26.02.2026
Stars und Busts
Der Draft ist die größte Lotterie in der NFL. Kein Team weiß wirklich, wie gut ein Spieler aus dem College in der stärksten Liga der Welt mithalten kann. Doch von den Spielern aus der ersten Runde des Drafts wird erwartet, sofort eine entscheidende Rolle im Team zu spielen und im besten Fall ein Star in der NFL zu werden. Doch in der ersten Runde des Drafts 2025 gab es nicht nur positive, sondern auch negative Überraschungen.

Nach dem Draft setzen sich viele Experten an eine Bewertung der Draft-Picks. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten die Spieler noch kein einziges Mal auf einem NFL-Spielfeld gestanden und konnten daher nur an den Erwartungen gemessen werden. Nun nach der Saison schaut football-world auf die Draftentscheidungen der ersten Runde des NFL Drafts 2025 zurück und bewertet sie mit den standardmäßigen Schulnoten.
Note: 2
Mit dem ersten Pick im Draft 2025 wählten die Titans Miami-Quarterback Cam Ward aus. Ward startete seine NFL-Karriere in einer sehr schwachen Offense und hatte nur wenige gute Spieler um sich herum. Dementsprechend schwer tat sich der junge Quarterback, brachte nur knapp 60 % seiner Pässe an und warf für 3169 Yards, 15 Touchdowns und sieben Interceptions. Trotz dieser schlechten Statistiken hat Ward immer noch das Potenzial, der Franchise-Quarterback in einer besseren Titans-Offense zu werden. Gerade zum Ende der Saison hin hat man bei Ward das Talent gesehen, was ihn zum First Overall Pick gemacht hat.
Note: 3+
Die Jaguars tradeten mit den Browns, um Hunter zu bekommen. Das Prospect von Colorado wurde von den Jaguars in der NFL, wie auch schon am College sowohl in der Offense als auch in der Defense eingesetzt. Doch auf beiden Positionen spielte Hunter bis zu seiner Verletzung kurz nach dem London-Game keine überragende Rolle. Hunter wurde in der Offense zu wenig und zu unkreativ eingesetzt und konnte seine Stärken nie richtig präsentieren. In der Defense hatte er nicht den Einfluss, den sich die Jaguars von einem Second Overall Pick erwünscht hatten. Das Experiment Two Way Player, genau das, was ihn als Talent so besonders gemacht hat und was den sehr kostspieligen Upgrade auf die 2. Position gerechtfertigt hat, scheint damit erstmal fürs erste vorbei zu sein. Die Jaguars haben bereits angekündigt, dass Hunter in Jahr zwei primär als Cornerback auflaufen wird.
Note: 2-
Abdul Carter kam als einer der begehrtesten Spieler an dritter Stelle zu den Giants. In seiner Rookie-Saison konnte Carter aber den Erwartungen nicht gerecht werden. Mit vier Sacks und sieben Tackles for Loss lieferte er nur wenig beeindruckende Zahlen. Zudem wurde Carter zweimal in der Saison aus disziplinarischen Gründen auf die Bank gesetzt. Dennoch zeigte der junge Pass-Rusher gerade zum Ende der Saison sein Potenzial und kam auf insgesamt 66 Pressures.
Note: 2-
Campbell war der erste O-Liner, der im Draft ausgewählt wurde. In seinem ersten Jahr in der NFL spielte Campbell über weite Strecken gut, tat sich aber vor allem in den Playoffs immer wieder schwer. Die Kritik an seiner kürzeren Armlänge riss nicht ab und er erlaubte fünf Sacks und verursachte sieben Penalties in 476 Pass-Blocking-Snaps. Campbell spielte in den Playoffs zwar trotz einer Verletzung, war aber einer der Hauptgründe dafür, dass sich die Patriots-Offense im Super Bowl sehr schwer getan hat, den Ball zu bewegen. Dennoch hat er das Potenzial, für die Patriots ein wichtiges Puzzlestück in der O-Line zu werden.
Note: 2-
Graham sieht auf den ersten Blick nicht wie ein Star-Spieler aus. Mit nur einem halben Sack konnte der junge Defensive Tackle noch keine guten Statistiken vorweisen. Dennoch hatte Graham einen guten Impact im Spiel der Browns und erzielte 36 Pressures und sieben Tackles for Loss. Graham verhalf anderen Spielern in der Browns-D-Line (wie Myles Garrett) zu mehr Sacks und vereitelte immer wieder Spielzüge der gegnerischen Offense.
Note: 1
Jeanty kam als Running Back zu einer der schlechtesten Offenses der Liga. Bei den Las Vegas Raiders fand sich Jeanty hinter einer der schwächsten O-Lines der gesamten NFL wieder und konnte dennoch überzeugen. Bei 266 Läufen erreichte er 975 Yards und fünf Touchdowns. Auch als Receiver war er eine Waffe für die Raiders und erzielte 346 Yards und weitere fünf Touchdowns. Er schaffte insgesamt über 1000 Yards nach dem Kontakt, womit er seine Fähigkeit, Verteidiger stehen zu lassen, unter Beweis stellte.
