seattle produzierte über weite Strecken zu wenig und blieb in der gesamten ersten Halbzeit ohne Punkte. Erst nach der Pause fand Fleury mit Lock zunehmend Lösungen.

    Smith-Njigba bleibt das Zentrum

    Keine Fragen gibt es dagegen bei der wichtigsten Anspielstation. Jaxon Smith-Njigba knüpfte dort an, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hatte. Acht Receptions für 122 Yards machten ihn mit Abstand zum produktivsten Receiver der Seahawks.

    Sein wichtigster Spielzug kam im vierten Viertel. Bei 4th-and-1 fand Lock Smith-Njigba mit einem kurzen Pass, den der Receiver anschließend zu einem 45-Yard-Touchdown verwandelte. Seattle glich damit zum 10:10 aus und brachte das Momentum endgültig auf seine Seite.

    Auch Cooper Kupp setzte Akzente. Besonders sein einhändiger Catch über 24 Yards zeigte, welchen zusätzlichen Wert der erfahrene Receiver weiterhin besitzen kann. Für Fleury ist das eine wichtige Erkenntnis: Selbst mit dem Backup-Quarterback funktionierten die wichtigsten Verbindungen im Passing Game.

    Neues Backfield zeigt erste Ansätze

    Nach dem Abgang von Kenneth Walker III musste Seattle auch sein Backfield neu aufstellen. Rookie Jadarian Price bekam zum Auftakt zehn Carries und machte daraus 52 Yards. George Holani erhielt acht weitere Laufversuche.

    Price deutete mit 5,2 Yards pro Carry sein Potenzial an, ohne dass Seattle das Spiel über den Boden kontrollieren konnte. Für eine endgültige Bewertung des neuen Backfields ist es nach einem Spiel zu früh. Die ersten Ansätze waren allerdings vorhanden.

    Gerade mit Blick auf die Quarterback-Situation könnte ein funktionierendes Laufspiel in den kommenden Wochen noch wichtiger werden. Sollte Darnold ausfallen, dürfte Seattle versuchen, Lock möglichst wenig Situationen aufzubürden, in denen er die Offense alleine tragen muss.

    Drei Interceptions entscheiden das Spiel

    Dass Seattle trotz der offensiven Schwierigkeiten gewann, lag vor allem an der Defense. Mike Macdonalds Einheit übernahm in der entscheidenden Phase das Spiel und zwang Drake Maye auf den letzten drei Drives der Patriots jeweils zu einer Interception.

    Zunächst fing Nehemiah Pritchett den ersten Pick seiner NFL-Karriere. Anschließend schlug Julian Love zu, ehe Josh Jobe mit einer Interception in der eigenen Endzone den 13:10-Sieg endgültig absicherte.

    Maye beendete die Partie mit 178 Passing Yards, einem Touchdown und drei Interceptions. Besonders in der entscheidenden Phase fand der Patriots-Quarterback kaum noch Antworten auf die unterschiedlichen Looks der Seattle-Defense.

    Und das, obwohl die Secondary nicht einmal in Bestbesetzung antreten konnte. Nick Emmanwori und Ty Okada fehlten, dennoch gelang es Seattle, die Ausfälle aufzufangen. Pritchett und Jobe wurden dabei selbst zu entscheidenden Faktoren.

    Run-Defense hält Stevenson unter Kontrolle

    Auch gegen den Lauf zeigte Seattle eine weitgehend stabile Vorstellung. New England kam insgesamt zwar auf 109 Rushing Yards, doch Rhamondre Stevenson wurde bei 18 Carries auf lediglich 51 Yards gehalten. Mit 2,8 Yards pro Lauf konnte der Running Back der Patriots kaum konstanten Raumgewinn produzieren.

    Damit zwang Seattle New England immer wieder dazu, das Spiel in die Hände von Maye zu legen. Genau dort schlug die Secondary im vierten Viertel schließlich zu.

    Die Seahawks-Defense zeigte damit direkt zum Saisonstart wieder jene Qualität, die bereits auf dem Weg zum Super-Bowl-Titel entscheidend gewesen war: Selbst wenn offensiv wenig funktioniert, kann diese Einheit ein Spiel übernehmen.

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