24.07.2025
Unterschiedliche Visionen
Die Helvetic Mercenaries befinden sich in einer sportlichen Krise. Nun muss das Team aus der European League of Football ohne ihren Sportdirektor auskommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Bei den Helvetic Mercenaries kehrt keine Ruhe ein. Wenige Tage nach der Meldung, dass ihr Spiel gegen Nordic Storm nicht nachgeholt wird, muss das Team nun den nächsten Rückschlag verkraften.
Sportdirektor Jeremy Bryson hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. "Dafür gibt es mehrere Gründe", schildert er auf kicker-Anfrage. "Wir haben zu wenig Ausrüstung und Personal, um erfolgreich zu sein. Zudem gab es Unterschiede in unserer Vision für das Franchise."
Außerdem nennt er seine körperliche und psychische Gesundheit, die ihn letztlich dazu bewegt habe, mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt, das Franchise ließ eine Anfrage diesbezüglich unbeantwortet.
Derweil führt Bryson auf, dass er nach dem Ausscheiden von General Manager Chris Rummel Anfang Mai eine Vielzahl an Aufgaben hatte. Neben der Spielersuche war er auch zuständig für die Lizenzierung der Spieler, das Setup der TV-Produktion, das Waschen der Trikots und die Gameday Operation wie dem Aufbau der Field-Goal-Posts und dem Aufmalen der Linien. "Ich war zuständig für die komplette Kommunikation mit der Liga", betont er.
Deswegen hat er auch einen Rat an das Franchise, für das er knapp ein Jahr lang tätig war. "Sie müssen einen richtigen Staff einstellen. Es gab einfach nicht genug Leute, um alles zu erledigen, was zu tun war, und einige Dinge wurden übersehen", moniert Bryson.
Außerdem glaubt er, dass die Mercenaries wieder einen echten General Manager brauchen. Schließlich wurde ein Nachfolger von Rummel bisher noch nicht verpflichtet. "Er sollte ELF-Erfahrung haben und man sollte ihn seinen Job machen lassen", so Bryson.
Derzeit wartet das Franchise noch auf den ersten Saisonsieg. Die nächste Chance dafür besteht am Wochenende, wenn die Prague Lions zu Gast sind. "Ich weiß, dass ich nicht der Beste in meiner Position war und viele Fehler gemacht habe", gesteht der Ex-Sportdirektor. "Ich kann mich aber in dem Wissen verabschieden, dass ich alles gegeben habe, damit dieses Team funktioniert und arbeiten kann. Ich weiß, dass ich jedem Spieler, Trainer und ehrenamtlichen Mitarbeiter in die Augen schauen kann und weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe."
Daher hofft er auch, dass das Team wieder in die Erfolgsspur kommt. "Die Schweiz verdient eine Mannschaft in der ELF oder EFA. Die Fans haben eine so große Leidenschaft für den Football. Sie sind laut, sie sind engagiert und sie sind die Besten. Auch die Schweizer Spieler verdienen diese Mannschaft", schwärmt Bryson von der Begeisterung rund um die Mannschaft.
Deswegen wünscht er sich, dass die Mercenaries es schaffen können, zahlreiche Spieler zurückzuholen. "Wir haben in den letzten beiden Spielzeiten so viele gute Schweizer Spieler verloren. Das Franchise muss diese zurückholen und dann einige der guten Spieler gewinnen, die aufgrund der vergangenen und aktuellen Probleme zögern, sich dem Klub anzuschließen", empfiehlt er.
smu