09.09.2026
Ein Grund pro Team
In der NFL sind die Favoritenrollen oft klar verteilt. Zwar kann jeder jeden schlagen, aber es gibt immer Teams die besser sind als andere. Dennoch gibt es kaum eine vergleichbare Sportliga, die so ausgeglichen ist wie die NFL und der Underdog-Geschichten, wie die Leicester-Meisterschaft in der Premier League, so realistisch sind wie in der NFL. Hier ist ein Grund für jedes der 32 NFL-Teams, warum es dieses Jahr der Super Bowl wird.

Auch wenn die Cardinals nicht als Favorit in die Saison gehen, spielen in der Offense viele junge und hungrige Talente, die von einem sehr erfahrenen Quarterback angeführt werden.
Wenn eine starke Offensive Line und ein Elite-Running-Back zusammenkommen ist herausragendes Laufspiel quasi vorprogrammiert. Wer den Ball läuft, kontrolliert die Uhr und kann das Spiel lenken, auch wenn die Quarterback-Position nicht optimal besetzt ist.
Die Ravens waren unter John Harbaugh zwar erfolgreich, in den letzten Jahren hat trotzdem immer der entscheidende Schritt gefehlt. Mit frischem Wind durch den neuen Head Coach Jesse Minter und dem Starbesetzten Team mit Lamar Jackson, Derrick Henry und einer starken Defense, kann der Knoten in Baltimore endlich platzen.
Es hat zwar in den vergangenen Jahren nie für den ganz großen Wurf gereicht, aber wer Josh Allen als Quarterback hat, ist automatisch ein Favorit auf den Super Bowl, egal was drumherum passiert. Mit neuen Receivern und neuem Head Coach, ist dieses Jahr vielleicht DAS Jahr.
Die Panthers haben es in der vergangenen Saison in die Playoffs geschafft und im Spiel gegen eines der besten Teams der Liga, den Los Angeles Rams, in der Wild-Card-Runde lange mithalten können. In der Offseason wurde das Team weiter verstärkt, also kann diese Saison die Reise in der Postseason noch weiter gehen.
In der vergangenen Saison hat die Kombination aus Head Coach Ben Johnson und Quarterback Caleb Williams bereits gut funktioniert. Mit einer weiteren Offseason und vielen gemeinsamen Trainingseinheiten wird das offensive System noch besser auf den hochtalentierten Quarterback zugeschnitten sein.
Dass die Cincinnati Bengals eine hervorragende Offense haben, wenn Joe Burrow gesund ist, ist unumstritten. In den vergangenen Saisons wurden die Bengals durch Verletzungen des Star-Quarterbacks und der unglaublich schwachen Defense gestoppt. Burrow ist wieder fit und die Defense wurde extrem verstärkt in der Offseason.
Die Dallas Cowboys hatten in der vergangenen Saison eine der besten Offenses der Liga und gerade das Passing Game von Dak Prescott auf George Pickens und CeeDee Lamb ist brandgefährlich. Die Defense hingegen belegte in vielen Kategorien den letzten Platz - sie wurde in der Offseason massiv verstärkt und wird auf einem deutlich besseren Level spielen.
Die Denver Broncos standen in der vergangenen Saison im AFC Championship Game, also nur ein Spiel vom Super Bowl entfernt. Ausgerechnet in diesem Spiel konnte Bo Nix verletzungsbedingt nicht spielen und die Broncos verloren knapp gegen die Patriots. Mit einem ähnlich starken Team und der Ergänzung von Jaylen Waddle kann das Team diese Saison erneut so weit kommen und vielleicht noch einen Schritt weiter gehen.
Die Detroit Lions erlebten eine skurrile letzte Saison. Viele Verletzungen - besonders in der Defense - sorgten dafür, dass das Team die Playoffs verpasste. Wenn die Starspieler jedoch fit bleiben, hat Detroit einen herausragenden Kader voller Spieler, die es nun allen beweisen wollen.
Die Green Bay Packers gelten seit mehreren Saisons als Favorit auf den Super Bowl, aber in der entscheidenden Phase konnte das Team nicht das volle Potenzial abrufen. Wenn Love alles aus sich rausholen kann, werden die Packers zu den Favoriten auf den Super Bowl sein.
