24.08.2025
Euphorie in Foxborough
Die New England Patriots kommen aus einer der schlechtesten Saisons der Franchise-Geschichte. Neue Coaches und Spieler sorgen für gute Stimmung. Sebastian Vollmer und Markus Kuhn ordnen die Situation der Patriots ein.

Die Saison 2024, ein Jahr zum Vergessen. Die Patriots haben mit 4-13 nicht nur den viertschlechtesten Record der Liga gehabt, sie haben auch so gespielt. Head Coach Jerod Mayo musste nach nur einem Jahr wieder gehen und hinterließ einen Scherbenhaufen. Nur kurz nach der Mayo-Entlassung wurde der neue Coach Mike Vrabel vorgestellt, ein ehemaliger Defense-Spieler und ein sogenannter "Players Coach". Sechs Monate nach Ende der letzten Saison sieht die Welt bei den Patriots schon wieder ganz anders aus.
Sebastian Vollmer hat einige Sternstunden mit den Patriots erlebt. Zusammen mit Tom Brady gewann er 2015 und 2017 den Super Bowl. Nach seinem Karriereende blieb er den Patriots als Botschafter erhalten und erlebt die neue Ära in New England aus nächster Nähe.
Im Experten-Talk mit Markus Kuhn teilt der ehemalige NFL-Profi seine Einschätzung zum neuen Coach: "Er (Anm. d. Red: Vrabel) ist ein absoluter Charakter und hat in der Liga gezeigt, dass er ein guter Head Coach ist." Bereits in seiner Zeit bei den Tennessee Titans zeigte er seine Qualitäten und scheiterte im Kampf um den Einzug in den Super Bowl nur knapp an den Kansas City Chiefs.
Mit Drake Maye wird ihm ein Quarterback zur Seite gestellt, der in der vergangenen Saison sein Potenzial bereits aufblitzen lassen konnte. Auch Vollmer glaubt einen gemeinsamen Erfolg der beiden: "Er (Anm. d. Red: Vrabel) hat es mit Quarterbacks gemacht, die weniger Talent haben."
Der Patriots-Offensive fehlte 2024 vor allem eines, Talent. Gerade einmal 30 erzielte Touchdowns sorgen für einen geteilten letzten Platz im Ligavergleich. Zusätzlich belegte man mit 291 Yards pro Spiel den 31. Platz in der NFL.
Folgerichtig lag im vergangenen Draft der Fokus auf der Offensive. Die ersten vier Picks im Draft richteten sich allesamt auf das Spiel mit dem Ball. Will Campbell an Position vier und TreVeyon Henderson an Position 38 zeigten bereits ihren Wert in der Preseason. "Ich erwarte eine gute Offense - eine bessere Offense als letztes Jahr", erklärt Vollmer.
Die Receiver-Postion war eine der größten Schwachstellen in der vergangenen Spielzeit. Mit Stefon Diggs wurde diese frühzeitig adressiert. Im März unterschrieb er einen 63,5 Millionen US-Dollar Vertrag. Für Sebastian Vollmer "macht das ausgegebene Geld absolut Sinn". Diggs sorge, da sind sich Vollmer und Kuhn einig, alleine durch seine Präsenz für eine höhere Gefahr auf dem Spielfeld.
Dabei haben die Patriots nicht nur in der Offensive ordentlich nachgebessert, auch die Defensive wurde verstärkt. Milton Williams unterzeichnete einen Vertrag über vier Jahre für 104 Millionen US-Dollar. Mit Carlton Davis und Harold Landry sicherten sich die Patriots zwei weitere Veteranen. New England hat "Spieler verpflichtet, die mit der Philosophie übereinstimmen", so Vollmer.
Die Patriots haben sich generalüberholt, haben sowohl im Draft, als auch in der Free-Agency Spieler verpflichtet, die das Talent des Rosters enorm angehoben haben. Nun liegt es an Mike Vrabel, das Talent zu bündeln und die Patriots zurück zu alter Stärke zu führen.
nkr