21.10.2025
Patrick Esume in der Kritik
Der europäische American-Football-Sport befindet sich im Aufruhr: Mit dem Rückzug von elf Franchises aus der European League of Football (ELF) und der Gründung der European Football Alliance (EFA) im Jahr 2026 spitzen sich die Konflikte hinter den Kulissen dramatisch zu. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht nicht nur ein Ligawechsel, sondern auch die Rolle und Glaubwürdigkeit von Patrick Esume - früherer Commissioner der ELF - die nun massiv in der Kritik ist.

Elf Teams, darunter namhafte Clubs wie die deutschen Franchises Rhein Fire, Frankfurt Galaxy, Berlin Thunder und Stuttgart Surge, erklärten, sich von der ELF zu verabschieden und ab 2026 in der EFA aktiv zu sein. In ihrer Erklärung kritisierten diese Clubs mangelnde Transparenz, wirtschaftliche Unklarheiten und fehlende Partizipation innerhalb der Liga.
Als Reaktion veröffentlichte die ELF eine umfangreiche Stellungnahme: Die Verträge mit den Franchises seien bis mindestens 2025 wirksam, viele bis 2030. Die Kündigungen seien daher "nicht wirksam", so die Liga. Sie wirft den abtrünnigen Clubs Vertragsbruch vor und kündigt rechtliche Schritte an.
Im Zentrum der öffentlichen Debatte um Schuld, Verantwortung und Zukunft des europäischen Footballs steht Patrick Esume. Der frühere Mitgründer, Geschäftsführer und Commissioner der ELF hatte im Sommer 2025 zum Rücktritt gekündigt und im Anschluss die Geschäftsführung hinterfragt: Er sprach von "Warnsignalen" wie unbezahlten Rechnungen und Pfändungen.
Die ELF kontert gegenüber der WELT: Esume sei stets in alle wesentlichen Prozesse eingebunden gewesen - seine Aussagen dienten "offensichtlich der persönlichen Darstellung". Besonders umstritten: Seine Behauptung, nicht zu den bestbezahlten Mitarbeitern der Liga gehört zu haben - die ELF bezeichnet diese Aussage als "definitiv falsch".
Dieser Konflikt geht weit über sportliche Konkurrenz hinaus. Es geht um Markenrechte, Lizenzverträge und wirtschaftliche Grundlagen - kurz: die Existenz der Liga.
Während die ELF bekräftigte, 2026 in ihre sechste Saison gehen zu wollen und neuen Franchises "Transparenz, Kommunikation und wirtschaftliche Planbarkeit" verspricht, bleibt offen, wie viele Partner und Bewerber sich trotz der öffentlichen Kontroverse anschließen werden.
nkr