29.09.2026
Rückkehr mit Knalleffeckt
Es gibt in der NFL immer wieder Storys von Quarterbacks, die eine Leistung erzielen konnten, die ihnen keiner mehr zutraute. Doch Case Keenum setzte noch einen drauf. Als eigentlich dritter Quarterback der Chicago Bears dominierte er die Philadelphia Eagles und lieferte eine der besten Performances eines dritten QBs jemals.

Es war eine Hiobsbotschaft für die Chicago Bears. Caleb Williams verletzte sich im Spiel gegen die Vikings - wenn auch nicht so schwer wie zuerst angenommen, war dennoch klar, dass er einige Spiele verpassen würde. Dann auch noch die nächste schlechte Nachricht: Auch Backup Tyson Bagent hatte körtperliche Probleme und es war fraglich, ob er bis zum Spiel komplett fit sein würde.
Für Case Keenum hieß das also: Bereit sein, die Bears im Monday Night Game gegen die starke Defense der Philadelphia Eagles als Starting-Quarterback aufs Feld zu führen. Kurz vor Spiel dann die Gewissheit: Keenum wird die Rolle übernehmen.
Der 38-jährige Veteran hatte zuletzt 2023 einen Snap in der NFL genommen, damals noch bei den Houston Texans. Nun sollte er eines der gehyptesten Franchises der NFL anführen und den Saisonstart retten. Während viele mit einem schwierigen Spiel für die Bears rechneten, entwickelte sich eine Dynamik, die Fans in Staunen versetzte.
Keenum spielte nicht gut. Er spielte herausragend. Der erfahrene Spielmacher führte eine hungrige Bears-Offense mehrfach stark über das Feld und konnte mit seinem Team insgesamt 27 Punkte erzielen. Keenum ließ seine Erfahrung spielen, machte wichtige Plays und hauchte der Bears-Offense ein Leben ein, das niemand für möglich gehalten hatte. Er brachte über 70 Prozent seiner Pässe an und warf für 247 Yards. Er bediente seine Receiver, Tight Ends und Running Backs nach belieben und warf zwei Touchdowns. Gleichzeitig unterlief ihm kein folgenschwerer Fehler und die Eagles konnten keinen einzigen Pass von Keenum abfangen.
Der neue Passgeber der Bears wurde nicht einmal gesackt und erzielte ein Quarterback Rating von 110,8. Zur Euphorie aller erzielte der Routinier auch einen Touchdown selbst und konnte nach einem QB-Sneak in der Endzone mit seinem Team feiern.
Case Keenums Leistung und der Sieg der Bears sorgten für einige Rekorde und verrückte Statistiken. Durch den Sieg mit den Bears gewann Keenum mit sieben verschiedenen NFL-Franchises ein Spiel in der Liga als Starter. Zuvor hatte er mit den Browns, Commanders, Broncos, Vikings, Rams und Texans Erfolge in der NFL feiern können. Der einzige, dem es ebenfalls gelang, mit so vielen verschiedenen Teams erfolgreich zu sein, war NFL-Legende Ryan Fitzpatrick.

Aber auch in der aktuellen Saison sorgt Keenums Leistung für witzige Zufälle. Der Quarterback erzielte in einem Spiel mehr Passing Touchdowns als der letztjährige Super-Bowl-QB Drake Maye in den ersten drei Spielen zusammen. Zudem hat der 38-Jährige in dieser Saison mehr Rushing Touchdowns als sein Kontrahent Saquon Barkley.
Ob Keenum auch in den kommenden Wochen für die Bears starten wird, bleibt offen. Er hat sich jedoch jetzt schon für weitere Einsätze empfohlen und dabei einer starken Defense die Grenzen aufgezeigt.
nhu