vor 1 Tag
Rückendeckung von Payton
Die Denver Broncos stecken trotz einer 4:2-Bilanz offensiv in einer handfesten Krise. Head Coach Sean Payton denkt dennoch nicht daran, Quarterback Bo Nix auf die Bank zu setzen - die Probleme reichen seiner Einschätzung nach deutlich über die Quarterback-Position hinaus.

"Nein", antwortete Payton am Montag auf die Frage, ob er angesichts von Nix’ Schwierigkeiten einen Quarterback-Wechsel in Erwägung ziehe. "Er wird das Nebenprodukt all der feineren Dinge sein, die sich verbessern - das verbesserte Spiel unserer Offensive Line, die Effizienz bei einem ausgewogenen Laufspiel, und das ist unser Job als Coaches hier."
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Denvers Offense liegt aktuell auf Rang 26 bei den erzielten Punkten und auf Rang 31 bei den Third-Down-Conversions. Der Overtime-Sieg gegen die Seattle Seahawks am vergangenen Donnerstag war bereits das dritte Spiel der Saison mit höchstens 17 erzielten Punkten und das vierte mit höchstens 23. In den vergangenen beiden Partien zusammen - Siege gegen die Los Angeles Chargers und die Seahawks - kamen die Broncos bei Third Down auf gerade einmal drei erfolgreiche Versuche von 26.
Nach einem Touchdown im zweiten Viertel, der die 14:3-Führung gegen Seattle brachte, schaffte es die Offense bei keinem ihrer zehn folgenden Ballbesitze, mehr als fünf Spielzüge zu absolvieren oder mehr als 23 Yards zu gewinnen. Eine Interception von Ja’Quan McMillian an der 43-Yard-Linie der Seahawks bereitete letztlich das siegbringende Field Goal in der Overtime vor - der längste Spielzug der Broncos gegen Seattle brachte gerade einmal 16 Yards.
Nix selbst, inzwischen zum nationalen Gesicht der offensiven Probleme geworden, findet sich in den meisten wichtigen statistischen Kategorien weit unten wieder: Rang 30 bei Completions over Expectation (minus 4,0 Prozent), Rang 31 beim QBR (38,2) sowie Rang 32 bei Yards pro Versuch (5,6). In den vergangenen zwei Wochen erzielte er zudem zwei seiner drei niedrigsten Einzelspiel-Passing-Werte der Karriere - 107 Yards gegen Seattle, 123 gegen die Chargers.
Payton betonte, dass Nix Teil einer größeren Gleichung innerhalb der Offense sei, und lobte zugleich dessen Fähigkeit, "sich durch Widrigkeiten zu kämpfen" - eine der Eigenschaften, die das Team bereits beim Draft 2024 an Position zwölf überzeugt hätten.
Nix ist mit seinen Problemen nicht allein: Die Broncos liegen ligaweit auf Rang 26 beim Laufspiel, Rang 27 bei den Passing-Yards, Rang 31 bei Third-Down-Conversions und teilen sich mit anderen Teams den letzten Platz bei Spielzügen über 20 Yards. Nix selbst äußerte sich nach dem Sieg gegen Seattle selbstkritisch: "Wir sind definitiv zu mehr fähig. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo der Bruch gerade liegt. Ich denke einfach, wir tun uns wirklich schwer damit, diese explosiven Plays zu finden, und genau das macht eine Offense spektakulär - explosive Plays, und die haben wir gerade nicht."
Payton betonte zudem, wie wichtig es für alle Beteiligten, ihn selbst eingeschlossen, sei, mit der eigenen Frustration richtig umzugehen: "Das knüpft an diese herausfordernden Wochen an, über die ich bereits in der Offseason gesprochen habe, und glücklicherweise stehen wir hier bei 4:2. Ich denke, ein Teil davon ist: Wenn man keine First Downs bekommt, ist die Körpersprache wichtig, und das ist eine weitere Woche, in der sich unsere Detailgenauigkeit und all diese Dinge verbessern müssen."
Auf die Frage nach nationaler Kritik an seinem Quarterback - darunter die Einschätzung von Ex-NFL-Quarterback und Prime-Video-Analyst Ryan Fitzpatrick, der Nix’ Auftritt gegen Seattle als "Müll" bezeichnete und ihm absprach, "wettbewerbsfähig" gespielt zu haben - reagierte Payton zurückhaltend: "Ich versuche, mich auf den nächsten Tag zu konzentrieren. Wir versuchen, uns auf das Spiel gegen Arizona vorzubereiten. Dort liegt im Moment unsere Aufmerksamkeit."
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Autor: Marc Gschwentner