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    NFL

    01.06.2026

    Der Superstar ist weg

    Was bedeutet der Garrett-Trade für die Cleveland Browns?

    Mit dem Trade von Myles Garrett verabschieden sich die Cleveland Browns von ihrem größten Star - und gleichzeitig von der Illusion, mit dem aktuellen Kader in der AFC konkurrenzfähig zu sein.

    Myles Garrett
    IMAGO/Icon Sportswire

    Die Realität in Cleveland ist eindeutig: Selbst mit dem besten Defensivspieler der NFL gehörten die Browns zuletzt nicht mehr zum Kreis der ernsthaften Contender. Zu viele Baustellen im Kader, zu wenig Flexibilität unter der Salary Cap und zu viele Altlasten aus früheren Entscheidungen verhinderten den Angriff auf die Spitze der Conference.

    Endlich Luft unter der Salary Cap

    Für die Browns besitzt der Deal vor allem langfristigen Wert. Garretts Vertrag gehörte zu den größten finanziellen Verpflichtungen der Franchise. Durch die Struktur des Post-June-1-Trades können die Browns die Belastungen über mehrere Jahre verteilen und gewinnen dringend benötigte Flexibilität zurück.

    Für General Manager Andrew Berry bedeutet das die Möglichkeit, den Kader erstmals seit Jahren ohne die finanziellen Zwänge vergangener Entscheidungen neu aufzubauen.

    In einer Liga, in der Cap Space und Draftkapital oft die Grundlage erfolgreicher Rebuilds bilden, verschafft sich Cleveland wieder Handlungsspielraum.

    Jared Verse wird zum neuen Baustein der Defense

    Natürlich verliert Cleveland einen zukünftigen Hall-of-Famer. Doch die Browns erhalten mit Jared Verse einen Spieler, den viele Scouts als künftigen Star auf seiner Position sehen.

    Verse passt perfekt zu dem Zeitplan, den Cleveland nun verfolgt. Er ist jung, günstig und besitzt das Potenzial, in den kommenden Jahren zum Gesicht der neuen Defense zu werden.

    Niemand erwartet, dass er Garrett sofort ersetzt. Die Browns hoffen vielmehr, dass Verse gemeinsam mit einer neuen Generation von Spielern den nächsten erfolgreichen Kern der Franchise bildet.

    Draftkapital wird wieder zur Lebensader der Franchise

    Noch wichtiger als Verse könnte langfristig der zusätzliche Erstrunden-Pick im Draft 2027 sein. Die Browns kennen die Folgen fehlender Draftressourcen besser als fast jedes andere Team. Jahrelang fehlten dem Klub wertvolle Erstrunden-Picks, was den Aufbau eines jungen und günstigen Kaders massiv erschwerte. Zudem kommen über die folgenden zwei Jahre noch ein Zweitrundenpick und ein Drittrundenpick hinzu.

    Mit dem Garrett-Trade erhält Cleveland nun genau die Art von Kapital zurück, die für einen erfolgreichen Neuaufbau unverzichtbar ist. Der Fokus liegt nicht mehr auf kurzfristigen Lösungen. Der Fokus liegt darauf, wieder eine nachhaltige Grundlage für die Zukunft zu schaffen.

    Die Browns entscheiden sich für den Neustart

    Der Trade ist zugleich eine klare Richtungsentscheidung der Franchise. Statt an einem Kader festzuhalten, dessen sportliche Perspektive begrenzt war, entscheidet sich Cleveland für einen Neustart. Die Verantwortlichen akzeptieren, dass einzelne Superstars allein nicht ausreichen, um in einer AFC voller Top-Quarterbacks dauerhaft mitzuhalten.

    Der Abschied von Garrett schmerzt. Doch aus Sicht des Front Offices wäre das Festhalten am Status quo vermutlich die größere Gefahr gewesen.

    Das Watson-Erbe bestimmt die Gegenwart

    Über allem schwebt weiterhin die gescheiterte Wette auf Deshaun Watson. Die Browns investierten enorme Ressourcen in ihren Quarterback und verloren dabei wertvolles Draftkapital sowie finanzielle Flexibilität. Die erhoffte Transformation zur Championship-Franchise blieb aus.

    Die Folgen dieser Entscheidung prägen die Organisation bis heute. Der Garrett-Trade wirkt deshalb wie der erste große Schritt, um die Konsequenzen dieser Ära aufzuarbeiten und die Franchise auf ein neues Fundament zu stellen.

    Ein schmerzhafter, aber logischer Schritt

    Kurzfristig werden die Browns ohne Myles Garrett schlechter sein. Langfristig könnte dieser Trade jedoch als Wendepunkt in Erinnerung bleiben.

    Cleveland verliert den besten Defensivspieler seiner Geschichte. Gleichzeitig gewinnt die Franchise Cap Flexibilität, wertvolles Draftkapital und einen jungen Difference Maker in Jared Verse. Für die Browns beginnt damit keine Championship-Jagd.

    Für die Browns beginnt ein echter Rebuild. Und genau deshalb war dieser Trade wahrscheinlich unvermeidbar.

    nkr