21.09.2026
Umstrittene Entscheidung bei Sunday-Night-Krimi
Nach der 30:33-Overtime-Niederlage der Indianapolis Colts gegen die Kansas City Chiefs stand vor allem eine Entscheidung von Head Coach Shane Steichen im Fokus. Der Coach verteidigte seine späte Spielstrategie und betonte, stets auf den Sieg ausgerichtet gewesen zu sein.

Der entscheidende Moment ereignete sich mit noch 4:50 Minuten auf der Uhr in der Verlängerung: Quarterback Daniel Jones fand Receiver Laquon Treadwell mit einem 50-Yard-Pass und brachte die Colts in Ballbesitz bei First-and-10 auf der Kansas-City-17-Yard-Linie. Beim Stand von 27:30 entschied sich Steichen daraufhin für zwei aufeinanderfolgende Läufe von Jonathan Taylor, die zusammen jedoch drei Yards Verlust einbrachten. "Ich habe versucht, das Spiel mit dem Ball in Taylors Händen zu Ende zu bringen", verteidigte Steichen seine Entscheidung und betonte, dass es sich dabei keineswegs um eine konservative Herangehensweise gehandelt habe.
Durch die beiden erfolglosen Läufe standen die Colts vor einem Third-and-13, den die Chiefs-Defense gut verteidigte. Jones wurde aus der Pocket gedrängt, lief für fünf Yards, ehe ihn Safety Jaden Hicks ins Aus drängte. Steichen erklärte, er sei bereit gewesen, beim folgenden Fourth-and-8 zu gehen, sofern die Chiefs-Defense eine für den geplanten Spielzug günstige Coverage gezeigt hätte - ein Touchdown hätte unter dem aktuellen NFL-Overtime-Format direkt für den Sieg gereicht. "Wir wollten, dass es der letzte Ballbesitz wird", so Steichen.
Der Head Coach nahm daraufhin eine Auszeit, in der er Jones nach eigenen Angaben mitteilte: "Wenn du es magst, dann lass uns gehen und dieses Ding gewinnen. Aber wenn es nicht der richtige Blick ist, dann kicken wir hier das Field Goal."
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Ein Field Goal zum Ausgleich barg dabei eigene Risiken, da die eigene Defense dadurch erneut aufs Feld musste. Die Colts hatten in ihren ersten beiden Saisonspielen bereits stolze 1029 Yards zugelassen und taten sich auch gegen die Chiefs schwer - verschärft durch den Ausfall von Stammcornerback Charvarius Ward (Leiste) sowie den angeschlagenen All-Pro-Cornerback Sauce Gardner, der mit einer Rippenverletzung weiterspielte.
Am Ende zeigten die Chiefs eine Coverage, die für den geplanten Spielzug ungünstig war. Die Colts kassierten eine Delay-of-Game-Strafe und entschieden sich für das Field Goal zum Ausgleich. Kansas City fuhr im Anschluss selbst noch einen Drive und gewann die Partie schließlich durch ein 40-Yard-Field-Goal von Harrison Butker bei Ablauf der Zeit.
Zusätzlich äußerte sich Steichen zu seiner Entscheidung, nach dem gewonnenen Münzwurf in der Overtime auf den ersten Ballbesitz zu verzichten. Er bevorzugte demnach den Vorteil, nach einer Kansas-City-Angriffsserie genau zu wissen, was sein Team zum Sieg benötigt. "Wenn wir zuerst angreifen, bekommt Mahomes vier Versuche in die andere Richtung. Das hätte in beide Richtungen ausgehen können", erklärte Steichen seine Überlegung.
mgs