Note: 2+
Membou tat sich in seiner ersten Saison in der NFL immer wieder schwer. Als Right Tackle der New York Jets ließ er bei 639 Pass-Block-Snaps acht Sacks zu und verursachte elf Strafen. Allerdings erhielt er auch kaum Hilfe von den Jets, die als Team insgesamt sehr große Probleme hatten. Doch Membou entwickelte sich im Laufe der Saison immer weiter und könnte mit der Erfahrung aus diesem Jahr seine Leistung noch deutlich steigern.
Note: 1+
McMillan war sofort die wichtigste Anspielstation für Bryce Young. Der junge Wide Receiver spielte eine hervorragende Saison und war für den Erfolg der Panthers-Offense mitverantwortlich. Durch seine 70 Catches für 1014 Yards und sieben Touchdowns wurde er zum Offensive Rookie of the Year gekürt. Mit den Panthers kam McMillan bis in die Playoffs, scheiterte jedoch knapp an den Rams. Insgesamt spielte er eine der erfolgreichsten Saisons aller Rookies aus dem Draft 2025.
Note: 2+
Banks spielte eine gute Saison für die New Orleans Saints. Er wurde sofort als Left Tackle auf einer der schwierigsten Positionen im American Football eingesetzt. Neben einigen schwächeren Spielen zeigte Banks, dass er über Jahre hinweg ein guter Offensive Tackle für die Saints werden kann. In 681 Pass-Block-Snaps ließ Banks fünf Sacks zu und verursachte elf Strafen.
Note: 1-
Loveland hatte einen holprigen Start in seine NFL-Karriere. In den ersten Spielen der Bears bekam der Rookie-Tight-End nur wenige Targets und wurde kaum in Szene gesetzt. Doch nach einer Weile banden ihn die Bears mehr ins Spiel ein und Loveland legte eine starke zweite Saisonhälfte hin. Mit 58 Receptions, 713 Yards und sechs Touchdowns entwickelte sich der Tight End von Michigan zu einer wichtigen Säule der Bears-Offense und lieferte auch in den Playoffs ab.
Note: 3
Williams‘ Rookie-Saison war deutlich kürzer, als er sie sich vorgestellt hatte. In Woche 9 riss sich der Defensive End das Kreuzband und fiel den Rest der Saison aus. In seinen ersten neun Spielen in der NFL konnte Williams aber auch nicht komplett von sich überzeugen. Mit 20 Tackles, 19 Pressures und vier Tackles for Loss lief er immer den Erwartungen hinterher, die durch den hohen Pick an ihn gestellt wurden.
Note: 1
Der Guard von Alabama setzte sich sofort bei den Cowboys in der NFL durch und zeigte seine Dominanz auf dem Feld. Booker trug einen großen Teil zum erfolgreichen Laufspiel der Cowboys bei und machte nur wenige Fehler. Auch im Pass Block setzte sich Booker fast immer durch und ließ bei insgesamt 631 Pass-Block-Snaps nur drei Sacks zu und verursachte nur sieben Strafen.
Note: 3-
Grant sollte für die Dolphins eine große Lücke in der D-Line schließen und sowohl den Pass-Rush als auch die Lauf-Verteidigung auf ein neues Level heben. Doch Grant tat sich zu Beginn der Saison sehr schwer und wurde immer wieder von seinen Gegenspielern dominiert. Zum Ende der Saison konnte Grant in der NFL immer mehr Fuß fassen, kam letztendlich aber nur auf 33 Tackles, 29 Pressures, zwei Sacks und zwei Tackles for Loss.
Note: 1
Der Tight End von Penn State wurde in seiner ersten Saison in der NFL sofort zu einem der wichtigsten Spieler in der Colts-Offense. Warren harmonierte perfekt mit Quarterback Daniel Jones und fing 76 Pässe für 817 Yards und fünf Total Touchdowns. Damit fing er die fünftmeisten Yards aller Tight Ends in der NFL und arbeitete sich sofort in die Elite der NFL auf dieser Position hoch.
Note: 1-
Jalon Walker spielte in seiner Rookie-Saison in 15 Spielen und überzeugte bei den Falcons. Doch die anderen Rookies der Falcons schoben Walker etwas aus dem Rampenlicht. Dennoch zeigte der Pass Rusher sein Potenzial und erzielte mit 36 Tackles, 29 Pressures, 5,5 Sacks und fünf Tackles for Loss gute Statistiken für einen Rookie.
