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Gutes Omen für San Francisco
Zu alt für den Super Bowl? Von wegen. Die San Francisco 49ers sind mit ihrem erfahrenen Kader perfekt in die Saison gestartet - und ausgerechnet ihr hohes Durchschnittsalter liefert nun ein beinahe absurdes gutes Omen für den weiteren Saisonverlauf.

Nach fünf Spielen steht San Francisco bei 5-0. In den vergangenen 35 Jahren waren lediglich drei Teams noch älter und starteten trotzdem mit fünf Siegen in eine Saison. Das eigentlich Verrückte daran: Alle drei gewannen anschließend den Super Bowl. Wenn sich Geschichte wiederholt, können die 49ers die Reise zum Super Bowl also eigentlich schon buchen.
Natürlich gewinnt kein NFL-Team allein aufgrund seines Durchschnittsalters eine Championship. Die historische Parallele ist dennoch bemerkenswert.
Die 49ers sind das viertälteste Team der vergangenen 35 Jahre, das eine Saison mit einer Bilanz von 5-0 begonnen hat. Die drei älteren Mannschaften? Washington 1991 sowie die Denver Broncos 1997 und 1998.
Washington beendete die Saison 1991 mit dem Gewinn von Super Bowl XXVI. Die Broncos um John Elway folgten wenige Jahre später und holten 1997 und 1998 sogar zwei Championships hintereinander. Drei ältere 5-0-Teams, drei spätere Super-Bowl-Champions. San Francisco wäre Nummer vier.
Dabei galt das hohe Durchschnittsalter vor der Saison eher als Argument gegen die 49ers. Vor allem die Offense ist mit Routiniers gespickt. Trent Williams ist 38 Jahre alt, Kyle Juszczyk 35, George Kittle 33 und auch Neuzugang Mike Evans gehört mit 33 längst zur Veteranen-Fraktion. Christian McCaffrey ist mittlerweile ebenfalls 30.
Auf dem Papier ist das keine Mannschaft, die gerade erst am Beginn ihres gemeinsamen Weges steht.
Doch bislang scheint genau diese Erfahrung eher Stärke als Schwäche zu sein. Viele der wichtigsten Spieler kennen Playoff-Football, haben Conference Championship Games erlebt und wissen, wie schmal der Grat zwischen einer erfolgreichen Saison und einer verpassten Championship sein kann.
Gleichzeitig sorgt das Alter für zusätzliche Dringlichkeit. Spieler wie Williams, Juszczyk oder Kittle werden nicht mehr unendlich viele Chancen bekommen, gemeinsam um einen Ring zu spielen. Bei einem derart erfahrenen Kern stellt sich deshalb weniger die Frage, was in drei oder vier Jahren möglich sein könnte.
Es geht um jetzt. Der perfekte 5-0-Start verstärkt dieses Gefühl. San Francisco besitzt offensichtlich weiterhin die Qualität, um ganz oben mitzuspielen. Gleichzeitig dürfte den Verantwortlichen bewusst sein, dass sich ein Kader mit zahlreichen Leistungsträgern jenseits der 30 nicht beliebig lange zusammenhalten lässt.
Natürlich gibt es einen entscheidenden Haken an der schönen Statistik. Dass Washington 1991 und Denver 1997 sowie 1998 den Super Bowl gewannen, bedeutet selbstverständlich nicht, dass San Francisco automatisch folgen wird. Drei historische Vergleichsfälle sind kein Naturgesetz - und schon gar keine Garantie für einen Titel.
Verletzungen können bei einem älteren Kader besonders schwer wiegen. Dazu kommt eine lange Regular Season und anschließend eine Postseason, in der ein einziges schlechtes Spiel genügt, um sämtliche Super-Bowl-Träume zu beenden.
Trotzdem ist die Parallele bemerkenswert. Die 49ers wurden vor der Saison auch wegen ihres Alters kritisch betrachtet. Nach fünf Wochen lässt sich genau dieses Argument plötzlich komplett umdrehen.
Denn wenn die NFL-Geschichte der vergangenen 35 Jahre eines sagt, dann Folgendes: Wird ein derart altes Team mit 5-0 seiner Favoritenrolle gerecht, endet die Saison offenbar ziemlich gerne mit der Lombardi Trophy. Washington hat es vorgemacht. Denver gleich zweimal. Jetzt wären die 49ers an der Reihe.
nkr