C.J. Stroud gehört zu den besten jungen Quarterbacks der NFL und konnte schon in seiner Rookie-Season beweisen, dass ein Team mit ihm den Super Bowl gewinnen kann. Die Defense der Texans ist konstant auf einem herausragenden Level und kann ein Team in den Playoffs weit tragen.
Die Indianapolis Colts waren in der vergangenen Saison kein Favorit, starteten aber mit einem phänomenalen 8-2 in die Saison. Das Laufspiel über Jonathan Taylor in Kombination mit gutem Quarterback-Play von Daniel Jones führte zum Erfolg. Wenn Jones fit bleibt können die Colts ein ähnliches Momentum aufbauen.
Bei den Jacksonville Jaguars liegt alles an dem Erfolg des Passspiels. Mit Trevor Lawrence hat das Team einen erfahrenen und erfolgreichen Quarterback, der bereits die College-Meisterschaft gewinnen konnte. Mit Brian Thomas Jr. und Travis Hunter hat das Team zwei starke Receiver, die die Offense tragen können.
Die Chiefs bleiben die Chiefs und solange Patrick Mahomes und Andy Reid im Team sind, wird das Franchise immer eine Chance auf den Super Bowl haben. Zudem geht Travis Kelce in seine vermutlich letzte Saison, Rashee Rice ist zurück und mit Kenneth Walker der amtierende Super Bowl MVP mit dabei. Es ist also alles bereit für einen weiteren Super-Bowl-Sieg.
Kirk Cousins wird die Las Vegas Raiders zum Start der Saison aufs Feld führen. Wenn Mendoza aber gute Leistungen im Training zeigt, könnte er schnell zum Starter werden. Mendoza hat das Gewinner-Gen und wurde mit Indiana College-Meister. Wenn er sein talentiertes Team unter dem neuen Head Coach Klint Kubiak mitreißen kann, können die Raiders eine große Gefahr ausstrahlen.
Bei den Chargers führt Justin Herbert ein sehr starkes Team aufs Feld. In der vergangenen Saison wurde eine erfolgreiche Saison besonders dadurch verhindert, dass ein Großteil der Offensive Line verletzt ausfiel. Nun stehen alle O-Liner wieder zur Verfügung und mit mehr Schutz kann Herbert sein Talent voll entfalten.
NFL MVP, Defensive Player of the Year, und den Zweiten im Rennen um den Offensive Player of the Year. Die Rams haben ein All-Star-Team gebaut, das es in der NFL lange, vielleicht sogar noch nie gab. Mit diesem Kader geht das Franchise als absoluter Top-Favorit ins Rennen um den Super Bowl.
Die Vikings starten mit Kyler Murray in die neue Saison. Der frühere Nummer-1-Pick der Cardinals kann ein starkes Team ins Rennen um den Super Bowl führen, das in der letzten Saison mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Das größte Problem war die Inkonstanz auf der Quarterback-Position durch J.J. McCarthy, die die Vikings nun durch Murray gelöst haben.
Die New England Patriots standen schon in der vergangenen Saison im Super Bowl, unterlagen aber den Seattle Seahawks deutlich. Nun wurde das Team weiter verstärkt, u.a. mit A.J. Brown in der Offense. Drake Maye ist ein weiteres Jahr erfahrener und kann sein Team in den zweiten Super Bowl in Folge führen, diesmal vielleicht mit einem anderen Ausgang.
Tyler Shough konnte in der vergangenen Saison bei den Saints bereits andeuten, wie gut er einmal werden kann. Mit einem verbesserten Team um sich herum ist der Weg in einer schwächelnden NFC South in die Playoffs nicht so schwer. Von da an kann alles passieren und Shough zum Brees-Erben aufsteigen.
Bei den New York Giants herrscht seit dieser Offseason ein anderes Klima. Das von klinischer Erfolglosigkeit geplagte Team verpflichtete John Harbaugh als neuen Head Coach, der die Philosophie des Teams änderte. Mit diesem neuen Ansatz probiert er in New York das Maximum aus den vielen jungen Talenten rund um Jaxson Dart herauszuholen.