Note: 2-
Walter Nolen hatte eine sehr kurze Rookie-Saison. Schon vor dem NFL-Kickoff wurde Nolen auf die PUP-List mit einer Wadenverletzung gesetzt. In den sechs Spielen, die er für die Cardinals bestritt, hatte Nolen allerdings einen guten Impact und zeigte sein Potenzial. Er verzeichnete elf Tackles, 15 Pressures, zwei Sacks, fünf Tackles for Loss und zwei Pass Deflections. Zum Ende der Saison verletzte sich Nolen aber erneut und fiel für die restlichen Spiele aus. Trotz seiner kurzen Saison zeigte er in den wenigen Einsätzen, dass er ein Pro Bowler werden kann, wenn er fit bleibt.
Note: 5
Nach einer katastrophalen Defensivleistung in der Saison 2024 entschieden sich die Bengals dafür, im Draft in die D-Line zu investieren und wählten Shemar Stewart aus. Obwohl er seine Athletik beim NFL Scouting Combine zur Schau stellte, konnte er in der NFL keinen Fuß fassen. Stewart erzielte nur elf Tackles und einen einzigen Sack für die Bengals und hatte kaum Einfluss auf die Defense. Die einzige Hoffnung, die bleibt, ist, dass Stewart sich in den kommenden Jahren noch weiterentwickeln kann, um nicht als Bust in die Draft-Geschichte einzugehen.
Note: 1
Zabel kam zu den Seahawks und war sofort ein Upgrade für die Seahawks-O-Line. Er etablierte sich von Anfang an als ein Starting-Guard in der NFL und spielte für die Seahawks eine starke Saison, die in einem Super-Bowl-Sieg mündete. Zabel ließ bei 553 Pass-Block-Snaps nur zwei Sacks zu und verursachte nur fünf Strafen. Auch wegen ihm waren die Seahawks in den Playoffs so erfolgreich und schafften es bis ins Endspiel der NFL.
Note: 1-
Egbukas Saison hätte eine der besten aller Rookie-Receiver der NFL-Geschichte werden können. Nach den ersten neun Wochen stand Egbuka bei 677 Yards und sechs Touchdowns und besiegte mit den Buccaneers sogar die Seahawks in Seattle. Doch die restliche Saison entwickelte sich zum Albtraum. Egbuka und die Bucs verloren ihr Momentum komplett und der junge Receiver beendete seine Rookie-Saison mit 938 Yards und konnte keinen weiteren Touchdown erzielen.
Note: 3-
Barron stand während seiner Rookie-Saison nicht viel auf dem Feld und hatte kein einziges Spiel, bei dem er mehr als 40 Snaps spielte. Auch wenn diese begrenzte Einsatzzeit vielleicht von den Broncos gewollt war, erwartet ein Franchise mehr von einem First Round Pick und Barron füllte bisher keine Rolle perfekt aus. Wenn der Rookie-Cornerback auf dem Feld stand, spielte er durchschnittlich, ohne jedoch vollends zu überzeugen.
Note: 2-
Harmon kam zu den Steelers in eine sehr erfolgreiche Defensive Line rund um T.J. Watt und Cameron Heyward. Harmon konnte statistisch nicht überzeugen, seine Abwesenheit während einer kleinen Verletzungspause, machte sich jedoch sofort in der Run-Defense der Steelers bemerkbar. Dies zeigt den großen Impact, den Harmon auf die Steelers-Defense hatte und selbst bei einem Karriereende von Heyward bei den Steelers sollte die Zukunft der D-Line in Pittsburgh mit Harmon erstmal gesichert sein.
Note: 2+
Hampton spielte in seiner Rookie-Saison nur neun Spiele aufgrund von Verletzungen. In diesen neun Spielen zeigte Hampton aber, warum er in der ersten Runde gedraftet worden war. Er spielte wie ein frischer aber erfahrener Veteran-Running-Back und erzielte 737 Total Yards und fünf Total Touchdowns. Ohne Verletzungen wäre Hampton selbst hinter der schwächelnden Offensive Line der Chargers einer der besten Running Backs der Liga geworden. Er bringt definitiv das Potenzial mit, in den kommenden Jahren zu den Elite-Running-Backs zu gehören.
Note: 4
Die Packers entschieden sich zum ersten Mal seit 2002 für einen Receiver in der ersten Runde des Drafts. Doch diese Entscheidung ging für die Packers ziemlich nach hinten los. Denn in 14 Spielen kam Golden nur auf 361 Yards. Er erzielte keine Touchdowns und wurde nicht zu der Waffe in der Offense, die die Packers sich erhofft hatten. Zwar bekam Golden auch nur wenige Targets, aber auch die nutzte er nicht optimal.
Note: 2
Jackson startete gut in die NFL und zeigte bei den Vikings starke Leistungen. Er entwickelte sich schnell zu dem Starting-Guard, den die Vikings sich erhofft hatten. Zwar hatte Jackson, wie fast alle Rookie-O-Liner, einige schwierige Momente in der NFL, doch alles in allem war seine Performance gut und die Vikings können sich über einen überdurchschnittlichen Spieler in ihrer Offensive Line freuen.
Note: 1
Die Giants wollten Dart unbedingt haben und tradeten daher mit den Texans. Dart kam als dritter Quarterback hinter Russell Wilson und Jameis Winston nach New York, entwickelte sich aber schnell zum Starter. Er zeigte starke Leistungen und führte eine geschwächte Giants-Offense immer wieder über das Feld und hinterließ einen sehr guten Eindruck, obwohl sein Head Coach und Mentor Brian Daboll mitten in der Saison entlassen wurde. Mit 2759 Total Yards, 24 Total Touchdowns und 5 Interceptions zeigte Dart, dass er der neue Franchise-Quarterback der Giants sein kann.
Note: Keine
Die Falcons sahen sehr viel Potenzial in Pearce Jr. und entschlossen sich erneut in die erste Runde zu traden, um ihn zu bekommen. Pearce Jr. spielte eine extrem starke Saison und hob den Pass-Rush der Falcons auf ein neues Level. Mit 26 Tackles, 45 Pressures, 10,5 Sacks und 10 Tackles for Loss zeigte der Pass-Rusher auch statistisch seine Dominanz. Sportlich hat Pearce Jr. alles gezeigt, um eine Bestnote zu erhalten. Doch in dieser Offseason wurde Pearce Jr. von der Polizei aufgrund eines "häuslichen Zwischenfalls" festgenommen. Ihm könnte aufgrund weiterer Vergehen eine lange Haftstrafe drohen, was seine NFL-Karriere ruinieren würde. Daher bekommt der Pass-Rusher keine Note.
Note: 2
Die Ravens entschieden sich mit ihrem First-Round-Pick für den Safety aus Georgia Malaki Starks. Der junge Safety hatte zu Beginn seiner Karriere immer wieder mit Problemen zu kämpfen und verpasste 13 Prozent seiner Tackles. Dennoch war er allein durch sein athletisches Talent eine Hilfe für die Ravens-Defense und zeigte immer mehr sein Potenzial.
Note: 3
Williams wurde von den Detroit Lions als Run-Stopper gedraftet. Der Defensive Tackle kämpfte in der Lions-D-Line um Spielzeit und verbesserte sein Spiel im Laufe der Saison. Zum Ende der Saison spielte die Lions-Defense besonders gegen den Lauf deutlich besser, wenn er auf dem Platz stand. Dennoch hatte Williams keinen großen Einfluss auf die Lions-Defense und konnte auch statistisch nicht überzeugen.
Note: 2-
Josh Conerly hatte einen schweren Start in der NFL. In den ersten beiden Spielen traf Conerly erst auf Brian Burns von den Giants und im zweiten Spiel auf Micah Parsons von den Packers. In diesen beiden Spielen hatte Conerly auch große Probleme und wurde mehrmals geschlagen. Er kam jedoch von diesen beiden schwierigen Spielen gut zurück und entwickelte sich im Verlauf der Saison zu einem stabilen Tackle für die Commanders.
Note: 2-
Hairston verletzte sich in der Preseason am Knie und kam erst in Woche 8 zu seinem NFL-Debüt. Bei den Bills spielte Hairston ungefähr auf dem Level, das von einem First-Round-Cornerback erwartet wird. Er hatte einige gute Spiele und fing zwei Interceptions - er wurde jedoch auch einige Male von seinen Gegenspielern geschlagen und ließ zwei Touchdowns zu. Dabei musste Hairston meist nur gegen den zweitbesten Receiver spielen, da der Nummer-eins-Receiver von seinen Teamkollegen Tre’Davious White oder Christian Benford gedeckt wurde.
Note: 2
Campbell profitierte bei den Eagles zum Beginn der Saison davon, dass Starting-Linebacker Nakobee Dean verletzungsbedingt fehlte. Nach der Rückkehr von Dean spielte Campbell nicht mehr die große Rolle, die er ohne den Starting-Linebacker in der Eagles-Defense bekleidet hatte. Dennoch zeigte Campbell, dass er ein sehr starker und guter Linebacker ist, der das Potenzial mitbringt, in den Pro Bowl zu kommen.
Note: 2
Josh Simmons kam nach einer schweren Verletzung aus dem College zu den Chiefs und entwickelte sich recht schnell zu einem guten Offensive Tackle in der NFL. Doch Simmons verpasste einige Spiele, zuerst aus persönlichen Gründen, später dann durch eine Verletzung. Trotzdem zeigte Simmons sein Potenzial und lieferte auf einer der schwierigsten Positionen in der NFL ab.
nhu