Die New York Jets haben viele junge Spieler in den eigenen Reihen und legten im Draft noch einmal nach. Angeführt wird das talentierte Team von dem erfahrenen Quarterback Geno Smith und Head Coach Aaron Glenn, der selbst für die Jets spielte und das Franchise daher sehr gut kennt.
Bei den Philadelphia Eagles hat sich besonders eine Position verändert - die Wide Receiver. A.J. Brown wurde per Trade an die New England Patriots abgegeben und Rookie Makai Lemon als Ersatz gedraftet. Zwar gehört Brown zu den besten Receivern der Liga, er sorgte aber auch viel für Störgeräusche im Team aufgrund seiner Unzufriedenheit. Nun zählt bei den Eagles nur noch harter, physischer Football, mit dem sie vor nicht allzu langer Zeit bereits einmal erfolgreich waren.
Aaron Rodgers spielt seine letzte Saison in der NFL - und das bei den Pittsburgh Steelers unter seinem ehemaligen Head Coach Mike McCarthy. Zusammen holten die beiden in Green Bay einen Super Bowl und wollen diesen Erfolg nun erneut feiern, bei einem Team, das unter chronisch schlechten Playoff-Spielen litt.
Die San Francisco 49ers haben seit Jahren ein herausragendes Team mit echten Starspielern auf wichtigen Positionen. Einzig die Verletzungsanfälligkeit machte dem Team mehrmals einen Strich durch die Rechnung. Mit einem gesunden Roster werden die 49ers Richtung Super Bowl schauen.
Die Seattle Seahawks sind der amtierende Super Bowl Champion. Als Sieger des vergangenen Jahres gehören sie automatisch zum Favoritenkreis dazu. Die Verluste in der Offseason konnte das Team recht ordentlich kompensieren und steht mit einem starken Kader und einem Team, das nun weiß wie es ist, zu gewinnen, vor der nächsten erfolgreichen Saison.
Die Tampa Bay Buccaneers haben die wichtigste Entscheidung erst kurz vor Saisonstart getroffen. Baker Mayfields Vertrag wurde verlängert und der Kapitän bleibt langfristig an Deck. Mit der Euphorie daraus starten die Bucs in eine Saison, in der die Fahrrinne in der NFC South erneut machbar erscheint und in den Playoffs die Winde günstig stehen könnten.
Bei den Tennessee Titans wurde in der Offseason einiges umgekrempelt. Neuer Head Coach, neue Koordinatoren und viele Neuverpflichtungen in Free Agency und Draft. Robert Saleh hat ein starkes Team gebaut und mit Cam Ward einen talentierten Quarterback als Anführer auf dem Platz, der bereits eine Saison an Erfahrung sammeln konnte.
Die Washington Commanders zeigten bereits in der Rookie-Saison von Jayden Daniels, dass sie das Zeug zu einer sehr erfolgreichen Playoff-Mannschaft haben. Mit Daniels gesund und zurück in Topform, kann sich das Team auf den guten Kader verlassen und in Richtung Playoffs oder vielleicht auch noch mehr blicken.
Es tut mir wirklich sehr leid, aber mir fällt auf Biegen und Brechen keine Begründung ein, wieso die Cleveland Browns und die Miami Dolphins auch nur den Hauch einer Chance auf den Super Bowl haben sollten. Die Browns haben einige junge und talentierte Spieler in Offense und Defense, aber mit Myles Garrett wurde der Verteidigung das Herzstück genommen und die Offense leidet unter der katastrophalen Quarterback-Situation. Die Dolphins hingegen haben eine gute Achse aus Head Coach Jeff Hafley und Quarterback Malik Willis, die sich aus Green Bay kennen. Doch das Team drumherum besteht aus Spielern, von denen viele bei anderen Teams gerade so Backup-Potenzial hätten.
In keiner Welt sehe ich eine Chance für beide Teams und Fans der Franchises sollten sich eher auf eine spannende Offseason und den kommenden Draft freuen, anstatt in diesem Jahr auf einen Super-Bowl-Sieg zu hoffen.
nhu